Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Der nächste BVB-Dissens: Die Posse um Dembele nimmt weiter Fahrt auf

DORTMUNDDie Bombe lässt Peter Bosz gleich mit der ersten Antwort platzen. Mit ruhiger Stimme, aber er lässt sie platzen. "Er war heute Morgen nicht da", sagt Borussia Dortmunds Trainer über Ousmane Dembele und die Trainingseinheit seiner Mannschaft am Donnerstag. Es ist der Auftakt zu einem weiteren Tag, an dem sich die Nachrichten rund um den BVB förmlich überschlagen.

Die Posse um Dembele nimmt weiter Fahrt auf
Seine nächste Unterschrift würde Ousmane Dembele gerne unter den Vertrag beim FC Barcelona setzen. Foto: Groeger

Der BVB habe versucht, Dembele zu erreichen. "Das ist nicht gelungen. Ich hoffe, dass nichts Schlimmes passiert ist", erklärt der 53-jährige Niederländer auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel des Titelverteidigers beim 1. FC Rielasingen-Arlen am Samstag. Er sagt diese Sätze um kurz nach 14.30 Uhr.

"Nicht überwiegend wahrscheinlich"

Knapp 90 Minuten später reagiert der börsennotierte Verein zum ersten Mal und veröffentlicht eine Ad-hoc-Mitteilung. Darin bestätigt der BVB Verhandlungen mit dem FC Barcelona und ein erstes Angebot der Katalanen, das jedoch nicht den Vorstellungen der BVB-Bosse entspricht.

Wörtlich heißt es: "In diesem Gespräch haben die Vertreter des FC Barcelona ein Angebot unterbreitet, welches nicht dem außerordentlichen fußballerischen und sonstigen Stellenwert des Spielers und auch nicht der derzeitigen wirtschaftlichen Marktsituation des europäischen Transfermarktes entsprach. Dieses Angebot hat der BVB daher abgelehnt. Da bis zum heutigen Tag kein anders lautendes Angebot des FC Barcelona vorliegt, ist derzeit mit einem Transfer des Spielers zum FC Barcelona nicht zu rechnen und dieser aktuell nicht überwiegend wahrscheinlich."

Vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert

In der Zwischenzeit tauchen unterschiedliche Meldungen über den Aufenthaltsort Dembeles auf. Paris, Barcelona, Dortmund - alles dabei. Die französische Sportzeitung "L’Equipe" berichtet sogar über eine unmittelbar bevorstehende Unterschrift des 20-Jährigen beim spanischen Spitzenklub.

 
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Der BVB reagiert erneut und spricht eine Strafe gegen den umworbenen Offensivspieler aus. Michael Zorc teilt auf Anfrage mit: "Ousmane Dembele hat heute unentschuldigt beim BVB-Training gefehlt und sich offenbar bewusst zu diesem Schritt entschieden. Dieses Fehlverhalten werden wir selbstverständlich sanktionieren. Obendrein haben wir den Spieler, der sich gegenwärtig entgegen anderslautender Berichte in Dortmund aufhält, in Absprache mit dem Trainer zunächst bis nach dem Pokalspiel am Wochenende vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert."

Kindheitstraum des jungen Franzosen

Aus dem Dembele-Lager ist am Donnerstag nichts zu hören. Das geschwänzte Training scheint zunächst einmal Statement genug zu sein. Dembele will unbedingt zum FC Barcelona wechseln. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu. Barcelona ist der Kindheitstraum des jungen Franzosen.

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Trotzdem trifft die Heftigkeit des Abwanderungswillens den BVB unvorbereitet. Es habe nichts auf ein solches Verhalten des Spielers hingedeutet, sagt Peter Bosz und klingt dabei ein bisschen wie ein besorgter Papa, dessen Kind von zu Hause weggelaufen ist. Dembele habe am Mittwoch ganz normal trainiert. "Ich habe noch mit ihm gesprochen, was er am Dienstag gemacht hat, und er hat mir gesagt, dass er in Paris bei seinen Freunden war."

"Ich bin mit dem Fußball fertig, ihr kotzt mich an"

Dembeles Verhaltensmuster erinnert ein an seine Zeit bei Stade Rennes. Genauer an das Jahr 2015. Damals bemüht sich Red Bull Salzburg intensiv um Dembele, doch Rennes schob dem Wechsel einen Riegel vor. Mikael Silvestre, der Sportdirektor des französischen Klubs, erzählt der "L‘Equipe" später, der zu dieser Zeit 18 Jahre alte Dembele habe daraufhin nicht mehr trainieren wollen. Und weiter: "Am 31. August schickte er eine SMS: Ich gehe in den Senegal. Ich bin mit dem Fußball fertig, ihr kotzt mich an."

Von einer SMS an die BVB-Verantwortlichen ist nichts bekannt. Doch fest steht, dass die Muskelspielchen zwischen Spieler und Klub eröffnet sind. Dabei hält der BVB die besseren Karten. Dembeles Vertrag läuft bis 2021. Ohne Ausstiegsklausel.

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