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"Kippenvel" und gute Laune: BVB-Trainer Peter Bosz zu Gast beim "Ballgeflüster"

DORTMUNDEine Stunde vor dem Anpfiff standen die Fans am Einlass in der Schlange auf der Strobelallee. Auf die 400 geladenen Zuschauer wartete aber kein Spiel im Stadion, sondern die 25. Ausgabe von "Brinkhoff's Ballgeflüster" im Strobels. Stargäste: der neue BVB-Trainer Peter Bosz und sein "Co" Hendrie Krüzen.

BVB-Trainer Peter Bosz zu Gast beim "Ballgeflüster"
Fühlt sich beim BVB pudelwohl: Peter Bosz. Foto: Kirchner/David Inderlied

Ein stimmungsvoller Rückblick auf die Höhepunkte vergangener Ausgaben stimmte die beiden neuen Borussen auf den Abend ein, Bosz lieferte gleich einen Nachweis seines eigenen feinen Humors. "Heute gibt es nichts zu lachen", sagte er mit bitterernster Miene, ehe er doch in ein lautes Lachen ausbrach. Freudestrahlen beim Bundesliga-Tabellenführer.

"Das Du mag ich mehr"

Während seine Mannschaft im Drei-Tages-Rhythmus einen Angriffswirbel entfacht, hatte sich Bosz bislang in der Defensive gehalten mit Auftritten außerhalb der Pressekonferenzen. Er sei aber gerne in der Stadt unterwegs, sagt der 53-Jährige. Er werde oft angesprochen, oft als "Herr Bosz", aber "das Du mag ich mehr".

Beiden Trainern ist wie ihrem dritten Mann im Boot, Albert Capellas, die Eingewöhnung in Dortmund nach eigener Aussage leicht gefallen. Bei der sportlichen Ausbeute vor allem in der Bundesliga kein Wunder. "Wenn man zwei Spiele verliert, ist die Stimmung schon wieder anders", meint Bosz. Zeit, sich auf die Schulter zu klopfen, gebe es nicht.

"Spaß ist wichtig"

Gute Laune bei der Arbeit verbreitet Krüzen, der in die Kategorie Spaßvogel fällt: "Spaß ist wichtig. Das muss man den Jungs ansehen, wenn die zum Platz kommen." Aktuell hätten alle ihre Freude nach dem Rekordstart in der Bundesliga. Doch die Härtetests, das wissen die BVB-Trainer, stehen noch bevor. "Ich hoffe, dass es auch so ruhig ist und die Mannschaft eng beisammen bleibt, wenn wir nicht gewinnen", meint Krüzen. Ihn hat vor allem die Atmosphäre im Stadion umgehauen. "Kippenvel", sagte er auf Niederländisch. Auf Deutsch: "Gänsehaut."
 


Beide Trainer verbindet eine gemeinsame Zeit, seit Krüzen 2000 in Apeldoorn vom Spielfeld zu seinem Trainer an die Linie wechselte. Beide haben für die niederländische Auswahl gespielt. "Heutzutage wäre das einfach", meinte Bosz, eher gequält lächelnd angesichts der verpassten WM-Qualifikation der Elftal.

Debatten über unkonventionelle Spielweise

Holland sei halt ein kleines Land und verfüge aktuell nicht über die notwendige Qualität bei den Spielern. Früher seien die Spieler in den besten Klubs Europas unterwegs gewesen, "heute ist Arjen Robben der einzige Starspieler, den wir haben".

Besser läuft es beim BVB. Die kontroversen Debatten über seine in Deutschland unkonventionelle Spielweise nimmt er wahr, mehr aber nicht. "Systeme sind für mich nicht wichtig. Ich will erstens gewinnen und zweitens die Fans unterhalten. Am Ende spielen wir Fußball für die Fans, nicht für uns selber."

Auf einem guten Weg

Beides zusammen wolle er erreichen, nahe an die Perfektion gelangen. In Dortmund ist Bosz da bereits auf gutem Wege. Ganz anders als damals, bei seinem ersten Spiel als Trainer: "Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte." Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

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