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Pro und Kontra: Ist der BVB-Kader in der Breite zu schwach?

DORTMUNDAm Wochenende warf Thomas Tuchel mal wieder die Rotationsmaschine an. Der BVB-Trainer änderte seine Startelf auf vier Positionen im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen Benfica Lissabon in der Champions League. Das Ergebnis war ernüchternd: 1:2 hieß es unter dem Strich in Berlin. Wir diskutieren: Ist der BVB-Kader in der Breite zu schwach?

Ist der BVB-Kader in der Breite zu schwach?
Glückloser Auftritt in Berlin: Matthias Ginter. Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner

PRO: Eine Frage der Qualität (Von Tobias Jöhren)

Die Liste der Neuzugänge des BVB in dieser Saison ist lang. Andre Schürrle, Mario Götze, Ousmane Dembele, Raphael Guerreiro, Sebastian Rode, Emre Mor, Marc Bartra und Mikel Merino fanden im Sommer den Weg nach Dortmund. Im Winter kam Alexander Isak dazu. Gute 120 Millionen Euro hat das alles gekostet.

Besser gewappnet für die Dreifachbelastung

Es war die Rede von Transfers, die sowohl die Spitze des Kaders als auch die Breite verstärken sollten, nachdem in Henrikh Mkhitaryan, Mats Hummels und Ilkay Gündogan drei Säulen des BVB-Spiels weggebrochen waren. Matthias Ginter wurde trotz lukrativer Angebote gehalten, auch Adrian Ramos durfte erst im Winter weg. Der Grund lag auf der Hand: Besser gewappnet wollte man sein für die Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Königsklasse, besser gewappnet wollte man sein für etwaige Verletzungssorgen.

Doch jetzt, da der BVB vor entscheidenden Wochen steht, muss man feststellen: Borussia Dortmund ist nicht besser gewappnet. Im Gegenteil: Dem Kader fehlt die Substanz, die Qualität in der Breite. Zu viele Neuzugänge spielen keine Rolle. Das 1:2 in Berlin hat den nächsten Beweis geliefert.

Keine Alternative

Manch einer mag ob der Rotation auf den Trainer schimpfen. Dabei bleibt Thomas Tuchel in diesen belastenden Tagen gar keine Alternative, als auch mal durchzuwechseln. Wer das Problem beim Trainer sucht, sollte vorher lieber mal nach fehlender Qualität auf der BVB-Ersatzbank suchen - und wird fündig werden. 

 
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KONTRA: Zu viele außer Form (Von Jürgen Koers)

Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel steht der zweitbeste Kader der Bundesliga zur Verfügung. Die Ursachen für die - mittlerweile nur noch vereinzelt auftretenden - Rückschläge liegen im Umbruch in der Mannschaft und vor allem in der fehlenden Form.

Unerklärlich schwache Arbeit

Vor einem Jahr spielte der BVB eine Rekordsaison, zum selben Zeitpunkt der Spielzeit 2015/16 hatten die Schwarzgelben satte 14 Zähler mehr gesammelt. Nicht, weil der Kader um Längen besser aufgestellt war als aktuell, sondern in erster Linie weil die Elf eingespielt war. Mit dem nun ein für allemal ausreichend beweinten Abschied des Führungstrios Hummels, Gündogan und Mkhitaryan ging der Borussia auch ganz fundamental die Statik im Spiel flöten. Zu ähnlicher Stabilität hat Tuchel seine derzeitige Auswahl noch nicht führen können.

Das wiederum ist auch in der Formschwäche mancher vermeintlicher Startelfkandidaten begründet. Einem Matthias Ginter gelingt auch im dritten Jahr in Dortmund nicht der große Durchbruch. Ein Andre Schürrle liefert, gemessen an seiner Erfahrung und seiner Ablöse, unerklärlich schwache Arbeit ab.

Kunst der Rotation

Die zweite Reihe um Shinji Kagawa, Emre Mor oder Mikel Merino übt keinen großen Druck aus auf die Stammkräfte, sie sind schlechter drauf. Erhoffte Größen wie Sven Bender oder Mario Götze fehlen zu allem Überfluss dauerhaft. Tuchel hat viel von seinem Vorbild Pep Guardiola gelernt. Die Kunst der Rotation beherrscht er noch nicht.  

