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Fußball: 2. Bundesliga: Hannover 96 stellt Andre Breitenreiter vor

HannoverWas sich seit Wochen angedeutet hat, ist nun vollzogen: Hannover 96 wechselt aus Angst um das Verpassen des direkten Wiederaufstiegs in die Fußball-Bundesliga den Trainer. Der neue Coach Andre Breitenreiter beginnt gegen einen besonderen Gegner.

Hannover 96 stellt Andre Breitenreiter vor
André Breitenreiter übernimmt den Trainerposten bei Hannover 96. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Mit einem süffisanten Lächeln quittierte Horst Heldt Fragen nach der unwürdigen Trainerposse bei Hannover 96, die sich bis zur Vorstellung von André Breitenreiter am Montag zog. „Für Sie wirkte es vielleicht lang, es war aber nicht lang. Und es war auch nicht so, dass wir rumgeeiert hätten, wie es vielleicht den Anschein hatte“, sagte 96-Sportchef Heldt dann im Hinblick auf die Demontage von Breitenreiters Vorgänger Daniel Stendel.

Bemerkenswerte Sichtweise

Heldt begründete dies mit einer bemerkenswerten Sichtweise: „Ich bin erst heute Morgen dazu gekommen, Daniel Stendel es persönlich mitzuteilen. Bei all dem darf man nicht vergessen, dass man respektvoll mit den Leuten umgehen muss.“ Dabei gab der neue 96-Sportchef zu, dass ihm die Erkenntnis zu einem Trainerwechsel beim Tabellenvierten bereits nach dem 0:0 beim FC St. Pauli „im Laufe des Samstages“ gekommen sei. Und Breitenreiter bestätigte, am selben Abend auch schon Gespräche mit Heldt über ein mögliches Engagement bei seinem Heimatclub geführt zu haben.

Trotz reichlich Erfahrung bei Trainerwechseln gab der zum Wiederaufstieg verdammte Bundesliga-Absteiger zwei Tage lang ein denkbar schlechtes Bild bei der Trennung von Stendel ab. 96 hofft nun aber zumindest auf Besserung im sportlichen Bereich. „Es wird eine schwere Aufgabe, aber auch eine machbare Aufgabe. Wir wollen am Ende der Saison alle gemeinsam am Rathaus feiern“, sagte Breitenreiter, der einen ligaunabhängigen Vertrag bis 2019 unterschrieb.

Wiedersehen mit Ex-Klub

Die Mission Aufstieg beginnt der frühere 96-Profi am Donnerstag mit einem Testspiel gegen seinen bislang letzten Arbeitgeber FC Schalke 04. „Es ist ja nur ein Testspiel. Lieber wäre es mir, es wäre ein Ligaspiel, aber so weit sind wir noch nicht“, sagte Breitenreiter, der wie auch Heldt bis zum Ende der zurückliegenden Saison noch auf Schalke tätig war.

Breitenreiter muss für seinen neuen Job zumindest nicht umziehen. Der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer wohnt in der Region Hannover keine 20 Kilometer vom Stadion entfernt. „Es ist klar, dass das eine Herzensangelegenheit für mich ist. Hannover ist ein toller Verein. Wir haben die große Chance, nachhaltig etwas aufzubauen“, sagte der neue Coach, der im SC Paderborn bereits einen Verein von der 2. in die 1. Liga geführt hatte.

Großer Favorit 

Bei seinem Heimatverein löst Breitereiter einen anderen Ex-Spieler ab, der als Trainer der Profis kein ganzes Jahr im Amt war. Stendel war am 4. April 2016 beim damaligen Erstligisten Nachfolger des geschassten Thomas Schaaf geworden. Nach seinem Start als Interimscoach wurde Stendel 22 Tage später zum Cheftrainer ernannt.

Vor dieser Zweitliga-Spielzeit galt 96 neben dem VfB Stuttgart als großer Aufstiegs-Favorit. Nach einer ordentlichen Hinrunde mit Platz zwei kam Hannover im neuen Jahr schwer in Tritt und gewann lediglich vier von acht Partien. „Wir alle sind der Meinung, dass wir große Qualität haben. Es hat aber gehapert zuletzt. Wir brauchen eine gewisse Leichtigkeit“, meinte Breitenreiter.

Kritik von Lienen

Deutliche Kritik an dem Trainerwechsel, der sich angedeutet hatte, äußerte zuvor bereits der frühere 96- und jetzige St.-Pauli-Trainer Ewald Lienen. „Dass in so einer Tabellensituation der Trainer überhaupt infrage gestellt wird, ist skandalös“, hatte Lienen nach dem 0:0 am Samstag gesagt. Heldt meinte zwei Tage später dazu reichlich reserviert: „Mir steht es nicht zu, die Situation bei St. Pauli zu bewerten. Das erwarte ich eigentlich auch von anderen.“ 

Von dpa

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