Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

: Deutsche Kombinierer blicken schon ins Olympia-Jahr

Schonach (dpa)Das erfolgreichste Wettkampfjahr der deutschen Nordischen Kombinierer ist Geschichte. Bundestrainer Hermann Weinbuch sinniert bereits über die Vorbereitung der Olympia-Saison.

Deutsche Kombinierer blicken schon ins Olympia-Jahr
Bundestrainer Hermann Weinbuch (M) feiert mit der Kristallkugel in Händen den Gewinn der Nationenwertung. Foto: Patrick Seeger

Am Ende einer aus deutscher Sicht Wahnsinns-Saison wusste der Bundestrainer der Nordischen Kombinierer, dass die Ergebnisse dieses Winters wahrscheinlich nicht mehr zu toppen sein werden.

Hermann Weinbuch ballte die Fäuste, umarmte seine Trainerkollegen, Techniker und Betreuer, bedankte sich bei seinen Athleten. Er weiß, dass nun die Ansprüche und die Erwartungshaltung unglaublich gestiegen sind. Gerade in der folgenden olympischen Saison könnte dies erdrückend sein. Schon deshalb schaltete der Coach wieder ganz schnell vom Feier- in den Arbeitsmodus um.

23 Einzel-Weltcups gab es im zu Ende gehenden Winter, 21 Mal stand einer seiner Schützlinge ganz oben auf dem Podest. Im Gesamtweltcup sicherten sich Eric Frenzel und Johannes Rydzek die ersten zwei Plätze, der Nationen-Cup war praktisch schon zur Halbzeit des Wettkampfjahres entschieden. Und da bei der WM in Lahti alle vier Titel nach Deutschland gingen, lediglich zwei der acht möglichen Medaillen nicht von Weinbuch-Schützlingen gewonnen wurden, geht die Saison 2016/2017 als erfolgreichste in die deutsche Kombinierer-Geschichte ein.

"Wir haben wohl nicht viel falsch gemacht", resümierte Weinbuch, ergänzte aber: "Ich sehe das individuell. Und da gab es in der Trainingssteuerung bei dem einen oder anderen Athleten Punkte, die nicht so gut gelaufen sind." Bei seinen Spitzenleuten aber wäre sehr viel aufgegangen, bemerkte der Coach.

Im Blick voraus wird Weinbuch ernst. "Wir müssen die gleiche Lockerheit, das gleiche positive Arbeitsklima und das gleiche Leistungsdenken in der Gruppe halten. Das wird nicht einfach werden, da wir ja zwei Kampfhähne haben, die alles wollen. Es kann aber immer nur einer oben stehen. Das zu händeln kann vielleicht ein Problem werden", meinte Weinbuch angesichts seiner Top-Leute Frenzel und Rydzek. Die verstehen sich zwar außerhalb des Wettkampfes richtig gut, dafür geht der Ehrgeiz mit ihnen auch schon mal durch.

In Sachen internationale Konkurrenz ist sich Weinbuch sicher, dass Norwegens Sprungwunder Jarl Magnus Riiber nach seiner langen Verletzungspause in der nächsten Saison wieder angreift und damit die Wettbewerbe verändert. "Wir müssen beim Springen akribisch arbeiten, unsere Geschwindigkeiten im Anlauf erhöhen. Sonst verlierst du auf Riiber mehr als eine Minute, und die holst du nicht immer auf", erklärt der Bundestrainer. Zudem darf das Laufen nicht vernachlässigt werden. Die Zahl der Trainingskilometer wird noch einmal erhöht.

Jetzt ist zunächst aber Erholung angesagt. Anders als vor einem Jahr, als man noch die günstige Schneelage ausnutzte und Kilometer keulte. Frenzel war froh, dass ihm das nach dem erfolgreichen Saisonabschluss in Schonach nicht mehr bevorsteht. Er freut sich auf die Zeit mit seiner Familie. "Ich bin froh, jetzt etwas zurückgeben zu können. Meine Familie hat für meinen Erfolg sehr viele Entbehrungen in Kauf genommen", sagte er. "Die Saison war lang, die Jungs sind ausgebrannt, auch psychisch. Deshalb gehen wir die Saisonvorbereitung diesmal anders an", erklärte Weinbuch. Der Trainer-Fuchs wird wieder die richtigen Wege finden.

Zur Startseite >

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG