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Reiten: Olympiasieger in Vinnum: Lars Nieberg: „Der Sport hat sich sehr verändert“

OLFENOlympiasieger Lars Nieberg hat am Samstag Platz zwei im S-Springen belegt. Im Interview spricht der 54-jährige, der zweimal Mannschaftsgold holte, am Rande des Turniers über seine Teilnahme bei den Reitertagen in Vinnum und darüber, wie sich der Reitsport über die vergangenen Jahre verändert hat.

Lars Nieberg: „Der Sport hat sich sehr verändert“
Mit Olivia la Sweet verpasste Lars Nieberg am Samstag knapp den Sieg im S-Springen. Foto: Reith

Was für Pferde haben Sie in Vinnum vorgestellt?
Ich habe einen grünen Neunjährigen mit, der etwas kurz gekommen ist, und ein routiniertes Pferd, Olivia la Sweet, die schon erfolgreich war, aber in letzter Zeit nicht so oft auf Turniere mitgekommen ist. Vinnum ist nicht weit von uns und deshalb habe ich schnell nachgemeldet. Damit die Turnierpause nicht zu lang ist, habe ich sie hier geritten.

Sie kennen die Anlage in Vinnum?
Ehrlich gesagt, nein. Ich bin erst seit vier Jahren im Raum Münster, aber vom Hörensagen wurde mir gesagt, dass die Bedingungen sehr gut sind. Und sie sind wirklich super. Warum soll ich das nicht ausnutzen?

Bilden Ihre Söhne Gerrit und Max für Sie aus – oder Sie inzwischen für Ihre Söhne?
(lacht) Mittlerweile ich mehr für meine Söhne. Wir haben einen Turnierstall und Ausbildungsstall und müssen auch mal ein Pferd verkaufen. Davon leben wir auch, aber die Zukunft gehört meinen Söhnen. Wenn sie nicht so passioniert wären, wäre ich nicht mehr so aktiv.

Muss man ein Gespür für gute Pferde haben?
Es schadet nicht. Es kann Geld sparen. (lacht)

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Reiten: Die Vinnumer Reitertage beim Reitverein Lützow 2017

Wie ist es, mit den Söhnen zusammen zu arbeiten: leicht oder doch kompliziert?
Überhaupt nicht kompliziert. Beide sind klar im Kopf, bodenständig und sind mit der Materie groß geworden. Sie wissen, was der Ernst des Lebens ist. Wir haben ein Superverhältnis und können sehr, sehr gut zusammenarbeiten.

Was bedeuten Ihnen die Olympischen Spiele?
Das sind Momente in einer Karriere, auf die man als junger Mann hinstrebt. Wenn man in die Richtung kommt, merkt man, wie unheimlich weit man noch davon weg ist. Und wenn man es geschafft hat und mit einer Medaille belohnt wird, ist es ein Supergefühl und der Höhepunkt für einen Sportler. Es schaffen prozentual nur sehr wenige. Wenn man dazugehört, ist es super.

Arbeiten Sie als Vater daran, die Söhne auch dahin zu bringen?
Am liebsten schon, aber der Sport hat sich sehr verändert in den letzten 10 bis 15 Jahren. Meine Söhne werden am Ende besser reiten als ich, aber ob sie die Erfolge haben? Das Top-Niveau ist breiter geworden. Das war zu meiner Zeit nicht so. Da sprachen wir von Drittländern, die uns erreicht haben. Die haben gelernt und sich Know-How gekauft.

Welche meinen Sie?
Ob das die arabischen oder südamerikanischen Länder sind – es kommen viele, die aufstrebend sind. Sie sind bereit, viel Geld auszugeben. Da können wir gar nicht mehr mithalten. Selbst wenn wir das Glück haben, ein junges Pferd weit gebracht zu haben, ist wahrscheinlich jemand da, der einem das Pferd wegkauft. Das ist das Problem. Ich sage meinen Söhnen, dass sie sich mehr als Dienstleister sehen müssen. Sie werden nicht jedes Pferd halten können.

Wie stehen Sie einer deutschen Olympiabewerbung gegenüber?
Das wäre super. Ich würde gucken kommen. Das ist Lars Nieberg

Das ist Lars Nieberg
Lars Nieberg ritt 1996 in Atlanta auf dem Sattel von For Pleasure und 2000 mit Esprit zu Mannschaftsgold. In der Einzelwertung verpasste er als Vierter 2000 knapp eine Medaille. Er war Mannschaftswelt- und -europameister sowie mehrfach Deutscher Meister. Foster heißt sein derzeit bestes Pferd. Auf Gut Berl ist er Gestütleiter und reitet für den RV St. Hubertus Wolbeck.

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