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Kommentare
  • Au Backe
    von markalbany am 14.03.2017 12:08 Uhr

    @dinodoc: Sie scheinen etwas nicht mitbekommen zu haben. Und zwar dass Sokratis nicht wegen einer Rotation fehlte, sondern aus gesundheitlichen Gründen nicht spielen konnte. Zudem ist Bender länger verletzt.

    Wer sonst als Bartra und Ginter hätte hinten spielen sollen? Merino?

  • Tuchel
    von Dembouz1909 am 14.03.2017 10:16 Uhr

    Ich finde die Fragestellung des Artikels durchaus berechtigt, denn ohne Götze, Reus, Dembele und die üblichen 1-2 Pokalopfer wird es am Freitag gegen den FCI offensiv schon sehr eng. Wenn man auf ein halbes Kind wie Mor setzen müsste, hätte man schon ein großes Problem.

    Für Berlin kann man dem Trainer wenig vorwerfen. Man darf in Dortmund auch zur Kenntnis nehmen, dass zwischendurch auch mal der Gegner besser ist.

  • Tuchels falsche Rotation
    von dinodoc am 14.03.2017 08:44 Uhr

    Wenn hier gesagt wird, das Tuchel ja wechseln muss, dann ist das richtig. Aber er stellt Leute auf Positionen die es dort einfach nicht können. Ginter hat noch kein gutes Spiel gemacht in der Mitte, aber er wird dort als Mittelmann aufgestellt. Auf der rechten Seite hat er meist eine gute Figur gemacht. Warum spielt Ginter also in der Mitte? Das Ergbnis war zu erwarten! Bartra wäre in der Mitte sicher besser gewesen, spielt sowieso stark, war lange Zeit nicht gebracht! Tuchel redet aber über Dembele. Der hatte eine Pause verdient und in der 2. Halbzeit wurde er kaum vermisst, bis Castor ging! Der Fehler lag hinten mit der IrsinnsFalschrotation. Genauso in Darmstadt: Da spielt ein A-Jugendlicher und Profis auf der Bank. Das geht gar nicht Herr Tuchel. Diese beiden Niederlagen gehen auf das Konto von Herr Tuchel, ganz allein. Dumme Rederei hilft da nicht weiter. Zumindest holt man einen Punkt in Hertha - wenn man umgestellt hätte in der Abwehr, auch während des Spiels!

  • Diese Artikel...
    von DerBvB am 14.03.2017 07:03 Uhr

    ist mal wieder so was von unterirdisch. Ich Frage mich, ob die Herren jemals einen Sportplatz von nahem gesehen haben. Ich glaube nicht...
    Wenn jetzt bei jeder unglücklichen Niederlage alles in Frage gestellt wird, ja dann gute Nacht...

  • Ist der schwache Kader der RN zu breit
    von KleyerBorusse am 13.03.2017 21:31 Uhr

    muss die Frage doch wohl viel eher lauten. Wenn ich solche sportjournalistischen Qualitätserzeugnisse lese, wie diesen Pro/Kontra Artikel, muss ich schon sagen - RESPEKT RN.
    (Sarkasmus Mode: OFF)
    Jetzt ehrlich? Dieses "Artikelchen" hat das Niveau der Schülerzeitung der "Wilhelm Busch Realschule" nicht übertroffen. Fragt mal den Kollegen Bandermann, der kennst sich da aus. grinsen
    Eine Analyse wie viele Punkte die überaus dürftige Chancenverwertung schon gekostet hat, wie viele Tore aus Standards (Ecken, Freistöße) dem BVB fehlen, das wäre doch mal interessant gewesen. Ich hab noch einen fürs Phrasenschwein: Die Tabelle lügt nicht. Als ich das letzte Mal hinsah, war der BVB noch 3. Spielt auch morgen noch im DFB Pokal und in der Championsleague, oder hat die RN da andere Informationen?
    Leute, leute -.-- getz abba ma in Echt, woll? Glück auf! - Aus der Nähe der Brandschachtstraße.

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