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VfL ist um Ruhe bemüht: Hochstätter: „Wir wissen, was wir machen“

BOCHUMEinige Tage sind mittlerweile ins Land gezogen, seit die enttäuschende Leistung von Fußball-Zweitligist VfL Bochum beim 1:1 gegen den Karlsruher SC die Anhänger gespalten hat. Die Konzentration beim Tabellenzwölften (vor dem 20. Spieltag) gilt aktuell der Vorbereitung auf das Spiel am Montag (20.15 Uhr) bei Aufstiegskandidat Hannover 96. Der VfL ist um Ruhe bemüht.

Hochstätter: „Wir wissen, was wir machen“
Sind um Ruhe bemüht: Christian Hochstätter (l.) und Gertjan Verbeek. Foto: dpa

Die Begleitumstände rund um das KSC-Spiel hatten hohe Wellen geschlagen: Die Absetzung von Felix Bastians als Vize-Kapitän. Die später via Vereins-Homepage relativierte Zuschauer-Schelte von Nachfolger Manuel Riemann. Die sportliche Talfahrt mit nur einem Sieg aus den vergangenen acht Spielen.

„Ich verstehe die Hysterie nicht“

Umso mehr sind die Verantwortlichen an der Castroper Straße um Ruhe bemüht. „Dass wir in dieser Situation nicht gelobt werden, ist mir klar. Dazu bin ich zu lange im Geschäft“, stellte Sportvorstand Christian Hochstätter im Gespräch mit dieser Redaktion klar, sagte aber auch: „Ich kann die ganze Hysterie nicht verstehen.“

Hochstätter schaute noch einmal kurz auf die bisherigen Punktspiele im Jahr 2017. „In Berlin (1:2; Anm. d. Red.) haben wir in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, sind dann unglücklich auf die Verliererstraße geraten. Aber Union ist auch nicht irgendwer. Der Klub steht auf Rang vier und hat Möglichkeiten, um in der Winterpause für 1,6 Millionen einen Spieler zu verpflichten. Das Karlsruhe-Spiel war erst das zweite in diesem Jahr.“

Die Tabelle lügt nicht“

Dass Felix Bastians auch ohne Kapitänsbinde ein ganz wichtiger Baustein beim VfL ist, ist für Hochstätter selbstverständlich. „Seine Meinung, dass wir im Abstiegskampf sind, teile ich allerdings nicht“, merkte der 53-Jährige an, wenngleich er einräumte: „Es ist richtig: Die Tabelle lügt nicht.“

Mit dem bisher Erreichten ist der VfL weit hinter seinen Erwartungen geblieben. Daraus machte der Bochumer Sportvorstand keinen Hehl. „Wir haben die Latte durch die vergangene Saison hochgelegt und werden der Erwartungshaltung zurzeit nicht gerecht. Auch uns gefällt der Tabellenplatz nicht, aber die Gemengelage lässt im Moment nichts Besseres zu. Wir haben neun Verletzte, der Trainer musste in jedem Spiel die Mannschaft anders aufstellen.“

Aus Pfiffen der Zuschauer lernen

Im letzten Heimspiel machten die Zuschauer ihren Frust mit Pfiffen deutlich. „Ja, auch ich habe Pfiffe vernommen“, räumte Christian Hochstätter ein, versuchte jedoch darin auch eine Chance zu sehen: „Ich habe auch erlebt, wie die Fans uns nach dem 0:1-Rückstand unterstützt haben. Und wenn die Zuschauer pfeifen, dann ist das eine Kritik, aus der man lernen und es beim nächsten Mal wieder besser machen muss.“

Wie der VfL den Weg aus der Krise finden will, ist tägliches Thema der Verantwortlichen. „Wir sprechen viel miteinander und analysieren die Situation. Aber so, dass wir schauen, dass wir es wieder hinkriegen“, gibt Hochstätter einen Einblick. Seine Erkenntnis: „Jeder muss enger zusammenrücken und sich auf das Wesentliche besinnen. Ich will die Situation nicht schönreden oder anders darstellen, als sie ist, aber ich glaube, dass wir wissen, was wir machen.“

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