Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

: Juncker: Türkei wird Flüchtlingspakt nicht kündigen

Brüssel/Berlin (dpa)EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hält die Drohungen der Türkei mit einem Ende des EU-Flüchtlingspakts für unglaubwürdig. "Die Türkei wird dieses Abkommen nicht aufkündigen", sagte Juncker der "Bild am Sonntag": "Ich bin diesen Drohungen entwachsen."

Juncker: Türkei wird Flüchtlingspakt nicht kündigen
Jean-Claude Juncker glaubt nicht an eine Aufkündigung des Flüchtlingspakts: "Ich bin diesen Drohungen entwachsen." Foto: Virginia Mayo

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und andere türkische Politiker hatten zuletzt aus Ärger über die EU gedroht, die vor einem Jahr geschlossene Vereinbarung platzen zu lassen. Juncker betonte indes: "Es ist nicht im Interesse der Türkei, dass vor der türkischen Küste Schmugglergangs und Banditen das Heft des Handelns in die Hand bekommen."

Trotz aller Krisen gibt Kommissionspräsident Juncker der Europäischen Union noch mindestens weitere 60 Jahre. "Die EU wird dann sicher mehr als 30 Mitglieder haben", sagte Juncker der "Bild am Sonntag" vor dem 60. Jubiläum der Römischen Verträge kommende Woche.

Nach Großbritannien werde kein Land mehr die EU verlassen, weil die Nachteile sichtbar würden. "Im Gegenteil: Die übrigen Mitgliedsstaaten werden sich darüber neu in einander verlieben und das Eheversprechen mit der Europäischen Union erneuern."

Auch die EU-feindliche französische Rechtspopulistin Marine Le Pen werde der Gemeinschaft nichts anhaben, meinte Juncker. "Selbst wenn sie Präsidentin würde, wäre das nicht das Ende des europäischen Projekts. Aber es stünde uns Ungemach ins Haus."

Juncker zeigte Verständnis für jene, die mit dem Zustand der EU unzufrieden seien. "Europa macht vieles richtig, aber auch manches falsch", sagte er. "Ich appelliere an alle überzeugten Europäer, sich endlich auch in Bewegung zu setzen. Wenn sie auf dem Sofa sitzen bleiben, während die Rechtspopulisten rennen, werden diese immer Vorsprung haben."

Zur Startseite >

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG