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Bilanz in Bochum: Gertjan Verbeek und seine zwei Jahre beim VfL

BOCHUMAls Gertjan Verbeek im Winter 2015 erstmals auf dem Trainerstuhl von Fußball-Zweitligist VfL Bochum saß, wollten die Verantwortlichen mit ihm in eine große Zukunft aufbrechen. Schon damals war die Bundesliga das Ziel. Zwei Jahre später steht der Verein wieder dort, wo er unter Verbeek angefangen hatte: auf Platz elf.

Gertjan Verbeek und seine zwei Jahre beim VfL
Steckt mit dem VfL Bochum mitten in einer schwierigen Saison: Trainer Gertjan Verbeek. Foto: dpa

Weitere Duplizitäten der Ereignisse: Auch damals bestritt Bochum das erste Spiel nach der Winterpause bei Union Berlin und verlor 1:2. Mit Verbeek sollte Siegermentalität an die Castroper Straße kommen. Dieses Ziel hat der Holländer in inzwischen 67 Punktspielen nicht erreicht.

Hoffnungen blieben unerfüllt

Nach fünf Siegen an den ersten fünf Spieltagen der vergangenen Saison und Platz eins träumten die Fans vom Aufstieg, im Pokal schied das Team erst im Viertelfinale gegen Bayern aus. Hoffnungen waren geweckt, erfüllt wurden sie nicht. Klammert man diese Highlights aus, könnte der aktuelle Tabellenstand die sportliche Bilanz unter Gertjan Verbeek nicht besser widerspiegeln: Mittelmaß.

Der SC Freiburg musste in der vergangenen Saison von 34 Spielen 23 gewinnen, um als Erster aufzusteigen. Leipzig gewann 20 Mal. Zum Vergleich: Unter Verbeek hat der VfL 23 Zweitliga-Spiele gewonnen – von 67. Weitere 23 Partien endeten unentschieden, 21 Mal verlor Bochum. Im Klartext: 44 Begegnungen unter Verbeek wurden nicht gewonnen. Das sind 65 Prozent.

Keine Dominanz zu erkennen

In der laufenden Saison mit erst fünf Siegen stagniert die Weiterentwicklung. Der Fußball an sich ist zwar ansehnlicher als in früheren Jahren, doch die von Verbeek propagierte dominante Spielphilosophie oder überraschende Aktionen gab es zuletzt kaum zu sehen. Erst kürzlich räumte der 54-Jährige ein, dass zwischen seiner Forderung von „agieren statt reagieren“ und der Umsetzung seiner Spieler häufig eine große Diskrepanz liegt.

 

Trotz dieser Umstände hat Gertjan Verbeek den VfL voran gebracht. Der Coach hat positive Entwicklungen angestoßen. Dass Bochum in der laufenden Saison daheim noch ungeschlagen ist, ist dabei sogar eher ein Nebeneffekt. Noch wichtiger: Die zwischenzeitigen Erfolge der vergangenen Saison haben den Zuschauerschnitt verbessert, der Pokal spülte ebenso mehrere Millionen in die Kassen wie der Verkauf von Spielern, die unter Verbeek für Furore gesorgt hatten.

Schulden verringert

Durch die Einnahmen verringerte der Klub seine Schulden von 7,5 auf 4,5 Millionen Euro. Die laufende Saison ist finanziell abgesichert, Bochum hat wieder Luft zum Atmen. Von der Bundesliga ist der VfL jedoch genauso weit entfernt wie bei Verbeeks Amtsantritt.  

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