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Spielpraxis in der U23: Isak: "Fühle, dass ich immer näher rankomme"

OBERHAUSENNach 88 Minuten ist der Arbeitstag vorbei - und Alexander Isak trottet vom Feld. Einkurzes Lächeln, ein kurzes Abklatschen am Seitenrand. Dann ist Feierabend. Seit Mittwochabend weiß das 17 Jahre alte Sturmjuwel aus Schweden, wie sich Regionalliga-West-Fußball anfühlt. Es ist freilich nicht das, wofür Isak nach Dortmund gekommen ist. Sein Fazit fällt dennoch positiv aus.

Isak: "Fühle, dass ich immer näher rankomme"
Während die restlichen BVB-Profis in Monaco am Ball waren, absolvierte Alexander Isak mit dem BVB II in der Regionalliga West das Nachholspiel gegen RW Oberhausen. Foto: Bielefeld

„Die Minuten waren wichtig für mich“, sagt der junge Mann, der im Winter für knapp neun Millionen Euro vom AIK Solna zum BVB gewechselt ist, nach dem 0:0 des BVB II in Oberhausen in perfektem Englisch im Gespräch mit dieser Redaktion. Den Aushilfsjob in der zweiten Mannschaft hat er solide erledigt. „Es war okay. Ich hätte ein oder zwei Tore schießen können. Leider hat es nicht geklappt, aber das wird kommen. Heute hatte ich kein Glück. Manchmal triffst du, manchmal schießt du vorbei.“

Großer Hype in der Heimat

Es wirkt sehr reif, sehr abgeklärt, wie Isak diese Sätze sagt. Er ist es trotz seines jungen Alters schon gewohnt, Fragen von Journalisten zu beantworten. In Schweden, dort wo viele in ihm den nächsten Zlatan Ibrahimovic sehen, herrscht ein großer Hype um den 1,90 Meter großen Teenager. In 24 Spielen in der ersten schwedischen Liga, der Allsvenskan, hat er 10 Tore für Solna erzielt. Auch bei seinem Länderspieldebüt hat er gleich getroffen. Er gilt als Jahrhunderttalent.

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Regionalliga West, Nachholspiel: RW Oberhausen - BVB II 0:0

Von Jahrhunderttalent ist in Oberhausen nur in einer Szene etwas zu erahnen. Nach 14 Minuten verarbeitet Isak eine Flanke im gegnerischen Strafraum elegant, umkurvt mit dem ersten Kontakt seinen Gegenspieler und zieht ab – knapp links vorbei. Das sonstige Arbeitszeugnis: viel Laufbereitschaft, wenig Bindung, drei Mal Abseits, ein verpasster Abschluss, eine vergebene Großchance.

„Man darf keine Wunderdinge erwarten“, sagt BVB-II-Trainer Daniel Farke nach dem Spiel, „er kannte ja noch nicht einmal alle Namen der Mitspieler. Er hat sich gut präsentiert, das Spiel wird ihm guttun.“ Natürlich habe man gemerkt, dass ihm Spielpraxis fehle und dass er körperlich noch zulegen müsse. Aber man habe auch gesehen, dass „er eine gute Spielintelligenz auf den Platz bringt und besondere Bewegungen mitbringt“. Isak habe den Instinkt, dort zu sein, „wo es für den Gegner gefährlich ist“.

"Muss geduldig sein" 

Der 17-Jährige selbst scheint gelassen mit der Erwartungshaltung an seine Person umzugehen. „Ich bin jung, ich bin erst 17 Jahre alt. Ich muss geduldig sein“, sagt er. Und auf die Frage, ob es schwerfalle, geduldig zu sein, meint er: „Es ist nicht schwierig. Es gibt keinen Grund, in Hektik zu verfallen. Solange ich weiter an mir arbeite, wird der Rest kommen.“

Die Sätze passen zu Thomas Tuchels Aussagen, der Isak bislang erst vier Minuten Einsatzzeit gewährt hat – beim 3:0 im Pokal gegen die Sportfreunde Lotte. Es sei schwierig für einen jungen Spieler in einem fremden Land, erklärt Tuchel damals. Die Mannschaft reise ja fast mehr als sie trainiere. Da sei es schwer, zu einem neuen Team dazuzustoßen. Danach bremsen muskuläre Probleme Isaks Integrationsprozess zusätzlich aus.

Kleine Schritte

Die Beschwerden sind nun überstanden. Und es geht in kleinen Schritten vorwärts. Am Samstag beim 3:1 gegen Frankfurt steht Isak erstmals im Bundesliga-Kader des BVB. Am Mittwoch folgt dann die Praxiseinheit in der U 23. „Ich kämpfe für meinen Platz im Team“, sagt Isak, „und ich fühle, dass ich immer näher rankomme.“ 

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