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Kunstpalast Düsseldorf / Quadrat Bottrop: Fotograf Axel Hütte ist ein moderner Romantiker

DÜSSELDORFDie Werkschau des Fotografen Axel Hütte fasziniert im Kunstpalast Düsseldorf und im Bottroper Quadrate. Darin entpuppt sich der 66-Jährige als Romantiker.

Fotograf Axel Hütte ist ein moderner Romantiker
In Brasilien fotografierte Axel Hüte im Jahr 1998. Das Bild „Rio Negro 2“ machte ihn berühmt. Jetzt ist die verwunschene Szene in Düsseldorf zu sehen. Foto: Axel Hütte

Fahl lösen sich die Bäume mit diffus kahlem Geäst aus dem Frühnebel der italienischen Winterlandschaft, um den Blick auf einen mächtigen Felsbrocken freizugeben. Es ist ein mit hintergründiger Bedeutung aufgeladenes Sehnsuchtsmotiv. Der Erzromantiker Caspar David Friedrich hätte es nicht besser malen können. Auch Axel Hütte malt solche Motive, aber als Lichtbildner mit der Plattenkamera.

Schüler von Bernd Becher

Wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Struth und Thomas Ruff zählte er zu den ersten Schülern der legendären Fotoklasse von Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie. Deren Ruhm ereilt ihn erst jetzt im Alter von 66 Jahren. Welchen Rang seine mit analytischem Blick komponierten Aufnahmen unzerstörter Natur und glitzernder nächtlicher Stadtlandschaften erreichen, unterstreicht seine bislang größte Werkschau, die im Düsseldorfer Museum Kunstpalast und im Bottroper Quadrat zu sehen ist.

In Düsseldorf kann man sich an den 70 Großformaten vom Furkablick 1994 bis zur 2017 entstandenen Serie der Antarktis-Bilder nicht satt sehen. Tagelang durchstreift der gebürtige Essener als Weltenbummler menschenleere Landschaften aller Kontinente.

Manchmal sieben Tage lang ohne Ergebnis, bis er durch Zufall auf das Unerwartete, Überraschende, unverhofft Neue stößt. Bei Axel Hütte geraten die Formen der Natur wie in seiner sattgrünen Arbeit „Rio Negro 2“ aus dem brasilianischen Urwald ins Schwimmen. Sie lösen sich ins Diffuse auf wie in einer See-Spiegelung aus Venezuela. Sie verschwinden in Ecuador im Nebel über einem Wasserfall oder tauchen im Dunkel ab.

Viele Wirklichkeiten

Nur zu gut weiß Hütte, dass es nur die eine, vorgeblich authentische Wiedergabe der sichtbaren Wirklichkeit nicht gibt. Dass es sie nicht geben kann angesichts von Licht und Witterung. Mit dieser aufgeklärten Sicht tritt er in Gegensatz zu allen Fotografen, die Sehnsuchtsmotiven hinterher eilen.
Nichts ist digital nachbearbeitet. Axel Hütte benutzt lediglich besondere Print-Verfahren, die seine nächtlichen Stadtlandschaften silbrig schimmern lassen. Und sie setzen das irreal bläuliche Licht der „Paradise Bay“ in der Antarktis in Szene, als wäre diese Eislandschaft nicht von dieser Welt.

Museum Kunstpalast Düsseldorf: „Axel Hütte – Night and Day“, Ehrenhof 4-5, bis 14.1.2018, Di-So 11-18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Eintritt 12 Euro, Katalog 39,90 Euro.
Josef Albers Museum/Quadrat Bottrop: „Axel Hütte. Frühwerk“, Im Stadtgarten 20, bis 7.1.2018, Di-Sa 11-17, So 10-17 Uhr, Eintritt 6 Euro, Katalog 38 Euro.

 

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