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Fußball: Özbek-Brüder sind echte Straßenfußballer

CASTROP-RAUXELDie Özbeks sind eine klassische Fußballer-Familie. Früh zogen zwei von ihnen zu Hause aus, um Profis zu werden. Ein anderer ging zur Uni. Gemeinsame Urlaube sind für Sencer (32), Baris (30) und Ufuk (24) daher umso wichtiger. In der Serie "Familiensache" wird die fußballfreudige Familie mit Wurzeln in Castrop-Rauxel vorgestellt.

Özbek-Brüder sind echte Straßenfußballer
Seit Februar 2016 spielt Baris Özbek (weißes Trikot) für den MSV Duisburg, der gerade die Rückkehr in die 2. Bundesliga geschafft hat. Hier eine Szene auf dem DFB-Pokalspiel der vergangenen Saison gegen Union Berlin. Foto: Maja Hitij (dpa)

Die Fußball-Geschichte der drei Özbek-Brüder beginnt schon vor ihrer Zeit im Verein. Auf Schwerin, wo das Trio aufgewachsen ist, verkörperten sie genau das, was gemeinhin unter der Begriff Straßenfußballer bekannt ist. „Wir haben wirklich immer da gekickt, wo gerade Platz war“, erinnert sich Baris Özbek. Das war meist auf einer großen Wiese unweit der Cottenburgschule, wo damals noch der Asche-Sportplatz der Spvg Schwerin (Westhofenstraße) gelegen war.

„Am Wochenende ging es morgens los, sonst immer direkt nach der Schule“, ergänzt Sencer Özbek. Zehn bis 15 Kinder hätten durchschnittlich dort zusammengespielt. Nur dadurch unterbrochen, wenn jemand etwas zu essen oder zu trinken vorbeigebracht habe. „Wir waren wohl mit die letzte Generation, die noch so aufgewachsen. Leider ist das heute nicht mehr so wie früher“, sagt Sencer.

Wiederaufstieg geschafft

Das fußballerische Talent der drei war hingegen unverkennbar. Mit sechs Jahren schloss sich Baris der Spvg Schwerin an. Über den TuS Hordel ging es dann zu RW Essen, später sogar in die Türkei zu Galatasaray Istanbul. In der Vita des heute 30-Jährigen stehen unter anderem 16 Länderspiele für die U21-Nationalmannschaft des Deutschen Fußballbundes (DFB). Nun spielt er in der dritten Saison beim MSV Duisburg, mit dem er in der vergangenen Saison den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht hat.

„Die Meisterschaft in der 3. Liga war ein schönes Erlebnis“, erklärt Baris. Zu dieser Saison haben ihn Rückenprobleme etwas aus der Bahn geworfen. „Die Saison ist noch lang. Meine Chance wird noch kommen“, sagt er, „So ist das manchmal im Fußball.“

Ufuk Özbek, der jüngste der drei Fußball-Brüder, hat seine sportliche Heimat mittlerweile bei Kastamonuspor 1966 in der dritten türkischen Liga gefunden. Zuvor lief er für den FC Saarbrücken und die U23 von Borussia Dortmund auf. Ihn plagen derzeit Knieprobleme, wie sein Bruder Baris berichtet.

Einen anderen Weg hat Sencer Özbek eingeschlagen. Er studierte nach der Schule Bauingenieurwesen und später Jura. „Für ganz nach oben hätte es wohl nicht gereicht. Deshalb habe ich mich frühzeitig für die Schule entschieden“, sagt Sencer. Baris ist sich derweil sicher: „Er hätte es im Fußball auch geschafft.“

Für Sencer blieb der Sport aber lediglich sein Hobby. In der Jugend hat er auf Schwerin trotzdem überkreislich gespielt, zusätzlich A-Jugend-Landesliga in Lünen. Nach mehreren Stationen im Seniorenbereich, unter anderem beim SV Yeni Genclik, dem SV Wacker Obercastrop, dem VfB Waltrop und bei der SG Castrop, hat er sich mittlerweile den SF Habinghorst/Dingen in der Kreisliga B angeschlossen.

Bei der Stadtmeisterschaft

Was die drei Özbek-Brüder nun häufiger zusammenbringt, sind gemeinsame Urlaube. Sencer sagt: „Die waren schon immer extrem wichtig. Baris war mit 20 Jahren in Istanbul, der Kleine in Saarbrücken, und ich bin zum Studieren ausgezogen. Als Familie sind wir daher nicht so häufig zusammen gewesen.“ Zeit verbringen sie nun meist zwischen den Feiertagen und in der Sommerpause. So auch vor wenigen Wochen: Da urlaubten die Özbeks in Izmir und auf Zypern.

Etwas einfacher ist die Sache nun geworden, weil Baris in Duisburg nur wenige Kilometer entfernt von Castrop-Rauxel aktiv ist. So konnte er vor Wochenfrist auch das Stadtmeisterschafts-Spiel seines Bruders Sencer mit Habinghorst/Dingen gegen den FC Castrop-Rauxel als Zuschauer beobachten.

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