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CAS Sounds - Folge 11: Phoenix: Castrop-Rauxeler Band im Rentenalter

CASTROP-RAUXELSeit 45 Jahren gibt es Phoenix. Sie nennt sich wohl zurecht die älteste Band in Castrop-Rauxel. Zumindest mit dem Zusatz, dass sie nie pausierte. In der 11. Folge unserer Serie "CAS Sounds" haben sie uns erklärt, warum sie immer noch Lust auf Musik haben - und in unserem Video geben sie eine Kostprobe.

Phoenix: Castrop-Rauxeler Band im Rentenalter
Seit 45 Jahren spielt diese Band zusammen (v.l.): Günter Jahn, Wolfgang Mertens, Manfred Koch, Helmut Zimmerle und Peter Koch. Wir besuchten Phoenix in unserer Serie CAS Sounds in ihrem Proberaum in der Schule in Deininghausen. Foto: Tobias Weckenbrock

Die Band feiert Jubiläum – nicht ganz rund, aber die 45 macht sie voll: 45 Jahre Pop- und Rock- und Countrymusik. Zu diesem Geburtstag hat Phoenix nun ihre fünfte eigene CD so gut wie fertig – und tritt am Samstagabend im Parkbad Süd auf.

Die Auftritte sind recht rar – sie sind keine Profi-Musiker, keine Männer, die jedes Wochenende auf Tour sein wollen. Viermal im Jahr, das muss reichen, „es soll ja nicht in Arbeit ausarten“, wie Helmut Zimmerle (69), der Schlagzeuger, sagt. Ihr wöchentlicher Termin, das ist die Probe. Sie ist das, was bei anderen der Stammtisch ist: Man trifft sich, man unterhält sich, man musiziert zusammen. Jeden Mittwoch in einem eigenen Raum in der Förderschule in Deininghausen.

Nur ein Auftritt in diesem Jahr

600 Euro zahlt die Band dafür pro Jahr an die Stadt und hat so kein Probenraum-Problem, über das sonst schon mal Bands klagen. 21 Jahre lang probte die Band vorher in der Wilhelmschule in Dorf Rauxel – ehe man vor drei Jahren festgestellt habe, dass das nicht gehe, weil Rettungswege fehlten. Davor waren die Elisabethschule und ganz früher das Bonhoeffer-Zentrum die Zuhauses der Band – fast alles Schulen, ohne dass Phoenix aber jemals Schulband war.

Noch rarer als sonst schon macht sich Phoenix in diesem Jahr: Der einzige Auftritt ist an diesem Samstag, 14. Oktober, im Parkbad Süd. Dafür mietete die Band den Raum selbst an: Das Eintrittsgeld (9 Euro, nur Abendkasse) bleibt bei den Musikern, die Getränke-Einnahmen gehen an den Wirt – eine Standardvereinbarung im lokalen Musikgeschäft.


Das mit dem einzigen Auftritt hat aber nicht mit dem Ü-60-Altersdurchschnitt der Jungs zu tun, sondern einen einfachen Grund: Im 45. Band-Jahr stand die CD-Produktion im Vordergrund. Es ist die fünfte, die die Band herausgibt. Die vierte, die sie selbst mit der eigenen Technik einspielte und abmischte. Eine, auf der keine eigenen Stücke sind. Ein reines Cover-Album. Die erste eigene CD entstand 1997 in einem Habinghorster Tonstudio – ein Geschenk an sich selbst zum 25-jährigen Bestehen.

Seitdem hält man den Fünf-Jahres-Rhythmus. „Damals, das ging daneben“, erinnert sich Wolfgang Mertens (66), der die Tasten bedient. Er spielt Klavier und Keyboard, aber auch am Mischpult, ist also der „Ton-Ingenieur“ der Truppe. Der Mischer damals, sagt er, habe sein Handwerk nicht verstanden. Ab der zweiten CD nahm er das dann selbst in die Hand.

CD kostet 10 Euro

Auf der neuen CD sind Klassiker der Marke „Hotel California“ und „Sloopy hang on“ zu hören. Für 10 Euro kann man sie Samstag beim Konzert und danach bei den Jungs direkt kaufen. „Phoenix – noch geht‘s“ ist der Titel. „Wir sind alle im Rentenalter“, sagt Günter Jahn (66), der Bassist, der immer wieder als zweite Stimme in den Gesang von Zimmerle eintaucht, zum Namen des Albums.

Helmut Zimmerle erzählt davon, dass aus Phoenix-Bandmitgliedern Kumpels wurden. „Einmal hatten wir eine Weihnachtsfeier mit unseren Frauen“, so Zimmerle – „aber die Chemie stimmte nicht, das ging schief.“ Die Weihnachtsfeier gibt es immer noch, immer im Januar und fast immer mit allen Männern – aber jetzt ohne Frauen. „Ja, wir sind Freunde“, sagt er. Fünf Freunde, Beatles-Fans, die am Samstag auf der Bühne stehen – im Rentenalter, aber in alter Frische.

Phoenix im Überblick
Zur Band gehören Helmut Zimmerle (69, Schlagzeug, Gründungsmitglied 1972), die beiden Gründungsmitglieder Manfred Koch (64, Gitarre, Gesang) und Günter Jahn (66, Bass, Gesang) sowie Peter Koch (67, Gitarre) und Wolfgang Mertens (Tasteninstrumente, Ton-Techniker, seit 1980 dabei).
Die CDs: „25 – dat isset“ (1997). „Immer noch“ (2002). „Jetzt erst recht“ (2007). „Noch kein Ende in Sicht“ (2012). „Noch geht‘s“ (2017).
Das Konzert im Parkbad Süd, Am Stadtgarten 20, beginnt am Samstag, 14. Oktober, um 20 Uhr. Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro.

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