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Peter Brüning: Schumacher-Museum zeigt das Wunderkind des Informel

HAGEN„Informel, das geht schnell“ spotteten die Kritiker des abstrakten Nachkriegskunststils. Einige der Informel-Öl-Bilder von Peter Brüning aus den 60er-Jahren und vor allem seine Tusche-Zeichnungen aus diesen Jahren, sehen in der Tat aus wie schnell und mit viel Energie auf die Leinwand gewischt. Die große Kunst ist, dass ihre Gestik höchst präzise komponiert ist.

Schumacher-Museum zeigt das Wunderkind des Informel
Im „Super-Rhein-Land“ übermalte Peter Brüning 1968/69 ein Offsetplakat. Foto: Nachlass Brüning/VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Das Emil-Schumacher-Museum in Hagen zeigt ab Sonntag 58 großformatige Arbeiten aus dem großen Werk des 1970 mit nur 41 Jahren verstorbenen Künstlers. 759 Bilder und 1800 Zeichnungen hat das Wunderkind des Informel hinterlassen.

Marie-Luise Otten verwaltet den Nachlass und hat die Ausstellung in Hagen auch kuratiert.
„Das Potenzial des Informel“ heißt die Schau, die eine kleine Brüning-Retrospektive ist und anschaulich zeigt, wie sich der Informel und der Künstler entwickelt haben.
 

Naturbilder mit Bäumen
 

Als Brüning 1953 Mitglied der „Gruppe 53“ wurde, dem Pendant zum „jungen westen“, in dem Emil Schumacher Mitglied war, war der 1929 geborene Maler eine Generation jünger als die anderen Informel-Künstler.

Über den Kubismus und Cézanne näherte er sich der Abstraktion. In Brünings frühen Naturbildern mit Bäumen aus dem Jahr 1954 kann man diese Bezüge sehr schön sehen.
 

Dunkle Farbräume

Farbräume hat Brüning danach entwickelt – zunächst dunkle, die geschlossen wirken, später offene, luftige, farbige. In seinen Zeichnungen, die in einem Kabinett im Oberlichtsaal des Museums zu sehen sind, hat er diese Entwicklung vorweggenommen. Reduziert, fast Zen-meditativ sind die frühen Tusche-Arbeiten der 50er.
 

In den 60ern wurden Brünings Leinwände farbiger. Rot war die Lieblingsfarbe des Künstlers, der nach dem Studium bei Willi Baumeister in Stuttgart wieder nach Düsseldorf zurückkehrte.
 

Verkehrslandschaften
 

In Italien entstanden offene, helle Öl-Kreide-Arbeiten, in denen schon die ersten Symbole auftauchten. Später hat Brüning daraus „Verkehrslandschaften“ entwickelt, wollte eigentlich nicht der Künstler sein, dessen Bilder sich blendend verkaufen, sondern zeigen, welches Potenzial noch im Informel steckt.


„Legenden“ nannte Brüning seine Arbeiten, die voller Piktogramme stecken, später. Eines der spannendsten Bilder der Ausstellung ist das „Super-Rhein-Land“, in dem Brüning ein Plakat vom Duisburger Hafen mit Piktogrammen bemalt hat. Und die jüngste Arbeit der Schau ist die „Umleitung“, eine Straßen-Verkehrschilder-Szene. – Eine große Entwicklung des Künstlers, der ein Mozart der Maler war. Und in nur 16 Jahren.
 

Emil-Schumacher-Museum Hagen: „Peter Brüning – Das Potenzial des Informel“, 10. 9. (Eröffnung um 11.30 Uhr) bis 21. 1., Museumsplatz 1, Di-So 11-18 Uhr. Katalog: 14 Euro.

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