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Mit Veranstaltungstipps: Cranger Kirmes: Mehr Geld für Sicherheit

NRWAb Donnerstag startet in Herne die Cranger Kirmes, eines der größten Volksfeste in Deutschland. Doch worin liegt eigentlich die Faszination für solche Veranstaltungen und verändert sich das in Zeiten von Terrorgefahr? Wir haben Experten gefragt.

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  • Cranger Kirmes: Mehr Geld für Sicherheit
    Millionen Besucher werden auch in diesem Jahr auf der Kirmes erwartet. Foto: dpa

Mehrere Millionen Besucher und rund 500 Schausteller tummeln sich jedes Jahr auf der Cranger Kirmes in Herne. Sie gehört damit zu den größten Volksfesten Deutschlands und muss sich über Besuchermangel keine Gedanken machen. Generell lässt sich in den vergangenen Jahren ein Trend beobachten - während große Feste und Weihnachtsmärkte mehr Umsätze machen und mehr Besucher anziehen - verschwinden kleinere und mittlere Volksfeste von der Bildfläche. 

Das sind die größten Volksfeste Deutschlands:
Oktoberfest (München) - 5,6 Millionen
Cannstadter Vasen (Stuttgart) - 4 Mio.
Freimarkt (Bremen) - 3,8 Mio.
Cranger Kirmes (Herne) - 3,6 Mio.
Rheinkirmes (Düsseldorf) - 3,5 Mio.

Ihre Zahl ist laut einer Studie des Deutschen Schaustellerverbundes aus dem Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2000 um ein Drittel geschrumpft, während gerade bei Großveranstaltungen die Besucherzahlen zunehmen. Die Rheinkirmes in Düsseldorf konnte zum Beispiel 2017 das Vorjahresniveau von 3,5 Millionen Besuchern noch einmal toppen. "Viele Menschen denken sich, wenn schon Kirmes, dann Großkirmes", sagt Albert Ritter, der Präsident des Deutschen Schaustellerverbundes. Wenn alles stimme, dann führen die Menschen auch mal 200 Kilometer zur nächsten Kirmes, sagt er.

Auszeit vom Alltag

Grundsätzlich ist die Faszination zum Volksfest aber eine, die sich seit Jahrhunderten nicht geändert hat: "Volksfeste erlauben den Menschen eine Auszeit vom Alltag, für einen kurzen Moment sind die kleinen Sorgen des Alltags und die großen Sorgen des Lebens vergessen", sagt der Soziologe Sascha Szabo, der schon mehrere Bücher über die Faszination Volksfest und Kirmes geschrieben hat. Auch Albert Ritter ist sich sicher: „Solange die Leute auf menschliches Zusammensein Wert legen, wird die Kirmes nicht aussterben.“ 

Zusammenhalt. Sorgen vergessen. Stichworte, die gerade in Zeiten von Terrorgefahren wichtig sind. Veranstalter müssen ihr Sicherheitskonzept jedenfalls jedes Jahr aufs Neue gründlich überarbeiten und auch auf die jeweiligen Vorgaben der Kommune anpassen. Die Kosten für Sicherheitsdienste, Absperrungen und andere Maßnahmen liegen für die Cranger Kirmes in diesem Jahr im sechsstelligen Bereich und sind somit laut Sabine Marek, der Sicherheitsbeauftragen der Kirmes, leicht gestiegen. Erstmals plant die Polizei dort eine mobile Video-Überwachung. Dafür soll eine Kamera auf dem Dach eines Einsatzfahrzeuges installiert werden, dass sich dann je nach Bedarf auf dem Kirmesgelände bewegen kann. 

"Das erwarten die Besucher schon"

Erneut gebe es Taschen- und Personenkontrollen. „Das wird von den Kirmesbesuchern sogar schon fast erwartet. Es erhöht ihr Sicherheitsgefühl“, sagt Uwe Hillen, der Leiter der Cranger Kirmeswache. Neben jener Kirmeswache wird es auch drei Standorte für die Feuerwehr geben, fest installierte Betonpoller und Wachpersonal sorgen zusätzlich für Sicherheit rund um die Kirmes. „Wir arbeiten besonders eng mit der Polizei zusammen, damit sich jeder Besucher sicher fühlen kann“, sagt Marek. 

