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Neu im Kino: Seltsame Parabel über den Balkankrieg

Eine Gänseherde vor einer Hütte, in der ein Schwein quiekt. Der Metzger kommt heraus und gießt Blut in eine Wanne. Sofort flattern die Gänse herbei und nehmen ein Bad. Weißes Gefieder färbt sich rot, blutbesudelt ist nun die Farbe der Unschuld.

Seltsame Parabel über den Balkankrieg
Milchmann Kosta (Emir Kusturica) auf seinem Esel in einer Szene des Films „On The Milky Road“ Foto: Hartmann

Der Anfang von Emir Kusturicas „On The Milky Road“ lässt sich als Metapher interpretieren. Blut und Tod kommen über die, die nichts verbrochen haben. So wie Milchmann Kosta (Kusturica selbst), der mit dem Esel zu einem Bahnhof reitet, um Milch für die Soldaten zu holen.

Traumlogik

Der Film spielt während des letzten Balkankrieges, er laviert zwischen Posse, Burleske, Tragikomödie, Liebesmärchen und folgt der Logik eines Traums: Wenn die Flügel eines Falken einen Orkan entfachen, ein Paar auf Armors Schwingen aus einem Baum fliegt, sind wir im Fantasialand des magischen Realismus.

Zu aufgekratzten Zigeuner-Polkas sehen wir eine Truppe, die das Leben feiert (wie in Kusturicas „Weiße Katze, schwarzer Kater“), obwohl der Tod die Feiernden bald holt. Kusturica setzt dem Krieg ein Hoch auf die Liebe entgegen: Kosta brennt mit der schönen Italienerin (Monica Bellucci) durch, Killer in Uniform jagen sie.

Aber: Der Humor wirkt bemüht, Komik und Tragik gehen nicht recht zusammen. Liebe fällt vom Himmel, die Figuren sind Projektionen. Der Film funktioniert nicht, er befremdet als seltsam schale Groteske voll abrupter Tonartwechsel.

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