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Fußball: Die heimischen Trainer über den Fall Dembélé

AUS DER REGIONFußballer Ousmane Dembélé beherrscht die Schlagzeilen im Sport. Der 20-Jährige, der zum FC Barcelona wechseln will und deshalb nicht mehr beim Training des BVB erschienen ist, ist mittlerweile suspendiert. Doch wie würden die heimischen Trainer mit einem Quertreiber umgehen? Wir haben die Trainer gefragt: „Wenn ich jemanden in der Mannschaft hätte, der sich so verhält, ...“

Die heimischen Trainer über den Fall Dembélé
BVB-Spieler Ousmane Dembélé ist momentan bei seinem Verein suspendiert, da er nach seinem bisher unerfüllten Wechselwunsch zum FC Barcelona nicht mehr zum BVB-Training erschienen ist. Foto: Groeger

Deniz Sahin (Trainer SG Selm): „... dann würde ich versuchen, mit dem Spieler ein Gespräch zu führen, und hoffen, dass er den Fehler einsieht. Als Sanktion würde ich den Spieler die nächsten fünf Spiele aus dem Kader streichen.“

Florian Fricke (Co-Trainer FC Nordkirchen): „... dann würde ich mich im ersten Moment natürlich ärgern. Aber nach kurzer Zeit würde ich mir sagen: Okay, wir sind im Amateurbereich. Hier kann und will man niemanden zwingen, im Verein zu bleiben. Im Profibereich ist es deutlich komplizierter.“

Norbert Sander (Sportlicher Leiter SuS Olfen): „Er tut das, was vor ihm auch schon andere versucht haben: Druck auszuüben in einer unerträglichen Form, die nicht zu akzeptieren ist. Ich bin sicher, dass er von Beratern ferngesteuert ist. Ich hätte mich als BVB-Verantwortlicher genau so verhalten. Im Amateursport erleben wir ja auch leider Jahr für Jahr, dass Spieler ihr gegebenes Wort nicht halten.“

Hansi Schäfer (Trainer FC Nordkirchen II): „... dann wäre er nicht mehr ein Teil meiner Mannschaft!“

Sebastian Schimschewski (Trainer SC Capelle II): „... dann würde ich den Spieler auf der Tribüne versauern lassen. Man darf sich – auch unterklassig – nicht als Verantwortlicher erpressbar machen. Und da wir selten mit Marktwerten um 100 Millionen zu tun haben, wäre diese Entscheidung schnell und eindeutig zugunsten des Teamgefüges gefallen.“

Patrick Osmolski: „Das kannst du nicht vergleichen, weil es im Amateurfußball eine Wechselfrist gibt bis 30. Juni. Wenn jetzt ein Spieler von mir streikt, kann er nicht wechseln. Wie Borussia Dortmund das macht, finde ich sehr gut. Ihm ist die Meinung gesagt worden. Ich kann verstehen, dass er zu Barcelona möchte, aber das Verhalten wie ein bockiges Kind geht gar nicht. Ich hatte den Fall zum Glück noch nicht, aber wenn es so wäre, würden wir ihn auch suspendieren.“

Stephan Kriesinger (Trainer SV Südkirchen): „... dann würde ich ihn erstmal in die zweite Mannschaft schicken. Dort könnte er sich mit einer guten Leistung wieder empfehlen. Natürlich müsste er sich für sein Fehlverhalten bei der Mannschaft entschuldigen.“

Markus Kuhn (Damentrainer PSV Bork): „... dann würde ich hoffen, dass der Spieler gesperrt wird. Es ist eine Sauerei, was Dembélé macht. Vielleicht sollte die Uefa mal über eine Sperre für solche Spieler nachdenken. Der BVB macht es genau richtig. Der Verein sollte ihn erstmal ein halbes Jahr auf die Tribüne setzen. Wenn das Schule macht, wird bald jeder Spieler so zu einem neuen Verein kommen.“

Jürgen Behler (Trainer SV Südkirchen II): „… dann würde ich ihn im Amateur- und Breitensport sofort aus der Mannschaft schmeißen, da klar zu erkennen ist, dass er keine Lust mehr hat, Teil dieser Mannschaft zu sein. Im Profibereich würde ich ihn zu den Amateuren degradieren.“

Martin Ritz (Trainer SC Capelle): „Da sich der Spieler trotz laufenden Vertrages freistreiken möchte, würde ich ihn gehen lassen, ihn aber wie im Amateurbereich für einen Zeitraum sperren.“

Marco Logemann (Sportlicher Leiter GS Cappenberg): „… dann würde ich es nicht akzeptieren und mit Sanktionen reagieren. Es kann einem sehr sensiblen Gebilde im Mannschaftssport nicht gut tun. Es geht über das Ziel hinaus und geht in den Bereich des Druckausübens. Es gibt Rechte und Pflichten für beide Seiten und hier scheint es nur in eine Richtung zu gehen. Wenn man solch ein Verhalten toleriert, macht man sich angreifbar.

Mir fehlt ein Stück Respekt seitens des Spielers. Ich würde den Spieler Richtung zweite Mannschaft erstmal abschieben oder im Fanshop zur Mitarbeit verpflichten. So kann er live erleben, wie sein Verhalten bei den Fans ankommt. Ein Teil des Gehaltes wird durch die Fans bezahlt. Er vergisst wohl, von wem er bezahlt wird. Ich hoffe, dass der Verein dort hart bleibt, um zu zeigen, dass nichts größer als der Verein ist.“

Thorsten Kühler (Trainer PSV Bork II): „... dann würde ich ihn am liebsten bis zum Ende der Vertragslaufzeit auf die Tribüne setzen, um der gesamten Entwicklung Einhalt zu gebieten. Leider zwingen die wirtschaftlichen Aspekte jedoch die Vereine zum Einlenken. Die Explosion der Ablösesummen und  die Willkür der Vereinswechsel machen wenig Freude und mein Verständnis hält sich in Grenzen. Wenn es nur noch um Geld geht, ist der Fußball am Ende der Verlierer.“

Jochen Glischinski (Sportlicher Leiter PSV Bork): „…dann wäre ich nicht verwundert! Es dreht sich alles nur noch ums Geld. Ein Spieler, der sich dermaßen unsportlich verhält, gehört für ein Jahr gesperrt. Hier wird über 100 Millionen gesprochen und in Afrika verhungern Kinder.  Dembélé hat einen Vertrag zu erfüllen. Wird er vertragsbrüchig, muss er mit einer Sperre belegt werden.

Was zählt noch ein Handschlag oder ein Vertrag? Das Problem ist doch auch, dass wir bei den prominenten Spielern kaum noch gute Beispiele haben. Wenn du eine gute Mannschaft geformt hast und Erfolg hast, bekommen das alle mit und machen dir deine Arbeit kaputt. Das ist in der Kreisliga genauso wie ganz oben.“

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