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Prozess in Bochum: Mann verprügelte Stiefsohn (16) mit Stock

BOCHUM/HERNEVor einem Jahr hat ein Mann aus Herne seinen Stiefsohn gezwungen, von draußen einen Stock zu holen. Damit hat hat er dann den 16-Jährigen verprügelt. Seit Mittwoch steht er vor Gericht – gemeinsam mit seiner Ehefrau. Der Auslöser der harten Strafe: eine Lapalie.

Mann verprügelte Stiefsohn (16) mit Stock
Gemeinsam mit seiner Ehefrau steht der 41-Jährige in Bochum vor Gericht. Er soll seinen Stiefsohn mit einem Stock verprügelt haben. Foto: Jörn Hartwich

Die Fotos, die nach der Prügelaktion gemacht worden sind, sind erschreckend. Die Striemen gehen kreuz und quer über den Rücken, alles ist geschwollen. Fünf bis sechs Mal soll der Stock auf dem Rücken des Jungen gelandet sein. „Ich habe ihn geschlagen, wie einen Mann“, sagte der 41-jährige Angeklagte den Richtern am Bochumer Landgericht.

Und seine mitangeklagte Ehefrau, die ursprünglich aus Kenia stammt, ergänzte: „So haben wir das in Afrika gelernt. Du gehst nach draußen, holst einen Stock und kommst wieder rein.“ Ihr Sohn habe sich nach der Prügelaktion auch gar nicht beschwert. Er habe ja auch selbst wählen können: entweder Stubenarrest oder Stockschläge. „Es war eigentlich alles wieder in Ordnung.“

Wiederholen wollte er seine Vorwürfe nicht

So ganz vergessen konnte der 16-Jährige die Bestrafungsaktion aber wohl doch nicht. Rund einen Monat später hatte er sich einer Freundin und deren Mutter anvertraut. Kurz darauf hat ihn das Jugendamt aus der Familie geholt und in einer Wohngruppe untergebracht.

Völlig zerrüttet scheint das Verhältnis aber trotzdem nicht zu sein. Vor seiner Zeugenvernehmung hat der 16-Jährige seine angeklagte Mutter im Gerichtssaal erst einmal mit einem Wangenkuss begrüßt. Wiederholen wollte er seine Vorwürfe dann auch nicht. Er berief sich auf sein Schweigerecht, was ihm als Sohn auch zusteht.

Warum er überhaupt geschlagen wurde? Die Angeklagten hatten ihm während ihrer Abwesenheit verboten, die Tür zu öffnen. Und genau daran hatte sich der 16-Jährige nicht gehalten. Seine Besucherin war allerdings nicht irgendwer, sondern seine Stiefschwester.

„Ich war einfach sauer“, sagte der 41-Jährige den Richtern. Damals habe sich einfach alles aufgestaut. Der Sohn seiner Frau habe sich einfach an keine Absprachen gehalten und ihnen nur Sorgen gemacht. „Er war drei bis vier Monate nicht in der Schule und hat auch noch geklaut.“ Die Anklage lautet auf Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährliche Körperverletzung.

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