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Champions League: 1:3 - Krasse Abwehrfehler bescheren BVB Fehlstart

LONDONKrasse Abwehrfehler haben Borussia Dortmund einen Fehlstart in die Champions League beschert. Beim hochintensiven 1:3 (1:2) gegen die Tottenham Hotspur haderte der BVB am Mittwochabend in Wembley auch mit einer klaren Fehlentscheidung.

1:3 - Krasse Abwehrfehler bescheren BVB Fehlstart
Pierre-Emerick Aubameyangs regulärer Treffer gegen Tottenham fand keine Anerkennung. Foto: dpa

Borussias neuer Innenverteidiger Ömer Toprak hat kürzlich eine feurige Ansprache gehalten. Heraus sprang ein 3:0-Sieg beim VfL Wolfsburg. Am Mittwoch konnte er, mit Blick vom Mannschaftshotel auf den Stadionkoloss in Wembley, wieder auf seine Kameraden einreden, ihnen berichten. Vom 1:0-Sieg, den er vor rund zehn Monaten mit Bayer Leverkusen bei den Spurs gefeiert hatte. Und davon, wie man Englands Sturm-Turm Harry Kane vom Toreschießen abhält. Dies sollte eines der Schlüsselduelle des Abends werden.

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Champions League, 1. Spieltag: Tottenham Hotspur - BVB 3:1 (2:1)

Mit Toprak in der Startelf war zu rechnen, mit anderen Personalien verblüffte der neue BVB-Trainer Peter Bosz bei seinem Debüt in der Königsklasse. Jeremy Toljan, beim BVB erstmals überhaupt im Spieltagskader, sollte links verteidigen, Andrey Yarmolenko rutschte anstelle von Maximilian Philipp in die Anfangself. So weit, so nachvollziehbar. Auf den Zug, die Stammspieler Mario Götze und Gonzalo Castro durch Mahmoud Dahoud und Shinji Kagawa zu ersetzen, dürften selbst die Spieler perplex reagiert haben.

Yarmolenko in den linken Winkel

Ähnlich perplex wie in der Anfangsphase auf den Druck von Tottenham. Kane hebelte mit einem einzigen Pass die komplette BVB-Abwehr aus, dann ließ Heung-Min Son erst den hüftsteifen Sokratis und dann Roman Bürki wie Jugendspieler aussehen - sein satter Linksschuss flutschte zwischen dem Torhüter und dem Pfosten ins Tor. 1:0 für die Spurs nach fünf Minuten. Es war der insgesamt siebte Treffer des Südkoreaners gegen seinen Lieblingsgegner.

 


Fracksausen oder Zitterfüße bei den Borussen? Auf jeden Fall nicht bei Yarmolenko. Nach smartem Doppelpass mit Shinji Kagawa zirkelte der Ukrainer den Ball aus 18 Metern halbrechter Position mit links in den Winkel (11.). Ein Traumtor, ein Traumeinstand für den 25-Millionen-Mann, der reichlich Gratulationen entgegennahm.

Spektakulärer Start

Womöglich hüpfte bei manch einem Borussen noch das Herz, als es schon wieder hinten einschlug. Kane schüttelte mit Vehemenz Nuri Sahin ab, Toprak agierte allzu zögerlich, Bürki kassierte den nächsten Treffer in die Torwart-Ecke, auch wenn gegen den Kracher kaum ein Kraut gewachsen war (15.). Jetzt brodelte es in Wembley nach diesem Spektakel-Start, auch die Briten begeisterten sich für die fußballerische Eurozone. Bosz hielt es wie die 67.343 Zuschauer auf beiden Seiten kaum noch auf seinem Sitz.

Nach vier BVB-Spielen ohne Gegentor führten die Qualität des Gegners und eigene Unzulänglichkeiten zu zwei Nackenschlägen in 15 Minuten. Doch augenblicklich übernahm der BVB wieder die Ballhoheit. Den nächsten Torschrei hatten die 5000 schwarzgelben Fans nach einer halben Stunde auf den Lippen. Christian Pulisic flitzte aufs Tor zu, wählte aber den Querpass anstelle des Torschusses (30.). Fünf Minuten später wäre beinahe das Gegenstück zu dieser Szene gelungen, aber Pierre-Emerick Aubameyang passte zu scharf auf Pulisic (35.).

Klare Fehlentscheidung 

Die Partie blieb offen, auch nach dem Seitenwechsel. Kane setzte zu hoch an (50.), dann verzog Son aus bester Position (51.), da hatten die Schwarzgelben Glück - und kurz darauf Pech, als Schiedsrichter Gianluca Rocchi beim Treffer von Aubameyang auf Abseits entschied. Eine klare Fehlentscheidung (56.). Statt des erneuten Ausgleichs in dieser weiter halsbrecherisch intensiven Partie schlug erneut Kane zu: Lukasz Piszczek ließ ihm Platz, der Flachschuss zischte ins hintere Eck - 3:1 für die Spurs (61.).

 
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Diese Hypothek erwies sich dann als zu schwere Last für den BVB. Bosz wechselte, Aubameyang hatte noch einmal den Anschlusstreffer auf dem Fuß, als er vor Hugo Lloris scheiterte (70.). Mehr ging nicht, der Fehlstart war perfekt. Und in zwei Wochen kommt Real Madrid …

TEAMS UND TORE
Tottenham:
Lloris - Sanchez, Alderweireld, Vertonghen - Aurier, Davies - Dembele, Dier - Eriksen, Son (83. Sissoko) - Kane (87. Llorente)
Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak (80. Zagadou), Toljan - Sahin - Dahoud (72. Castro), Kagawa (67. Götze) - Yarmolenko, Aubameyang, Pulisic
Tore: 1:0 Son (4.), 1:1 Yarmolenko (11.), 2:1 Kane (15.), 3:1 Kane (60.)
Schiedsrichter: Rocchi (Italien) 
Zuschauer: 67.343
Gelb-Rote Karte: Vertonghen wegen wiederholten Foulspiels (90. +2)

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Kommentare
  • Abwehrproblem
    von taktvoll69 am 14.09.2017 05:32 Uhr

    Einmal mehr bestätigt sich, dass die Abwehr die Achillessehne ist. wer kann eigentlich auf die Idee, Ömer Toprak zu verpflichten?

  • Taktik hin oder her
    von balineschen am 14.09.2017 00:04 Uhr

    der BVB hat eigentlich gut gespielt, den Gegner größtenteils beherrscht.
    Wenn wir ein Tor weniger bekommen und eins mehr schießen, sieht das alles ganz anders aus.
    Das Schiedsrichterteam hat uns in zwei Fällen klar benachteiligt, wenn die nicht so eine "Grütze" gepfiffen hätten, würde keiner über PB`s Taktik reden.

  • Taktikversager?
    von Varela am 13.09.2017 22:57 Uhr

    Hat PB sich nicht verzockt mit seiner hoch stehenden Abwehr! Es ist doch bekannt das Tottenham schnelle Stürmer hat. Wenn PB so weiter macht, dann ist ganz schnell bei den "Tulpenzüchtern".

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