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Serie: "Yesterday": Schwerins Pokalspiel wegen Hitze abgebrochen

CASTROP-RAUXEL11. August 1992: Vor 25 Jahren waren die Fußballer der Spvg Schwerin letztmals im Westfalenpokal-Wettbewerb am Ball. Sie schieden damals als Landesligist gegen den Verbandsligisten STV Horst-Emscher aus. Dabei durften die Schweriner nicht die vollen 90 Minuten spielen.

Schwerins Pokalspiel wegen Hitze abgebrochen
In der Saison 1992/93 war Volker Krumtünger (l.) Trainer der damaligen Landesliga-Fußballer der Spvg Schwerin. Zwei Jahre zuvor wurde Toni Kotziampassis (r., mit Trainer Bernd Ochmann) als 17-Jähriger in der Senioren-Mannschaft der Spvg eingesetzt, die letztlich den Abstieg aus der Verbandsliga hinnehmen musste. Foto: Orwat/Bischof - Montage: Sauerland

Denn das Erstrunden-Duell mit den Gelsenkirchenern wurde vor Anpfiff der zweiten 45 Minuten beim Stand von 0:0 vom Schiedsrichter Uwe Szesny (Dortmund) abgebrochen. In einem Artikel am Freitag vor 25 Jahren titelten die Ruhr Nachrichten: „Abbruch bringt Schwerin um mögliche Früchte“.

Der Referee hatte die Begegnungen wegen der hohen Temperaturen auf dem Ascheplatz an der Westhofenstraße, damals Domizil der Spvg, nicht wieder angepfiffen. Die Entscheidung war wohl nachvollziehbar. Denn Gäste-Akteur Dirk Günther war am Spielfeldrand zusammengebrochen.

Krumtünger unzufrieden

Der damalige Schweriner Trainer Volker Krumtünger wird in dem Artikel mit den Worten zitiert: „Wir sind mit dem Abbruch nicht einverstanden, müssen ihn aber hinnehmen.“ In der Schlussphase der ersten Halbzeit hatte sein Team gute Torchancen zum möglichen 1:0.

Ergin Ersoy, damals Rückkehrer vom Kreisliga B-Meister Genclikspor Castrop-Rauxel, bereitete einige der Gelegenheiten vor. Der heute 46-Jährige erinnerte sich am Donnerstag an die Partie. Er sagte: „Ich weiß noch, dass in der Zeitung eine Spielszene mit mir abgedruckt war.“ Das stimmte. Ebenfalls richtig war Ersoys Erinnerung, dass sein Team anstatt in Trikot in weißen, dünnen T-Shirts das Duell bestritten habe. Weshalb seine Mannschaft wohl besser mit den Temperaturen zurechtkam.

Das Wiederholungsspiel gegen Horst-Emscher zehn Tage später verloren die Schweriner trotz der Tore von Olaf Lipperheide und Thomas Grenke mit 2:3 nach Verlängerung. Zudem sah Namik Kilic die Rote Karte (68.), als zwei seiner Teamkameraden Zeitstrafen absaßen. Im Ruhr Nachrichten-Text wurde dazu ausgeführt: „Daraufhin musste sich der Schiedsrichter von den Schweriner Fans wüste Beschimpfungen anhören.“

Das Pokalspiel markierte den Auftakt der Saison 1992/93, in der die Spvg nach dem Fall aus der Verbandsliga 1990/91 gar in die Bezirksliga abstieg. Die Schweriner konnten mit 18 Punkten auf der Habenseite in der Endabrechnung nur Schlusslicht FC Merkur Dortmund hinter sich lassen.

Ergin Ersoy berichtete am Donnerstag: „Von der einstigen Verbandsliga-Mannschaft war keiner mehr da. Da sich das neue Team aber untereinander nicht grün war, konnten die Spieler nicht ihre Bestleistung abrufen.“

Kotziampassis muss treffen

Diese Sätze klingen recht ernst. Ein wenig scherzhaft sagte Ersoy dann noch: „Wenn Toni Kotziampassis in dieser Saison so gut getroffen hätte wie nach seinem Wechsel zum VfB Waltrop im Jahr danach, wären wir nicht abgestiegen.“

Kotziampassis hat nach seiner Aussage nur noch sehr vage Erinnerungen an das Abstiegsjahr, benennt aber den Großteil der Akteure von damals noch als seine Freunde. Seiner Laufbahn habe die Etappe auf Schwerin mit Einsätzen als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft einen kräftigen Schub gegeben.

Anschließend ging es nach der Station Waltrop zu BW Post Recklinghausen, wo er auch beruflich unterstützt wurde. Der heute 44-Jährige sagte am Dienstag: „In der Mannschaft, die aus der Verbandsliga abgestiegen war, waren auch tolle Typen dabei, von denen ich viel lernen durfte.“ Aktuell ist Kotziampassis Trainer von RW Essen in der U17-Bundesliga und betreute auch schon den SuS Merklinde und Wacker Obercastrop. Als Spieler lief er noch für die Spvg Erkenschwick, Eintracht Nordhorn, Eintracht Rheine, den SV Sodingen, SW Essen und RW Essen auf. 

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