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Nachfolger von Bob Dylan: Der Literaturnobelpreis 2017 geht an Kazuo Ishiguro

STOCKHOLMDer Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an Kazuo Ishiguro. Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Damit tritt Ishiguro die Nachfolge des Musikers Bob Dylan an, der im vergangenen Jahr den Literaturpreis ziemlich überraschend erhalten hatte.

Der Literaturnobelpreis 2017 geht an Kazuo Ishiguro
Jury-Chefin Sara Danius beschrieb Ishiguro als brillanten Romanautor. Er sei "eine Kreuzung aus Jane Austen und Franz Kafka". Foto: Alessandro Fucarini

Der britisch-japanische Schriftsteller Kazuo Ishiguro (62) bekommt den Literaturnobelpreis. Er wird für „seine Romane von starker emotionaler Kraft“ ausgezeichnet, wie die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekanntgab. Darin lege er den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloß, hieß es weiter. „Was vom Tage übrig blieb“ und „Alles, was wir geben mussten“ gehören zu seinen bekanntesten Werken. Beide Bücher wurden verfilmt.

Jury überrascht erneut

Damit überrascht die Jury erneut. Im vergangenen Jahr hatte sie Rockmusiker Bob Dylan für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition ausgezeichnet. Er habe „den Status einer Ikone“ und einen tiefgreifenden Einfluss auf die zeitgenössische Musik, begründete die Jury damals.

Dylan ließ zwei Wochen lang offen, ob er den Preis annehmen werden, kam dann nicht zur Verleihung nach Stockholm und holte die Auszeichnung erst Monate später ab, als er ohnehin für Konzerte in Schweden war.

Den Preisträger wählt die Schwedische Akademie, die aus Schriftstellern, Literatur- und Sprachwissenschaftlern und Historikern besteht, aus fünf Kandidaten auf einer Shortlist aus. Letzte deutschsprachige Preisträgerin war die Schriftstellerin Herta Müller 2009.

Verleihung im Dezember

Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940 000 Euro) dotierte Auszeichnung wird erst am 10. Dezember - dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) - gemeinsam mit den Nobelpreisen für Medizin, Physik und Chemie in Stockholm verliehen. Nur der Friedensnobelpreis wird in Oslo überreicht.

Die Preise gehen auf Nobels Testament zurück und werden seit 1901 vergeben. Darin legte der Dynamit-Erfinder fest, dass derjenige geehrt werden solle, der in der Literatur im jeweiligen Jahr „das Ausgezeichnetste in idealer Richtung“ hervorgebracht hat

von dpa

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