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Positive Saisonbilanz: EHF-Pokal kommt für BVB-Handballfrauen zu früh

DORTMUNDDie letzte Aktion der Saison führte zum Siegtreffer, umso mehr konnten sich Borussia Dortmunds Handballfrauen auf die Sommerpause freuen. Internationalen Handball wird es in der Halle Wellinghofen im kommenden Jahr nicht geben. Eine Anfrage des Deutschen Handball-Bundes lehnte der BVB ab. Die große Saisonbilanz.

EHF-Pokal kommt für BVB-Handballfrauen zu früh
Die Entdeckung der Saison: Harma van Kreij (r.) schaffte ohne Probleme den Sprung aus der dritten in die erste Liga. Foto: Stummbillig

Saisonverlauf: Hinten raus reichte die Qualität, um auch im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg die Saison als Tabellensechster zu beenden. Dass der BVB im oberen Bereich mithalten kann, bewiesen Siege gegen Oldenburg und Buxtehude und die Unentschieden gegen Leipzig und Thüringen. Die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsauftritten allerdings ist gravierend. Acht der zehn Saisonniederlagen gab es in fremder Halle, wo die Borussia auch gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel (Nellingen, Göppingen) verlor. Rang sechs war dennoch das Optimum, es fehlte vor allem die Kader-Tiefe, um die Top-Klubs ernsthaft anzugreifen.

Kader: Die Schwangerschaft von Nadja Nadgornaja bedeutete eine enorme Schwächung, auch die Langzeitverletzungen von Caro Schmele und Alina Grijseels sorgten dafür, dass der Rückraum in vielen Spielen zu dünn besetzt war. Aufsteigerin der Saison war Harma van Kreij, die aus der dritten Liga nahtlos den Sprung in die Bundesliga schaffte und eine tragende Rolle einnahm. Clara Woltering war der unverzichtbare Rückhalt im Tor.

Veränderungen: Schon während der Saison verließen Leonie Oehme und Kjersti Salberg die Borussia, weiteren Aderlass gibt es nun nach Saisonschluss. Rafika Ettaqi sucht eine Luftveränderung, Karina Traumüller beendet ihre Karriere, Nadja Zimmermann soll der Kopf der BVB-Zweiten werden. Vier Neuzugänge wurden verpflichtet und sollen vor allem den Rückraum stärken, dazu bekommen drei A-Jugendliche einen Kaderplatz.

Trainerin: Ildiko Barna hat die Borussia in die Bundesliga zurückgeführt und dort mittlerweile etabliert. Unter ihrer Führung hat der BVB die Jugendarbeit neu strukturiert und Kooperationen geschlosen, die langfristig Talente in den Klub und zur Profimannschaft bringen sollen. Erste Erfolge sind erkennbar, die drei Nachwuchskräfte Dana Bleckmann, Leonie Kockel und Vanessa Brandt haben erste Gehversuche unternommen und sollen ab der neuen Saison noch enger an den Bundesliga-Kader herangeführt werden. Barnas Vertrag läuft bis 2019, ihr Verantwortungsbereich wächst durch den Rücktritt von Jochen Busch weiter.

Perspektive: Der BVB möchte langfristig zurück in die Top-3. Platz 4 ist das erklärte Ziel für die neue Saison. Weil sechs aktuelle oder ehemalige deutsche Nationalspielerinnen im Kader stehen, dazu zwei ausländische Auswahlspielerinnen noch verpflichtet wurden, ist das kein zu hoch gestecktes Ziel. Eine Anfrage des Verbandes, für den klammen HC Leipzig Deutschland im EHF-Pokal zu vertreten, hat der BVB am Montag abgelehnt. „Das Angebot ehrt uns, aber dieser Schritt käme zu früh“, sagt der Abteilungsvorsitzende Andreas Heiermann. Er befürwortet ein strukturiertes Wachsen. „Wir haben Spielerinnen, die noch berufstätig sind, unsere Kaderplanung ist auf diese Doppel-Belastung insgesamt nicht ausgerichtet.“ Langfristig aber will Dortmund auch wieder international spielen.

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