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Neu im Kino: Biopic über Dalida bleibt ein Bilderbogen mit Musik

Den Franzosen, aber nicht nur denen, verkaufte sie ihre markante dunkle Stimme, ihre Schönheit und eine orientalische Exotik, die sie in ihrer Geburtsstadt Kairo aufgesogen haben mag, obwohl sie italienische Wurzeln hatte. Dalida (bürgerlich: Iolanda Cristina Gigliotti) war ein Star - jetzt erzählt ein Film ihre tragische Geschichte.

Biopic über Dalida bleibt ein Bilderbogen mit Musik
Schöner noch als die echte Dalida: Sveva Alviti. Foto: Luc Roux

In den 50ern hatte sie mit Schlagern Hits, in den 60ern mit Chansons und in den 70ern (mit über 40) sprang sie noch auf den Disko-Zug auf. Sie verkaufte 150 Millionen Platten, hatte Geld, Ruhm, Fans, aber Glück und Erfüllung fand sie nie. 1987 nahm die Sängerin sich das Leben. Wie es dazu kam, schildert die Filmbio „Dalida“ von Lisa Azuelos.

Angelehnt an Memoiren von Dalidas Bruder erzählt die Regisseurin das Leben des Stars als ewige Achterbahn. Gestern verliebt, heute betrübt, morgen wieder verliebt. Ein Süßholzraspler schaut der Frau tief in die Augen, und sie ist hin und weg.

Die Posen einer Diva

Zum dramaturgischen Dünnstrick gleich mehr. Erst muss man von der schönen Hauptdarstellerin Sveva Alviti sprechen. Es ist ihr Kinodebüt, was den Vorteil hat, dass man nicht das Gesicht eines Stars ständig mit einer realen Figur vergleicht. Alviti hat Model-Erfahrung, was ihr vor der Kamera hilft, da sie sich auf Showbühnen prima bewegt und wunderbar die Posen einer Diva trifft.

Der Saal ist voll, das Publikum begeistert und eine perfekt geschminkte, elegant gestylte, superb ausgeleuchtet Dalida singt ihre Hits (im Original zu hören, samt dem rrrollenden R, das neben der Tonlage ihre Marke war). Der Film hat viele luxuriöse Bilder.

Leider berührt der Film den Zuschauer nicht

Was er nicht bietet, ist ein inszenatorischer Ansatz, der den Charakter der tragischen Heldin wirklich aufbräche. Dalida leidet, es berührt uns kaum. Was damit zu tun hat, dass das Drehbuch ihr flugs einen neuen Tröster anreicht. Ermüdend, wie die Ärmste sich scheinbar von Liebhaber zu Liebhaber hangelt, weil der Film die Jahre und Affären fast im Revuetempo abhandelt.

Wo die Regisseurin sich dem Menschen Dalida nähert, hören wir Psychologie in plakativ gemeißelten Merksätzen. Liedtexte (untertitelt) sollen leitmotivisch Dalidas Gefühlswelt erklären, das ist zu schlicht gedacht, um zu funktionieren. Ein hübscher Bilderbogen mit Musik.

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