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Die Taktikanalyse: Das sind die Gründe für Werders Aufschwung

DORTMUNDIm Fernduell mit 1899 Hoffenheim um die direkte Qualifikation für die Champions League muss Borussia Dortmund zum Saisonabschluss viertbeste Rückrundenmannschaft in Schach halten und am besten deutlich besiegen. In unserer Taktikvorschau beleuchtet Martin Rafelt die Gründe für starke Rückrunde des SV Werder Bremen.

Das sind die Gründe für Werders Aufschwung
Hauptverantwortlich für den Bremer Aufschwung: Trainer Alexander Nouri (l.) und Stürmer Max Kruse. Foto: imago

1.) 5-3-2 ist der neue Standard

Auch wenn Alexander Nouri immer mal wieder das System wechselte, so lässt sich der Bremer Aufschwung recht gut auf eine bestimmte Formation herunterbrechen: Im 5-3-2 machten sie ihre besten Spiele und funktionierten auch am besten. Diese Formation entspricht dem Zeitgeist der Bundesliga.

 
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Der Vorteil ist, dass man das Zentrum mit einem Fünferblock versperren kann und noch eine Fünferkette als Absicherung dahinter hat. Man kann den Gegner auf den Flügel drängen und dann von zwei Seiten zuschieben. Zudem haben beide Stürmer viele Freiheiten, was Max Kruse und Fin Bartels entgegenkommt.

 

2.) Hohes Zustellen, tiefes Verteidigen

Defensivstrategisch variieren die Bremer ihr System. In einigen Spielen oder Spielphasen stellen sie die Gegner hoch zu. Die beiden Stürmer rücken bis an den Strafraum, ein Achter rückt auf die Zehn, die restlichen Spieler lauern auf lange Bälle. Dabei schließt Bremen die Räume aber nicht optimal, sondern erzeugt viele riskante Situationen.
 


Häufiger setzt Nouris Elf daher auf eine tiefe Verteidigung, bei der die fünf vorderen Spieler äußerst engagiert mitarbeiten. Die drei zentralen Mittelfeldspieler schließen den Raum vor der Abwehr gut. Für die Borussia wird es wichtig sein, das Spiel oft und schnell zu verlagern.

 

3.) Großes Potenzial bringt viele Tore

Obwohl der taktische Fokus der Bremer in dieser Saison lange auf der Abwehr und dem Konterspiel lag, haben sie eigentlich das Personal für eine sehr kreative Spielweise. Dies zeigte Werder zuletzt - in den letzten sechs Partien fielen irre 30 Tore. Neben Bartels und Kruse stehen auch Gnabry, Pizarro sowie im Mittelfeld Delaney, Junuzovic und Grillitsch für hohe Kunst am Ball.

All diese Spieler sind in der Vorwärtsbewegung oberes Bundesliga-Niveau. Hinzu kommt der Finne Niklas Moisander, der in der Eröffnung und dem Umschaltverhalten aus der Verteidigung überragt. Die vielen Tore entsprechen durchaus dem Potenzial.

 

4.) Anfällig für Verlagerungen

Aber auch die vielen Gegentore zuletzt sind kein Zufall. Die Abwehr ist relativ zweikampfschwach, was vor allem in Kontersituationen offensichtlich ist. Wenn die Verteidiger einen großen Raum verteidigen müssen, bekommen sie mehr Probleme als andere Abwehrreihen der Liga. Mit schneller Orientierung kann der Gegner relativ leicht den Ball von Flügel zu Flügel zirkulieren lassen.
 


Da die Borussen solche Situationen provozieren, könnte Werder-Trainer Alexander Nouri durchaus mit einer Systemumstellung überraschen - auch wenn die Umstellung auf Raute gegen Hoffenheim ordentlich in die Hose ging.

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