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Fußball: Bezirksliga: Nordkirchens Venneker: „Ich wurde abgesägt“

NORDKIRCHENNils Venneker (25) ist zurück beim Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen. Der Defensivspezialist, der bis 2013 schon einmal das Trikot des FC Nordkirchen trug und dann für vier Jahre für den Landesligisten SV Herbern spielte, spricht im Interview über seinen Ex-Verein, die Chancen mit Nordkirchen und seine Familie.

Nordkirchens Venneker: „Ich wurde abgesägt“
Nils Venneker (r.) will sich in Nordkirchen nicht stoppen lassen. Der Innenverteidiger, der vom Landesligisten SV Herbern zurück ans Schloss gewechselt ist, ist bekannt für seine gute Spieleröffnung. Foto: Reith

Sie sind der einzige Spieler des FC Nordkirchen, der den Sponsor auf der Brust trägt und noch einmal auf dem Rücken.
Wir haben echt überlegt, ihn nicht draufzumachen. Aber wenn da nur Nils steht, ist es auch irgendwie blöd.

Warum sind Sie vom SV Herbern nach Nordkirchen gewechselt?
Eigentlich habe ich schon fast gesagt, dass ich in Herbern bleibe. Aber dann kamen mehr und mehr Kumpels nach Nordkirchen: Fernando Manfredi, Daniel Eroglu, Marc Philipps und Joachim Mrowiec. Philipp Sandhowe war ja schon da. Wir sind ein Freundeskreis und die Jungs haben mich gemeinsam überredet. Hinterher war es sogar so, dass Joachim und ich gesagt haben: entweder machen wir es zusammen oder gar nicht. Dann stand es fest.

Schon Issam Jabers Vorgänger Peter Wongrowitz hätte Sie gerne in Nordkirchen gehabt. Wann sind erste ernsthafte Gespräche geführt worden?
Irgendwann im November schon, ob ich im Winter nicht schon kommen will. Das war für mich aber außer Frage. Und dann gab es dieses Theater da ...

Um das Probetraining?
Es war noch nicht mal ein Probetraining. Wir haben nach der Hinrunde locker mittrainiert. Erst im April habe ich mich aber entschieden.

Wurde nach dem Training beim FCN Tacheles mit Ihnen geredet?
Ja. Ich wurde als Kapitän abgesägt. Die anderen mussten einen Grillabend veranstalten. Aber die Vereinsführung hat es so gesehen, als wenn wir sofort alle abhauen. So war es ja nicht. Mir hat man angekreidet, dass ich mehrere Spieler mit nach Nordkirchen rüberholen möchte, was nicht stimmte. Es ist ja keiner vom SV Herbern mit rübergekommen.

Wollten Sie immer nach Nordkirchen zurückkehren?
Zwischenzeitlich hatte ich die Überlegung, immer in Herbern zu bleiben. Beruflich bedingt war ich in Herbern aber nicht mehr oft beim Training. Deshalb wollte ich eine Liga runter. Meine Familie war natürlich auch dafür, dass ich nach Nordkirchen wechsel. Meine Schwester ist ja auch nach Nordkirchen gewechselt, meine kleine Cousine spielt in Nordkirchen, mein Vater, mein Onkel Emil Schwick ist mein Co-Trainer und mein anderer Onkel ist Trainer in der Zweiten. (lacht)

Ist das Thema Herbern damit abgehakt?
Jedes Spiel, das ich kann, werde ich gucken. Es ist einfach ein geiler Verein. Das muss man sagen. Fußballerisch weiß ich nicht, ob ich noch einmal eine Liga höher spiele.

Was macht Herbern zu diesem „geilen Verein“?
Der Zusammenhalt, es ist alles top organisiert. Nebenbei gibt es Feierlichkeiten und Events

Ist das der Grund, warum Sie sich in Nordkirchen für den Gemeindecup stark gemacht haben?
Wir sind in Nordkirchen drei kleine Vereine: Capelle, Südkirchen und Nordkirchen. Warum macht man nicht alles zusammen und eine Sportstätte? So krebst jeder irgendwo rum und kriegt keine Jugend zusammen. Ein schönes Klubheim hat auch keiner. Vielleicht ist es ja in 10 bis 15 Jahren so, dass es so kommt. Bei der alten Garde gibt es da aber immer noch Konflikte.

Hat es Sie geärgert, dass es beim Reserveturnier des Gemeindecups einen Spielabbruch gab?
Unter den ersten Mannschaften kennt man sich. Mir war klar, dass da nie etwas passieren würde. Die zweiten Mannschaften kenne ich kaum. Ich habe es selbst nicht mitbekommen, sondern nur erzählt bekommen. Und das finde ich richtig schade, weil man die Vereine eigentlich zusammenführen will. Das ist eine richtig schlechte Außendarstellung. Aber ein paar Idioten gibt es leider immer.

Welche Zielsetzung haben Sie mit dem FCN?
Wir haben gute Fußballer dabei, aber unsere Zielsetzung sollte sein, erstmal die Klasse zu halten. Wir spielen noch nicht so gut zusammen. Wenn wir gegen schwächere Gegner spielen, fällt uns noch nicht viel ein. Die Einstellung muss sein, dass wir gegen den Abstieg spielen. Das erste Ziel sind 40 Punkte. Und am Ende können wir durchaus im oberen Mittelfeld landen. Aber ganz oben werden wir nicht mitspielen.

Das wird vielleicht nicht jedem, der das hört, gefallen.
Ist aber so. Daran muss man sich gewöhnen.

Welche Rolle wollen Sie in der Mannschaft und auf dem Platz übernehmen?
Auf dem Platz ganz klar als Innenverteidiger, aber auch als Motivator. Eine offizielle Rolle als Neuzugang ist aber immer komisch. Neue müssen sich erstmal integrieren und nicht sofort Entscheidungskraft haben. Neben dem Platz sollen das die machen, die schon seit Jahren da sind. Als Neuer ist das unangenehm.

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