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2:2 gegen Gladbach: Schalke steht im Viertelfinale der Europa League

MönchengladbachDer Schalker Traum vom ganz großen Wurf in der Europa League lebt weiter: Dank einer grandiosen Aufholjagd stehen die Königsblauen nach dem 2:2 im Achtelfinal-Rückspiel bei Borussia Mönchengladbach (Hinspiel 1:1) im Viertelfinale.


Goretzka für Meyer – das war die einzige Änderung, die S04-Trainer Markus Weinzierl im Vergleich zur Startaufstellung vom 3:0-Sieg gegen den FC Augsburg vornahm. Gladbachs Coach Dieter Heckung musste auf seinen Offensiv-Chef Lars Stindl (muskuläre Probleme) verzichten. Als nach einer guten Viertelstunde auch noch der angeschlagene Johnson raus musste, schienen die Schalker Chancen weiter zu steigen.

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Europa League, Achtelfinale: Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04 2:2 (2:0)

Zumal die Königsblauen sich gegenüber der 2:4-Bundesliga-Schlappe in Gladbach lange deutlich verbessert zeigten. Sie wirkten hinten konzentrierter als vor anderthalb Wochen, ließen nur eine (allerdings dicke) Kopfballchance durch Drmic zu.

Höwedes fälscht ab

Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe, bis Können und auch etwas Glück das Schicksal zunächst zugunsten von Borussia Mönchengladbach beeinflussten: Nach einem gar nicht mal so Furcht einflößenden Freistoß fiel im Schalker Strafraum der Ball dem Gladbacher Christensen vor die Füße, dessen Schuss fälschte Höwedes entscheidend ab, Fährmann war so bei der Gladbacher 1:0-Führung chancenlos (26.).

Bitter für Schalke, obwohl sich für die Königsblauen so viel durch dieses Tor gar nicht geändert hatte – denn so oder so hätten sie in Gladbach ja mindestens ein Tor erzielen müssen, um ins Viertelfinale kommen zu können.

Ein Hammer zum 2:0 

Und obwohl Schalke zwar engagiert war, über weite Strecken aber auch recht ideenlos wirkte (Geis, Bentaleb), war dieses eine Tor durchaus drin: Kurz nach dem Gladbacher 1:0 zum Beispiel, als Goretzka an Sommer scheiterte (29.). Oder in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte, in der Schalkes Offensivspieler Choupo-Moting in aussichtsreicher Position nahe des Gladbacher Tores mit einem eher überflüssigen Dribbling hängen blieb. Im direkten Gegenzug landete der Ball bei Dahoud, der im Gegensatz zu seinem Schalker Kollegen kurz vorher nicht lange fackelte und den Ball zum Gladbacher 2:0 ins Netz hämmerte – das war für Schalke ein echter Tiefschlag.

Weinzierl reagierte noch in der Pause, für den enttäuschenden Geis kam mit Meyer ein deutlich offensiver ausgerichteter Spieler. Und tatsächlich: Schalke machte sofort Druck, ließ nicht locker. Mit Erfolg – und jetzt endlich auch mit Glück. Bei einem Linksschuss von Goretzka stand ein offenbar schlecht verlegtes Rasenstück Pate – der Ball hoppelte über den verdutzten Sommer hinweg zum 2:1 ins Tor (54.). "Ich hatte ein bisschen Glück - das muss man auch mal haben", sagte der Torschütze später bei Sport1. "Es war wichtig, damit wir den Glauben spüren."

Schalke wieder dran 

Schalke war wieder ganz nah dran, nur noch ein Tor fehlte. Königsblau völlig euphorisiert, Schiedsrichter Clattenburg ließ sich anstecken: Er gab einen höchst zweifelhaften Handelfmeter für Schalke, den Bentaleb verwandelte (68.). "Der Elfer war eher keiner, so ehrlich muss man sein", gestand S04-Kapitän Benedikt Höwedes. Dennoch: 2:2 – aktuell war Schalke jetzt weiter!

 

Gib Gäs @s04 #SeoKol

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Und Gladbach war gefordert, plötzlich musste für Heckings Elf ein Tor her. Es war längst ein packender deutsch-deutscher Europapokal-Fight, ein Kampf auf Biegen und Brechen. Schalke, mit dem überragenden Goretzka und einer beeindruckenderen Körpersprache als im ersten Durchgang, versuchte über Konter immer wieder Nadelstiche zu setzen. "Die Mannschaft hat an sich geglaubt und eine tolle Moral gezeigt", resümierte Schalke-Coach Weinzierl.

Viel Zittern

Gladbach wirkte nun irgendwie zermürbt von der Schalker Aufholjagd, Raffael und Co. hatten kaum noch zündende Ideen. "Unsere Zuschauer haben teilweise für Heimspiel-Atmosphäre gesorgt", analysierte Schalkes Sportdirektor Christian Heidel später. Schalke brachte das 2:2 mit viel Zittern über die Runden und darf 20 Jahre nach dem UEFA-Cup-Sieg 1997 erneut vom großen Wurf auf der europäischen Bühne träumen.

 
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