Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Multimedia-Überlick: Das wurde aus den alten Karstadt- und Hertie-Häusern

NRWVom begehrten Konsum-Tempel zum verwaisten Beton-Klotz: Die mächtigen Warenhäuser, die Karstadt und Hertie aufgegeben haben, sind vielerorts in der Region zum Sorgenkind und Schandfleck geworden. Manche Städte scheinen die Wende geschafft zu haben, andere noch nicht. Wir zeigen, was sich wo getan hat.

1/3
  • Das wurde aus den alten Karstadt- und Hertie-Häusern
    Beispiel für einen gelungenen und aufwendigen Umbau: Das neue Hertie-Haus in Lünen mit großem Lichthof. Foto: Goldstein

Ulrich Roland ist Bürgermeister der Stadt Gladbeck. Und weil der SPD-Mann das schon seit 2004 ist, hat er den Verfall von Anbeginn an verfolgen können. Er sieht ihn jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit. Denn in Gladbeck, im nördlichen Ruhrgebiet, liegt das Rathaus dem alten Hertie-Warenhaus direkt gegenüber. 2009 hat die Warenhaus-Kette alle ihre Standorte geschlossen. Kurzzeitig gab es in Gladbeck Zwischenmieter, seit 2012 aber steht das Haus leer, genauso wie das angrenzende Parkhaus. Es steht leer und verfällt.

Und plötzlich ist da eine leere Riesen-Immobilie

Gut 50 Filialen hat Hertie im Jahr 2009 bundesweit aufgegeben. Der erste Schock traf die Mitarbeiter - und das mit voller Wucht: Rund 2600 Angestellte verloren auf einen Schlag ihren Job.

Der zweite Schock kam langsamer, wirkte aber nachhaltiger und umfassender: Was bloß sollte man tun mit den riesigen alten Warenhäusern? Die Frage trieb und treibt nicht nur Ulrich Roland in Gladbeck, sondern auch seine Kollegen in Städten wie Herne und Lünen um. Teils seit vielen Jahren. Als nach Hertie auch der Warenhaus-Riese Karstadt einige Häuser schloss, hatten noch mehr Städte der Region plötzlich eine sehr große und sehr leere Immobilie mitten in der Innenstadt stehen.

Eine Immobilie, die keinerlei Kunden mehr in die City lockt - und die restliche Innenstadt unter Druck setze, wie Ralf Beckmann vom Planungsbüro Stadt & Handel sagt. "Vor allem Stadtteilzentren und kleinere Städte wie Gladbeck haben dabei verloren", erklärt der Ingenieur. Die Warenhäuser seien Magneten der City gewesen. Mit ihrer Schließung seien in kleineren Städten ganze Geschäftsstraßen abgerutscht.

Städte: Immer noch gut besucht

Vor Ort will man das nicht ganz so dramatisch sehen. Ja, die Kundenfrequenz habe abgenommen, sagt Tim Deffte, Sprecher der Stadt Gladbeck. Aber immer noch sei die Innenstadt gut besucht, es habe keinen zusätzlichen Leerstand gegeben. Auch in Bottrop sei die letzte Kundenzählung nach der Schließung Karstadts im Februar 2016 "gar nicht so gravierend negativ" ausgefallen, sagt Sara Kreipe von der Wirtschaftsförderung - und muss selbst ein wenig schmunzeln angesichts der zwangsoptimistischen Wortwahl. Denn Bottrop leidet schon seit Jahren, da ein weiteres großes Einkaufszentrum mitten in der City ebenfalls leer steht.

Die Erleichterung ist in Bottrop auf jeden Fall groß, dass sich jetzt was getan hat. Gerade in den vergangenen zwölf Monaten ist Bewegung in die Kaufhaus-Verhandlungen in der Region gekommen. Wir zeigen in der folgenden Grafik den Stand der Dinge, die Gewinner und (bisherigen) Verlierer:

Viele Stolpersteine auf dem Weg zu einem Investor

Was die Geschichte fast jeder einzelnen Immobilie verdeutlicht: Obwohl die Lage der Häuser überall top ist, wollte lange keine Investor Geld in die Relikte einer vergangenen Ära stecken. Aus verschiedenen Gründen. 

Welche das sind, lesen Sie auf der folgenden Seite.

Zur Startseite >

Themen

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG