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Fußball: Transferpolitik: Rauball plädiert für einheitliches System in Europa

Frankfurt/MainZahlreiche Bundesliga-Manager haben in den letzten Wochen immer wieder eine Verkürzung der Transferfrist gefordert. Liga-Präsident Reinhard Rauball will das jetzt konkret umsetzen. Dabei erhält der BVB-Präsident eine breite Unterstützung. Es gibt aber auch kritische Stimmen, die sich gegen eine Reform aussprechen.

Rauball plädiert für einheitliches System in Europa
Reinhard Rauball fordert die einheitliche Regelung des Transfermarkts in Europa. Foto: dpa

Der völlig überhitzte Transfermarkt im europäischen Fußball soll in Zukunft wenigstens zeitlich begrenzt werden. Das will Liga-Präsident Reinhard Rauball jetzt zunächst in Deutschland und danach für ganz Europa durchsetzen. "Ich werde im DFL-Präsidium den Antrag stellen, dass die Transferperiode verkürzt wird", sagte der 70 Jahre alte Jurist der "Sport Bild" (Mittwoch). "Bei einem entsprechenden Beschluss müsste darüber auf der Mitgliederversammlung im Dezember abgestimmt werden. Ist die Mehrheit der 36 Profivereine dafür, müsste ein entsprechender Antrag über den DFB an die internationalen Verbände gerichtet werden."

Mehr als vier Milliarden Euro

Allein in den europäischen Topligen wurden in diesem Sommer mehr als vier Milliarden Euro für die Vereinswechsel von Fußball-Profis ausgegeben. Die englische Premier League beschloss deshalb bereits in der vergangenen Woche, dass die Klubs in Zukunft alle Transfers bis kurz vor dem ersten Liga-Spieltag abschließen müssen. Rauball ist der erste Funktionäre in Deutschland, der eine vergleichbare Regelung nicht nur fordert, sondern auch konkret umsetzen will.

"Dann wäre beispielsweise mit dem Datum 1. August 2018 die Transferperiode abgeschlossen", sagte der Präsident von Borussia Dortmund. "In diesem Jahr hat es einen Rein- und Raus-Tourismus gegeben, der nicht mehr vertretbar ist. Deshalb muss da ein Pflock eingehauen werden." Zurzeit sind Transfers in den großen europäischen Ligen noch bis zum 31. August jedes Jahres möglich.

Forderung wird unterstützt

Eine Verkürzung der Wechselfrist haben in den vergangenen Wochen auch zahlreiche Vereinsvertreter immer wieder gefordert. Sportchef Max Eberl von Borussia Mönchengladbach sprach sogar von einem "Betrug am Fan, wenn er Dauerkarten kauft und plötzlich sind die besten Spieler weg."

Auch Eberl fordert: "Wenn Meisterschaften begonnen haben, darf ein Transfer nicht mehr stattfinden." In einer Umfrage des "Kicker-Sportmagazins" sprachen sich in der vergangenen Woche 17 von 18 Bundesliga-Managern für eine solche Begrenzung aus.

Kritische Stimmen

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen. "Bei einem größeren Zeitfenster besteht länger Zeit, den Markt und die eigene Mannschaft zu beobachten, um Entscheidungen für die Kaderplanung zu treffen", sagte Hannovers Manager Horst Heldt. "Wenn viele Klubs in kurzer Zeit suchen, besonders für spezielle Positionen wie den Angriff, überhitzt das schon mal den Markt und treibt Preise in die Höhe. Und das ist nicht von Vorteil für finanziell weniger üppig ausgestattete Klubs, um am Ende der Nahrungskette an gute Spieler zu kommen."

Rauballs Plan sieht vor, dass die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zunächst eine Verkürzung der Wechselfrist für die 1. und 2. Bundesliga beschließt. Sein Kalkül: Wenn nach der englischen Premier League auch eine zweite europäische Topliga diesen Weg geht, ist das ein starkes Signal, um eine solche zeitliche Begrenzung auch in ganz Europa durchzusetzen. "Dann hätten wir so oder so Klarheit", sagte Rauball. 

Von dpa

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