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Streit an Silvester: Partygruppe soll Kinder mit Böllern beworfen haben

BOCHUMFast eine Woche ist seit Silvester vergangen und allmählich wird klar, dass die Nacht keineswegs so entspannt verlief, wie es bisher den Anschein hatte. Im Stadtteil Höntrop wurde ein 12-jähriges Mädchen durch einen Böller an der Hand verletzt – vorausgegangen war ein Streit, an dem auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr beteiligt waren.

Partygruppe soll Kinder mit Böllern beworfen haben
Auf dem Vorhof der Feuerwehrwache Höntrop/Eppendorf kam es an Silvester zu einem Streit. Foto: Benjamin Hahn
Update, 11.55 Uhr:

Nach Angaben der Polizei konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Es handelt sich dabei um einen 30-Jährigen, der zum Zeitpunkt des Böllerwurfs stark alkoholisiert war: "Er hatte eine Blutalkoholkonzentration von rund 1,4 Promille", so Polizeisprecher Gudio Meng.

Bei dem Fußballverein, in dessen Vereinsheim der Tatverdächtige gefeiert haben soll, herrscht Verwirrung über den Vorfall. Nicht jeder im Vorstand sei von den Vorfällen in Kenntnis gesetzt worden. Nach Auskunft des 2. Geschäftsführers Werner Roesler will der Verein die Vorfälle am Montagabend (5.) auf einer Vorstandssitzung diskutieren.


Ursprüngliche Meldung:

Es geschah rund um das Feuerwehrhaus an der Höntroper Straße, das sich die beiden Freiwilligen Feuerwehren aus Eppendorf und Höntrop teilen. Während die Höntroper in der Nacht Bereitschaft hatten, feierten die Eppendorfer Feuerwehrmänner gemeinsam mit ihren Familien ins neue Jahr hinein. Auch im benachbarten Vereinsheim des FC Höntrop 80 wurde gefeiert. Allerdings hatten die Fußballer ihr Vereinsheim an eine außenstehende Gruppe weitervermietet – und genau die sorgte in der Silvesternacht für eine heftige Auseinandersetzung.

Diese Gruppe zog, nach Aussage der Feuerwehrmänner, um Mitternacht auf den großen Vorhof des Feuerwehrhauses, um von dort aus Raketen und Böller zu zünden. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie bitte auf den öffentlichen Parkplatz ein paar Meter weiter gehen sollen“, sagt Benedikt Damwerth. Zwar befand sich der Eppendorfer Feuerwehrmann nicht im Dienst und feierte mit seinen Eppendorfer Kollegen vor Ort nur privat, aber sie wollten gemeinsam Platz für die Höntroper Löscheinheit schaffen. Denn die war zuvor zu einem kleinen Garagenbrand ausgerückt und wurde wieder auf der Wache erwartet.

Verletzungen durch Böller

Doch die Gruppe ging offenbar nur sehr widerwillig vom Hof und verhielt sich dabei sehr aggressiv, wie Damwerth sagt: „Die haben gezielt Böller auf unsere Kinder geschmissen.“ Einer explodierte unmittelbar neben der Hand von Damwerths Tochter. Schwere Verletzungen zog sie sich dabei glücklicherweise nicht zu. „Das wurde auch direkt durch unsere Rettungssanitäter versorgt“, sagt er.

Doch der Vorfall heizte die Auseinandersetzung weiter an. Während Damwerth die Polizei verständigte, stellte seine Frau die Gruppe zur Rede: „Die haben sie beleidigt und ihr mit Schlägen gedroht“, sagt der Familienvater. Als in dem Moment die Löscheinheit Höntrop von ihrem Einsatz zurückkehrte, eskalierte die Situation offenbar vollends. Von Beleidigungen wie „Scheiß Feuerwehr“ spricht Damwerth. Und davon, dass die ehrenamtlichen Einsatzkräfte mit Böllern beworfen wurden.

Drei Streifenwagen, zwei Anzeigen

„Einer, der dann auch weggelaufen ist, hat gezielt eine gerade abschießende Batterie in Richtung der Höntroper umgeschmissen“, sagt er. Ob dahinter Absicht steckte oder nicht, kann der Höntroper Löschzugführer Patric Olschewsky nicht sagen. „Sie kann auch so umgekippt sein.“ Fakt ist jedoch, dass mehrere Raketen aus dieser Batterie zwischen den Höntroper Feuerwehrmännern explodierten – eine sogar unter einem Fahrzeug. Geschlichtet wurde der Streit dann durch die Polizei, die gleich mit drei Streifenwagen ausrückte. Damwerth und seine Frau haben den Vorfall so auch gleich zur Anzeige bringen können – wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Beleidigung.

Der Feuerwehrführung ist der Vorfall nicht bekannt. Doch der Abteilungsleiter des Operativen Dienstes der Feuerwehr Bochum, Stefan Lieber, weist darauf hin, dass die Hofflächen und Ausfahrten der Feuerwehrwachen jederzeit nutzbar sein müssen: „Gerade auch in der Silvesternacht kann das gewohnte Sicherheitsniveau für die Bochumer Bürger nur durch das Zusammenwirken der Einsatzkräfte von Berufsfeuer, Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdiensten gewährleistet werden“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung.

Gespräche mit Verein

Inzwischen gab es auch bereits erste Gespräche zwischen dem Fußballverein und der Freiwilligen Feuerwehr Höntrop darüber, wie in Zukunft mit Vermietungen umgegangen werden könnte. Die Ermittlungen der Polizei in dieser Sache dauern derzeit noch an.

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