Keine Alternative sei es gewesen, den Kirmesplatz einzuzäunen: „Volksfeste leben schließlich von ihrer öffentlichen Zugänglichkeit – auch das Thema Fluchtwege spielt hier eine Rolle“, so Marek.

Ort der Integration

Soziologe Szabo vermutet, dass die Zunahme von Gefahren dazu führen wird, dass das Bedürfnis nach Gegenveranstaltungen zunimmt.  "Bei den Besuchern wird es beides geben. Besucher, die aus Sorge fernbleiben und Besucher, die trotzig ihr Recht auf Vergnügen ausleben", so Szabo.

Zahlen dazu, ob sich Besucher eher von Kirmessen und Märkten fernhalten - oder erst recht hingehen, gibt es allerdings nicht. Der Schaustellerverbund wertet gerade Zahlen für das Jahr 2016 aus. Schausteller-Präsident Ritter warnt aber vor unnötiger Panik: "Wenn es die Lage verlangt, reagiert der Veranstalter", sagt er. Wer auf die Kirmes gehe, setze ein Zeichen gegen die Ziele von Terroristen. Und er fügt hinzu: "Die Kirmes ist der Ort der Integration schlechthin."
 

Das sind unsere Tipps für die Cranger Kirmes:

Bei der Eröffnung ist auch ein Double der Queen dabei.

Bei der Eröffnung ist auch ein Double der Queen dabei. Denn das Motto ist: We are amused. Foto: Stadtmarketing Crange

  • Eröffnung: Zwar ist am 3. August bereits die Eröffnungsparty – die hochoffizielle Eröffnung des größten Volksfestes in NRW  ist aber erst am 4. August um 14 Uhr im neuen Festzelt „Glück auf Crange“.  Der Fassanstich durch den Oberbürgermeister läutet das Volksfest ein.  Besungen wird die Eröffnungsfeier von Thomas Anders. Der „Modern Talking“-Star hat sein neues Album im Gepäck. Übrigens: Ab 22.30 Uhr steht das Eröffnungsfeuerwerk über dem Rhein-Herne-Kanal an.

  • Musik: Was die Auswahl angeht, setzen die Veranstalter auf einen bunten Mix. Am 7. August steht zum Beispiel der Country-Abend an (17 Uhr, Biergarten „Zum Ritter“), am selben Tag startet ab 18 Uhr außerdem der Oldie-Abend in der Eventgastronomie Traber – allerdings ausschließlich für die Ü30-Generation. Der „Schlagerherz“-Abend beginnt am 9. August um 19 Uhr im Festzelt „Glück auf Crange“. Mit dabei: Stars wie Nino de Angelo, Jörg Bausch und Anna-Maria Zimmermann. 

  • Für Familien: Kirmesmittwoch (9. August) – das heißt: Familientag. Die Schausteller reduzieren ihre Preise, außerdem bieten sie besondere Familientagsangebote, wie es im Programm der Cranger Kirmes heißt. Wichtig: Die sogenannten Crangepässe sind an diesem Tag nicht gültig. Schon am Tag zuvor, am 8., findet ab 14.30 Uhr ein Kindernachmittag im Festzelt „Glück auf Crange“. Zwar sind einige Kinder von Herner Grundschulen offiziell vom Bürgermeister eingeladen worden – auch andere Kinder sind aber willkommen.
     
  • Show: Eine neue NRW-Kirmeskönigin soll beim Showabend am 9. August ab 17 Uhr (Biergarten „Zum Ritter“) gewählt werden. Dazu: unter anderem eine Rock’n’Roll-Revue, ein Solo-Saxophonist und Party-Programm. Die „4. Cranger Kirmes Oldtimer Parade“ startet am 12. August um 12 Uhr – Start- und Zielpunkt ist die Kreuzung Dorstener Straße/Heerstraße. Die Parade dauert rund zwei Stunden. Vertreten sind in der Parade Oldtimer rund um das Thema Kirmes.
     
  • Abschluss: Noch einmal wird’s laut: Am 13. August – nach zehn Kirmes-Tagen – endet die 582. Cranger Kirmes mit einem Abschlussfeuerwerk um 22.30 Uhr.
Mehr Infos:
Das ganze Programm und alle Infos zur Cranger Kirmes finden Sie hier.

 

 

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