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Fußball: Kreisliga A: Die „Bomber der Region“ im Interview

WERNEZwei A-Ligen bietet der Fußballkreis Unna/Hamm auf Kreisebene. Im Interview sprechen die „Bomber der Region“ Joel Grodowski und Erkan Baslarli darüber, was einen richtig guten Kreisliga-Torjäger ausmacht, ob man das Toreschießen lernen kann und inwieweit Vollblut-Stürmer Mitleid mit dem gegnerischen Torwart haben können.

Die „Bomber der Region“ im Interview
Erkan Baslarli (l.) und Joel Grodowski (vorne rechts) sind die Torschützenkönige in ihren Ligen. Foto: Felgenträger

In allen 21 bisherigen Spielen stand Joel Grodowski in der zweiten Kreisliga-Staffel für den PSV Bork auf dem Platz, erzielte dabei bislang 36 Tore. In Staffel eins führt der 26-jährige Erkan Baslarli von Eintracht Werne derzeit die Torjägerliste mit 33 Toren nach 21 Spieltagen an. Eine Partie hat Baslarli verpasst.

Hat man als Torjäger eigentlich Mitleid, wenn der gegnerische Torwart den x-ten Ball aus dem Netz holen muss?
Baslarli: Ich habe kein Mitleid. Gegen Stockum haben wir 10:1 gewonnen. Da war ich beim 9:1 immer noch geil drauf, auch noch das zehnte Tor zu machen.
Grodowski: Das ist Fußball. Wenn der Torwart Mitleid will, muss er sich einen anderen Sport suchen. Golfen vielleicht.

Was macht einen guten Kreisliga-Stürmer aus?
Grodowski: Du triffst auf kleine und große Verteidiger, demnach gibt aus auch nicht den typischen Kreisliga-Stürmer. Du musst technisch begabt und schnell sein.
Baslarli: In der Kreisliga zu treffen, ist nicht so schwer, wenn du gute Mitspieler hast. Erst ab Landesliga wird es schwierig. 

Wenn Sie sich mit einem Profi-Stürmer vergleichen müssten: Wem kämen Sie in ihrem Spielstil am nächsten?
Grodowski: In Sachen Schnelligkeit blicke ich zu Pierre-Emerick Aubameyang auf. Was das Ballhalten angeht, führt kein Weg an Robert Lewandowski vorbei. Nicht ganz meine Position, aber was Ousmane Dembélé für eine Körperbeherrschung hat, ist auch Wahnsinn.
Baslarli: Das ist natürlich ein ganz anderes Niveau, aber Zlatan Ibrahimovic verfolge ich genau. Als Fenerbahçe-Fan beobachte ich auch Robin van Persie, aber bei dem läuft es gerade nicht.

Wenn es bei Ihnen nicht läuft: Was machen Sie bei Ladehemmung?
Baslarli: Die habe ich normalerweise nicht. Ich denke, man darf sich psychisch keinen Druck machen und muss weiter arbeiten.
Grodowski: Mehr als zwei, drei Spiele bin ich noch nicht ohne Tor geblieben. Wenn es mal nicht läuft, dann versuche ich, umso mehr für das Team zu arbeiten und will zumindest den Mitspielern ein Tor auflegen.

Lässt sich das Toreschießen lernen, oder muss man ein Instinktfußballer sein?
Baslarli: Ab einem bestimmten Alter lernst du das nicht mehr. Ohne die nötige Fitness triffst du aber auch in der Kreisliga nichts.
Grodowski: Ich glaube, man hat es im Blut oder eben nicht. Im Training treffen viele Spieler, aber im Spiel dann plötzlich nicht. Entweder man hat den Riecher oder man ist eben der Chancentod.

Welches Tor aus der bisherigen Saison ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Baslarli: Gegen die I.G. Bönen habe ich per Lupfer aus 13 Metern getroffen. Das hatte Qualität.
Grodowski: Gegen Königsborn habe ich bei einem 0:1-Rückstand kurz vor der Halbzeit einen Ball per Fallrückzieher zum 1:1 in den Knick gesetzt und wir haben das Spiel noch gewonnen. Das war schon geil.

Wie sehen denn typische Tore von Erkan Baslarli und Joel Grodowski aus?
Baslarli: Ich lasse mich gerne fallen, versuche dadurch überall zum Abschluss zu kommen, treffe aus der Distanz und auch mit Freistößen. Ich gehe auch gerne ins Eins-gegenEins und dann überlupfe ich den Torwart.
Grodowski: Ich lupfe auch gerne – schon seit der Jugend. Und ich höre oft, dass ich wieder mal ein unmögliches Ding gemacht hätte.

Wo sehen Sie ihre Stärken und Schwächen?
Grodowski: Ich bin schnell, beidfüßig und sicher im Dribbling. An meinen Kopfbällen habe ich gearbeitet. Körperlich kann ich sicher noch zulegen, aber ich bin auch kein Spargeltarzan mehr. Da arbeite ich weiter dran.
Baslarli: Im direkten Duell mit einem Gegner gehe ich zu 90 Prozent mit Ball vorbei. Das hat mit meiner Jugend zu tun. Ich habe immer mindestens Westfalenliga gespielt. Da habe ich viel darüber gelernt, wie man sich im Zweikampf verhalten und den Ball abschirmen muss. Kopfbälle sind indes nicht meine Stärke.

Welche Übungen im Training hasst ein Stürmer?
Baslarli: Laufen – wie jeder Fußballer. Aber es gehört eben dazu.
Grodowksi: Mein Vater ist ja auch mein Trainer in Bork. Bei ihm steht Kondition im Vordergrund. Auch unter der Saison laufen wir viel, um über 90 Minuten immer Gas geben zu können. Viele Spieler haben da keinen Bock drauf, aber: Wer im Seniorenbereich noch Passübungen braucht, der lernt das Passen auch nicht mehr. Es geht nur noch um Kondition und Taktik.

Die zweite Hälfte des Interviews lesen Sie auf der nächsten Seite.

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