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Fußball: Juniorkicker auf den Spuren von Manuel Neuer

WERNEBei der Fußball-WM 2014 war Manuel Neuer der sichere Rückhalt des deutschen Teams. Gespannt vor dem Fernseher verfolgte der Werner Max von Bohlen die Partien – sein Fußballinteresse war geweckt, Manuel Neuer wurde zum Vorbild auserkoren. Er schloss sich GS Cappenberg an, dann folgte 2016 der Wechsel zum VfB Waltrop. Seit Juni ist der 11-Jährige nun Spieler in der U12-Mannschaft des Bundesligisten FC Schalke 04.

Juniorkicker auf den Spuren von Manuel Neuer
Max von Bohlen versucht im Testspiel gegen den TSC Eintracht Dortmund einen Schuss zu parieren. Sein Trainer Fehmi Özdemir lobt von Bohlens Präsenz auf dem Platz sowie die Beidfüßigkeit und Technik des 11-jährigen Nachwuchskeepers der U12 des FC Schalke 04. Foto: Marcel Witte

Nur drei Jahre nach dem Beginn seiner Fußballkarriere spielt Max von Bohlen im Schatten der Veltins-Arena. Dort, wo einst sein großes Idol ausgebildet wurde.

Im zarten Alter von vier Jahren trat ein junger, blonder Bursche namens Manuel Neuer dem FC Schalke 04 bei. Er durchlief sämtliche Jugendteams, wurde Stammtorwart in der Bundesliga-Elf und wechselte im Jahr 2011 zum FC Bayern München. Sechs Jahre später steht nun der blonde Max von Bohlen im Tor der Schalker U12, in der einst auch Neuer spielte. Ein Vergleich zwischen beiden verbietet sich, allerdings hat von Bohlen den Nationalkeeper als sein Vorbild auserkoren. „Er springt auch zu den Bällen, die eigentlich unmöglich zu halten sind“, sagt Max von Bohlen. Seine Augen strahlen, wenn er vom heute 31-jährigen Manuel Neuer spricht.

Gleiche Förderung für alle Torhüter

Im Tor auf dem Kunstrasenplatz neben der Schalker Geschäftsstelle eifert er seinem großen Idol nach. Die eigenen Mitspieler anweisen, ganz wie die Profis – das beherrscht auch von Bohlen mit elf Jahren schon: „immer dran sein“, „nach vorne“, „weiter so“ schallen seine Rufe während der Partie gegen den TSC Eintracht Dortmund Mitte der vergangenen Woche übers Feld. Max von Bohlen steht insgesamt etwa die Hälfte der Spielzeit (2x 35 Minuten) im Kasten und lässt keinen Ball durch. Selbst per Elfmeter konnten die Dortmunder den Werner Nachwuchsspieler nicht überwinden: Lattenschuss. Schalke gewinnt am Ende mit 5:2.

Von Bohlen wurde während der Partie nach etwa 20 Minuten eingewechselt und in der 55 Minute wieder ausgewechselt. Eine logische Konsequenz sagt der Trainer der U12, Fehmi Özdemir: „Wir setzen auf die Ausbildung der Torhüter, es gibt keinen Stammkeeper in der U12. Im Kader stehen drei Torhüter, die alle gleichermaßen gefördert werden sollen.“ Somit bekommen auch alle Keeper bei den Partien ihre Spielzeit. Wann welcher Torhüter im Kasten steht, das entscheiden übrigens die Spieler selbst – mithilfe einer Rotation. „Auf die Idee sind sie selbst gekommen und haben das mittlerweile sehr gut im Auge“, so Coach Özdemir, der die DFB-Elite-Jugend-Lizenz innehat.

Spezielles Training

Max von Bohlen hat sich auf Schalke schnell eingefunden. Dabei war der Sprung ein großer. Angefangen in der F-Jugend (U8/U9) bei GS Cappenberg, ging es zwei Jahre später als E-Jugendlicher (U10/U11) zum VfB Waltrop. Nur drei Jahre nachdem von Bohlen mit dem Fußball begann, folgte der Wechsel zum FC Schalke 04. „Es ist alles viel größer hier“, sagt er stolz. Nicht nur die Anlage ist größer, auch das Fußballspielen hat sich etwas verändert. Doch einen großen Unterschied zum Training bei einem Kreisligisten gibt es laut Trainer Fehmi Özdemir nicht: „Allerdings können wir die Spieler mehr fordern, da eine andere Spielqualität vorhanden ist“, so der Coach. Zudem sei das Spielverständnis etwas reifer.

Die Torhüter bekommen zweimal die Woche ein spezielles Torwarttraining mit Trainer Marco Schröder. „Die Torwart-Technik sowie die Ballkontrolle stehen dabei im Fokus“, erklärt Fehmi Özdemir. Das moderne Torwartspiel eben. Das hilft dem Nachwuchskeeper aus Werne auch in den Spielen. „Das Spiel ist hier deutlich schneller, man wird schneller angelaufen“, so Max von Bohlen. Schließlich trifft er künftig beim U12-Nachwuchscup, wie die D-Junioren-Regionalliga-West offiziell genannt wird, auf die Talente anderer Bundesliga-Klubs wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach.

Schalker von Geburt an

Für den 11-Jährigen ging mit dem Wechsel auf Schalke in gewisser Hinsicht ein Traum in Erfüllung, denn von seiner Geburt an ist er Mitglied bei den „Knappen“. Doch das Interesse für den Fußball kam erst so richtig während der Weltmeisterschaft 2014 auf. Zuvor lagen die Prioritäten beim Tennis und beim Hockey. Dann erst folgte der Wechsel zum Fußball. In Waltrop wurden die Schalker auf ihn aufmerksam, weil der VfB zu den sechs Vereinen zählt, mit denen Schalke 04 eine Kooperationsvereinbarung ausgehandelt hat. Im Rahmen dieser sollen Talente früh erkannt und gefördert werden. So wie eben bei Max von Bohlen. Nach den Osterferien durfte der 11-Jährige erstmals bei den Schalkern reinschnuppern, seit Mitte Juni gehört er nun schon fest zum U12-Team des Bundesligisten.

Apropos Bundesliga: Die Profis hat er natürlich auch schon zu Gesicht bekommen, denn die Wege auf dem Vereinsgelände kreuzen sich vor und nach den Trainingseinheiten. „Ich habe ein Foto mit Yevhen Konoplyanka, Nabil Bentaleb und Amine Harit gemacht“, freut sich Max von Bohlen. Doch ein Spieler, der laut Coach Fehmi Özdemir quasi ein Muss ist, der fehlt noch: Schalkes Stammkeeper Ralf Fährmann. „Das Foto kriege ich bestimmt auch noch“, sagt von Bohlen. Der Kontakt zu den Profis ist aber da. U21-Europameister Thilo Kehrer gab dem Nachwuchsspieler sogar bereits zwei Worte mit auf den Weg: „Gib Gas!“

Schule, Essen, Training, Hausaufgaben

Anreize und Lob bekommt von Bohlen aber natürlich nicht nur von den Profis, sondern auch von Fehmi Özdemir. Der Lizenztrainer beschreibt von Bohlens Stärken wie folgt: „Max hat eine klasse Präsenz, ist beidfüßig und mit seiner Technik schon sehr weit. Aber er braucht natürlich wie alle anderen Spieler auch die nötige Zeit, um sich noch weiter zu entwickeln. Es ist noch ein weiter Weg.“ Und die angesprochene Entwicklung soll noch lange nicht am Ende sein.

Zunächst gilt es aber, Fußball und Schule unter einen Hut zu bekommen. Der Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums in Werne muss nämlich nun vier Mal pro Woche zum Training, dazu kommen noch die Spiele am Wochenende. Max von Bohlens Alltag besteht mit dem Schulstart in dieser Woche hauptsächlich aus vier Dingen: Schule, Essen, Training und Hausaufgaben.

Doch das stört den 11-Jährigen nicht. Er blickt nach vorne und dieser Blick führt in Richtung Veltins-Arena, in deren Schatten die Schalker Nachwuchstalente auf dem Vereinsgelände trainieren und auch spielen. Als Zuschauer war er hier schon öfters. „In der vergangenen Saison war ich beim Derby gegen Dortmund und gegen Wolfsburg in der Arena“, sagt Max von Bohlen. Weitere Besuche sollen dazu kommen. Wer weiß, vielleicht steht der Nachwuchskeeper aus Werne auch in ein paar Jahren noch in der Veltins-Arena – dann aber nicht neben sondern auf dem Rasen.

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