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Fragen und Antworten: Warum 25 Orte in NRW als gefährlich gelten

NRWDreizehn Orte in Köln, sechs im Kreis Recklinghausen, zwei in Essen und jeweils einer in Dortmund, Wuppertal, Hagen und im Kreis Borken. Insgesamt sind es 25 Orte, die die Polizei in NRW als "gefährlich" oder "verrufen" angibt. Doch wo sind diese Orte genau und wieso gelten sie überhaupt als gefährlich?

Warum 25 Orte in NRW als gefährlich gelten
Der erweiterte Nordstadtbereich zählt in Dortmund zu den Orten, die als "gefährlich" eingestuft werden. Es bedeutet, dass dort einfacher Personenkontrollen durchgeführt werden können. Foto: Peter Bandermann

Wann gilt ein Ort als "gefährlicher Ort"?

"Gefährliche Orte heißt nicht, dass man dort nicht mehr hingehen kann", erklärt Andreas Wilming-Weber von der Polizei in Recklinghausen. Was als "gefährlicher Ort" gelten kann, wird durch den Paragraph 12 des Polizeigesetzes in NRW abgeleitet. Dort geht es um Orte, bei denen es berechtigte Hinweise darauf gibt, dass sich dort Personen aufhalten, die "erhebliche Straftaten"  begehen oder planen; oder Personen, die gegen das Aufenthaltsrecht verstoßen. Oder aber, dass sich dort gesuchte Straftäter verstecken.


Was bedeutet das für die Polizei?

Die Polizei kann dort leichter Personenkontrollen durchführen. Das heißt, sie kann Personen befragen und Ausweispapiere verlangen und Personen auch festhalten, wenn ihre Identität sich nur mit erheblichen Schwierigkeiten feststellen lässt. Wäre der Ort nicht als "gefährlicher Ort" eingestuft, könnte sie nur eingreifen, wenn jemand zum Beispiel Zeuge eines Diebstahls wird und nicht nur, wenn es einen konkreten Verdacht gibt. Darüber hinaus kann die Polizei auch weiterführende Maßnahmen wie Razzien, Aufenthaltsverbote oder Videoüberwachung anordnen.


Wo sind solche Orte in NRW?

In der Auflistung des  NRW-Innenministeriums sind insgesamt 25 Orte in NRW als "gefährlich" aufgelistet. Diese Zahlen stammen aus einer Abfrage aus dem März diesen Jahres. Insgesamt hatten sieben Kreispolizeibehörden in NRW ihre Daten übermittelt. In der Region zählt zum Beispiel der "erweiterte Nordstadtbereich" in Dortmund, als gefährlicher Ort. Im Kreis Borken ist die Kneipenstraße in Gronau entsprechend gelistet. Im Kreis Recklinghausen sind sogar sechs Objekte als gefährlich eingestuft. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um öffentlich zugängliche Räume, sondern Wohnkomplexe in Bottrop, Marl, und Recklinghausen. Ebenfalls aufgeführt werden 13 Orte in Köln, zwei Orte in Essen und ein Ort in Hagen. 


Wieso wurden diese Orte von der Polizei überhaupt als "gefährlich" eingestuft? 

In der Gronauer Kneipenstraße sei es "immer mal wieder zu Straftaten und immer mal wieder zu einer Zusammenrottung von Gruppen gekommen", erklärt Frank Rentmeister von der Polizei Borken. Man habe dann dort Kontrollen durchgeführt und Platzverweise ausgesprochen. "Dort hat sich die Lage aber inzwischen beruhigt", so Rentmeister. 

"Für uns ist es eine konsequente Basis um gegen Straftäter vorgehen zu können", so Nina Vogt von der Dortmunder Polizei. Im Innenstadtbereich komme es nun mal gehäuft zu Vorfällen wie Taschen- oder Ladendiebstahl oder Auseinandersetzungen zwischen Betrunkenen, einfach dadurch, dass viele Menschen aufeinander treffen.

Auch Andreas Wilming-Weber sieht die Etikettierung als "gefährlicher Ort" nicht als Stigmatisierung, sondern als Präventivmaßnahme. "Wir haben uns entschieden, mögliche Straftaten frühzeitig im Keim zu ersticken und ein Signal zu setzen ", sagt der Polizeisprecher. Bei den im Kreis Recklinghausen angegebenen Wohnkomplexen seien bundesweit relevante Straftaten mit dortigen Adressen in Verbindung gebracht worden, ohne, dass die Namen zu den dort gemeldeten Personen gepasst hätten. Die Einstufung als "gefährlicher Ort" sei allerdings eine Momentaufnahme, da die Kontrolle nur einmalig stattgefunden habe. Auch das Innenministerium weist darauf hin, dass viele der Orte "ausschließlich zu bestimmten Tagen oder Zeiten" entsprechend eingestuft worden sind.

 

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