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Übergriff in Jülich: Sieben Sportplatz-Schläger zu Haftstrafen verurteilt

AACHENEine Horde von Männern stürmt einen Fußballplatz und prügelt brutal auf Menschen ein. Zehn Verletzte sind zu beklagen. Ein halbes Jahr danach muss ein Teil der Meute hinter Gitter - zum Teil mehr als drei Jahre.

Sieben Sportplatz-Schläger zu Haftstrafen verurteilt
Auf diesem Fußballplatz in Jülich hatte eine wütende Meute mehrere Spieler und Zuschauer brutal zusammengeschlagen. Foto: Jannis Mattar

Eine wütende Meute hatte Spieler und Zuschauer zusammengeschlagen: Ein halbes Jahr nach einem Überfall auf ein Fußballspiel in Jülich bei Aachen sind sieben Täter zu Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Drei Angeklagte müssen wegen gefährlicher Körperverletzung bis zu drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Bei vier weiteren Angeklagten wurde die Haft zur Bewährung ausgesetzt. Ein Angeklagter wurde von den Richtern freigesprochen. Das Landgericht Aachen verkündete die Urteile. Die Verteidiger hatten im Prozess durchgängig Bewährungsstrafen gefordert.

"Ehrverletzung" gerächt

Die Männer mit türkischen Wurzeln hatten laut Anklage im November 2016 die "Ehrverletzung" eines Freundes rächen wollen. Bei der Attacke hatten sie es demnach auf einen deutsch-libanesischen Spieler abgesehen. Dabei prügelten und traten sie auch andere Spieler, selbst als sie noch am Boden lagen. In einzelnen Fällen setzten sie laut Anklage Baseballschläger oder Schlagringe ein. Zehn Menschen wurden verletzt, etwa durch Knochenbrüche, Prellungen oder Platzwunden.

Der Bruder eines Angeklagten war laut Anklage zwei Tage vor dem Angriff mit einem Deutsch-Libanesen aneinandergeraten und hatte dabei den Kürzeren gezogen. Diese Ehrverletzung wollten die Angeklagten rächen. Bei dem Platz-Sturm kurz vor dem Anpfiff des Bezirksliga- Spiels sollen insgesamt 20 Angreifer mitgemacht haben, aber nur acht wurden ermittelt. Zentrales Beweismittel in den Verfahren war ein Video aus einer Kamera, die der Verein für die Spielanalyse einsetzt.

Die Männer hätten ihren Rachegelüsten freien Lauf gelassen, und das vor den Augen von Zuschauern, darunter auch Kinder, hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer festgestellt.

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