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Rotterdamer Philharmoniker: Junge Pianistin passte perfekt zum impulsiven Dirigenten

ESSENDas amerikanische Programm und die berauschende Brillanz des Orchesters ließen am Sonntag in der Philharmonie Essen direkt leise Zweifel aufkommen. Aber Yannick Nézet-Séguin war tatsächlich mit seinen Philharmonikern aus Rotterdam und nicht mit dem von ihm ebenfalls als Chefdirigent geleiteten Philadelphia Orchestra angereist.

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  • Junge Pianistin passte perfekt zum impulsiven Dirigenten
    Der kanadische Dirigent Yannick Nezet-Seguin während seines Auftritts mit dem Philadelphia Orchestra im Berliner Konzerthaus. Foto: dpa

Schon allein dieses Sound-Tuning bewies die Meisterschaft des 42-jährigen Frankokanadiers, den viele noch als Exklusivkünstler am Konzerthaus Dortmund in Erinnerung haben werden. Einen üppigen, großorchestralen Soundtrack präsentierte Nézet-Séguin mit Bernsteins auf der Filmmusik "On the Waterfront" (deutscher Titel: "Die Faust im Nacken") von 1954 basierender Orchestersuite.

Lyrische Stellen wurden liebevoll ausmusiziert. Eine Klasse für sich waren dabei die Bläsersolisten, allen voran Hornist David Fernández Alonso, welcher vom Podium und von außerhalb des Saales aus dem Hafenarbeiter Terry seine "Stimme" gab.

Fulminante Einleitung

Für Gershwins "Rhapsody in Blue" hätte man sich - nach der fulminanten Einleitung durch den Klarinettisten Julien Hervé - keine bessere Solistin wünschen können als die Pianistin Khatia Buniatishvili, die mit ihrer Energie so recht zum impulsiven Dirigenten passte.

Die junge Georgierin mischte sich mit Fingerspitzengefühl und Jazz-Feeling ein, kokettierte mit der Musik, gab dem niederländischen Orchester mit kraftvoll-kernigem Anschlag kontra und ging zwischenzeitlich ab wie eine Rakete.

Zarte Emotionen

Rachmaninows "Sinfonische Tänze", 1940 in New York vollendet, offenbarten einen russischen Romantiker, der - wie Nézet-Séguin - durch die amerikanische Orchestertradition geprägt ist. Das Rotterdam Philharmonic Orchestra beließ es aber nicht bei Virtuosität und Hochglanz, sondern berührte auch mit zarten Emotionen.

Bernsteins "Candide"-Ouvertüre als Zugabe war danach allerdings ganz auf Effekt gebürstet.

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