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Prozess in Bochum: Ex-Agent Mauss: "Scheinumzug" nach München?

BOCHUMHat sich Ex-Geheimagent Werner Mauss zum Schein in München angemeldet? Diese Frage beschäftigt offenbar das Bundeskriminalamt. Ein entsprechendes Schreiben an die Staatsanwaltschaft ist am Montag vor dem Bochumer Landgericht verlesen worden.

Ex-Agent Mauss: "Scheinumzug" nach München?
Ex-Agent Werner Mauss (l.) im Verhandlungssaal des Landgerichts in Bochum Foto: dpa

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich das Bundeskriminalamt (BKA) per Email an die Bochumer Ermittler gewandt. In dem Schreiben wurde zunächst bestätigt, dass Mauss in den 1970er- und 1980er-Jahren mit verschiedenen Tarnidentitäten ausgestattet worden sei. Die verschiedenen Namen würden zurzeit allerdings einer Prüfung unterzogen.

Dann heißt es weiter: Dem BKA sei mitgeteilt worden, dass Mauss und Familie ihren Hauptwohnsistz nach München verlegt hätten. Es bestünde jedoch der Verdacht, dass es gar keinen Umzug geben habe. Sollte das so sein, so heißt es in der Email des BKA weiter, wäre das möglicherweise ein Verstoß gegen das Bundesmeldegesetz und als Ordnungswidrigkeit zu verfolgen.

Mauss selbst hat dazu im Prozess keine Stellung genommen. Die Verteidiger reagierten allerdings pikiert, weil sie von der Mitteilung des BKA überrascht worden sind. "Wir hätten das gerne vorher gewusst", hieß es dazu im Prozess. 

Gericht drückt aufs Tempo

Die Richter drücken derweil auf Tempo. Sie wollen den Prozess im Mai abschließen und haben die Verteidiger gebeten, weitere Beweisanträge bis spätestens zum 24. April zu stellen. Am Montag ist bereits das Vorstrafenregister verlesen worden, das im Falle Mauss allerdings leer ist. Die Verlesung ist in der Regel einer der letzten "Programmpunkte" vor den Plädoyers.

Mauss selbst setzt seine Hoffnung weiter auf einen Zeugen, der angeblich einem ausländischen Geheimdienst angehören soll. Für die Dauer seiner Vernehmung hatten seine Verteidiger allerdings den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Das hatten die Richter abgelehnt. Die Anwälte wollen jedoch noch einen weiteren Versuch starten.

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