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Viele Fotos: Nick Cave ging in Düsseldorf tief unter die Haut

DÜSSELDORFSelten erlebt man Konzerte, die - wie Udo Lindenberg sagen würde - so tief rein gehen wie das von Nick Cave and the Bad Seeds in Düsseldorf. In der ausverkauften Mitsubishi Electric Halle nahm die Band ihre Fans mit auf eine Stimmungsachterbahn.

Nick Cave ging in Düsseldorf tief unter die Haut
Nick Cave gastierte mit seiner Band The Bad Seeds auf seiner "Skeleton Tree"-Tour am Donnerstagabend in der Mitsubishi Electric Halle. Von fast meditativer Stille bis hin zu kontrollierten Ausbrüchen und wildem Wahnsinn, bekamen die Fans ein tolles Programm geboten. Foto: Thomas Brill

Zum atmosphärischen Intro betrachtet das Publikum in fast meditativer Stille das noch menschenleere Bühnenbild im Schwarzlicht. Die kontemplative Stille, das unterschwellige Grauen nehmen an diesem Abend einen großen Platz ein.

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So war das konzert von Nick Cave and the Bad Seeds

Ganze sieben Songs spielt die Band vom aktuellen Album "Skeleton Tree", das Nick Cave als Antwort auf den Tod seines Sohnes geschrieben hat.

Mit den ersten gesungenen Zeilen, die er seinen Fans mehr eindringlich zuruft als singt, lässt der 60-Jährige mit den tiefschwarzen Haaren die Nacht entstehen. Er singt von Tieren, die sich in ihr Dunkel hüllen, „Blumen, die auf ihren nackten Knie fallen“, von einer skelettierten Welt. Das geht, wie Udo Lindenberg sagen würde, ganz tief rein. Auf vielen der 15.000 Arme wächst eine Gänsehaut.

Kontrollierte Ausbrüche und wilder Wahnsinn

Doch dazwischen ist auch viel Platz für kontrollierte Ausbrüche und wilden Wahnsinn. Die Steigerung, die zum Beispiel der "Higgs Boson Blues" oder "Jubilee Street" nehmen, kann man nur mit einem Vulkanausbruch vergleichen, Warren Ellis Gitarre fließt heiß und schwer wie Lava durch die ausverkaufte Mitsubishi Electric Halle. "From Her To Eternity" kommt danach einem Sturm gleich, auf der Videowand flattern schwarze Palmblätter im Wind.

Die Reaktion des Publikums auf Hits wie "The Mercy Seat" ist ähnlich erruptiv. Für die Fans sind Nick Cave and the Bad Seeds in diesen Glücksmomenten die beste Rockband der Welt. Und vielleicht sind sie das wirklich.

Einen ziemlich lang währenden Glücksmoment beschert Nick Cave zahlreichen Fans, als er sie im Zugabenblock wie aus einer spontanen Laune heraus auf die Bühne bittet. Es ist als brauche der Sänger und Pianist diese Meute, damit sie ihn zu den harten Ausbrüchen in „Stagger Lee“ treibt und mit ihm gemeinsam Trost spendet in „Push The Sky Away“. Ein Wunder wie die Bad Seeds ihren trotz aller Rock-Exzesse sehr exakten und detailreichen Sound hinbekommen während um sie herum ein Pulk Menschen tanzt.

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