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Mutmaßlicher Serientäter: Bochumer (20) für drei brutale Verbrechen angeklagt

BOCHUMZwei Bochumer Altenpflegerinnen wurden skrupellos ausgeraubt – eine Frau aus Köln sexuell missbraucht. Binnen drei Wochen soll ein 20-jähriger Bochumer zum „Albtraum“ für drei Frauen geworden sein, seit Donnerstag steht er in Bochum vor Gericht. Was die Anklage dort schildert, ist unfassbar brutal.

Bochumer (20) für drei brutale Verbrechen angeklagt
Der 20-jährige Angeklagte gab vor Gericht zu, die zwei Pflegerinnen attackiert zu haben. Foto: Werner von Braunschweig

Drei brutale Verbrechen, ein Täter? Die Anklage schildert heftige Szenen. Am 10. März soll der 20-Jährige gegen 5.40 Uhr in der Straße „Am Siepen“ eine Altenpflegerin auf dem Weg zur Arbeit attackiert haben. Der 54-Jährigen wurde bei dem Straßenraub die Handtasche entrissen und immer wieder mit der Faust gegen das Gesicht geschlagen. Sie erlitt einen Jochbein- und einen Augenhöhlenbruch.

Die Folgen der Tat sind dramatisch: Durch die schweren Gesichtsverletzungen war die Frau gezwungen, mindestens sechs Wochen nicht zu kauen. Bis heute, so Opferanwältin Stephanie Ihrler, ist die 54-Jährige in psychotherapeutischer Behandlung und absolut arbeitsunfähig. Ihrler: „Sie ist schon nass geschwitzt, wenn sie nur an den Weg zur ihrer alten Arbeitsstelle denkt.“

"Ich schäme mich sehr dafür"

Nur drei Wochen später erlebte eine Bochumerin (58) am Goyer Busch ihren „Albtraum“. Auch diese Pflegerin wurde früh morgens auf dem Weg zur Arbeit angegriffen, auf eine Wiese gezerrt, blutig geschlagen und ausgeraubt.

Dass der Angeklagte derjenige war, der die beiden Pflegerinnen attackiert hat, gab er am Donnerstag vor Gericht zu. „Ich schäme mich sehr dafür“, sagte der 20-Jährige. Er sei jeweils auf dem Weg von der Disko gewesen und habe sich spontan entschlossen, die Frauen anzugreifen.

Seit dem 9. April 2017 sitzt der 20-Jährige in U-Haft. Die Polizei war ihm durch seine eigene Unvorsichtigkeit und Dummheit auf die Spur gekommen. Der Angeklagte hatte nämlich seine eigene Sim-Karte in das bei dem ersten Straßenraub erbeutete Handy (Samsung A3) gesteckt – kurz danach kam es in der Wohnung seiner Eltern zu einer Hausdurchsuchung. Im Zimmer des 20-Jährigen fand sich dabei auch das geraubte Handy. Der Angeklagte hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die rosafarbene Schutzhülle zu entfernen.

Dass er zwischen den beiden Straßenraubüberfällen am 21. März in Köln eine Disko-Bekanntschaft in einem Spielplatzhäuschen vergewaltigt haben soll, wies der 20-Jährige zum Prozessauftakt zurück. Weil er bereits einschlägig wegen Raubes vorbestraft ist und unter laufender Bewährung steht, droht ihm nun im Prozess eine empfindliche Jugendhaftstrafe.

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