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Kurzkritik mit vielen Fotos: Westernhagen-Konzert mit Startschwierigkeiten

MÖNCHENGLADBACHSo richtig will Marius Müller-Westernhagens Open-Air-Konzert in Mönchengladbach zunächst nicht in Schwung kommen. Dann drohen auch noch Unwetter. Am Ende bekommt der Sänger von seinen Fans aber doch die Liebe, die er braucht. Lesen Sie hier die ausführliche Konzertkritik und erleben in unserer Fotostrecke die Shownach.

Westernhagen-Konzert mit Startschwierigkeiten
Impressionen vom Westernhagen-Konzert in Mönchengladbach. Foto: Thomas Brill

Bei seinem Konzert im Sparkassen-Park, seinem ersten in Mönchengladbach überhaupt, offenbarte Marius Müller-Westernhagen alle Facetten eines Wesens, das ihn erst zum Liebling der Massen gemacht hat – aber sie immer wieder auch auf Abstand gehalten hat. Er beginnt diesen Abend unter freiem Himmel arrogant-nörgelig. „Leute, hier ist noch so viel Betrieb und Unruhe“, nölt er nach den ersten Songs pikiert in Richtung Publikum. „Setzt euch mal, wir wollen hier spielen.“

Westernhagen hätte die Situation voraussehen können: Er beginnt sein Konzert um Punkt acht Uhr, als viele der rund 6000 Fans noch vergeblich auf pünktliches Bier und Bratwurst hoffen und dann hektisch ihre Plätze suchen. Außerdem sind seine ersten Lieder nicht gerade geeignet, um voll für das Bühnengeschehen einzunehmen. „Willst du tanzen“ ist eine dieser sehnsuchtsvollen Balladen, in denen der 68-jährige die Vokale dehnt und das Tremolo schwingen lässt.

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So war's beim Westernhagen-Konzert in Mönchengladbach

Seine Band um den Multi-Instrumentalisten Kevin Bents spielt dazu eine äußerst zurückgenommene Version von amerikanischem Country, Slide-Gitarren heulen auf und Westernhagen erscheint in Großaufnahme auf den Videowänden. Aus dem einstigen Malocher-Kumpel und späteren Armani-Rocker ist ein Cowboy mit breitkrempigem Stetson, kariertem Hemd und grauer Weste geworden. Nur die Coolness fehlt noch.

Konzert muss unterbrochen werden

Westernhagen hat diese Stil- und Soundentscheidung für das nicht totzukriegende MTV-Unplugged-Format getroffen. Als ersten deutschen Künstler hat man ihn dafür schon Anfang der 1990er-Jahre angefragt. Damals war er auf dem zweiten Höhepunkt seines Erfolgs und damit beschäftigt, Stadion-Tourneen abzulehnen.

Heute ist er nach zwei mäßig erfolgreichen Alben offen für Experimente. Selbst ein Hit wie „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ will in der Version für akustische Instrumente nicht recht zünden. Nach einer halben Stunde meldet sich dann auch noch das Wetter zu Wort: Dunkle Gewitterwolken und Sturmböen ziehen heran, das Konzert muss unterbrochen werden.

Ausgewechselt

Umso erstaunlicher, was danach passiert: Westernhagen kommt 15 Minuten später äußerst entspannt und gut gelaunt zurück, verspricht, das Set komplett zu Ende zu spielen, egal wie spät es wird. Und spätestens bei „Weil ich euch Liebe“ oder der an irischen Folk erinnernden Version von „Willenlos“ entfacht er eine Begeisterung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie nur er es kann. Und das hält an. Wenn 6000 Menschen gemeinsam „Ich bin wieder hier / In meinem Revier“, singen, gesellen sich zum Schauerwetter Schauer auf dem Rücken. Jeder einzelne fühlt sich hier, unweit von Westernhagens Heimat Düsseldorf, direkt angesprochen und gibt seinem launischen Idol die Liebe, die es braucht, um auch im Rentenalter immer weiter zu machen. 


 

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