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Lange Straße in Habinghorst: Vibrierende Walze brachte Haus zum Wackeln

HABINGHORSTDie Lange Straße in Habinghorst wird auf Höhe des Schulzentrums asphaltiert. Das war notwendig, das ist unstrittig. Strittig aber ist der Einsatz einer speziellen Maschine. Der hat in der Wohnung von Anwohnern wohl dafür gesorgt, dass unter anderem Tassen aus dem Regal gefallen sind. Noch schlimmer: Ein Kind soll verletzt worden sein.

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  • Vibrierende Walze brachte Haus zum Wackeln
    Elisabeth Nellen vor ihrer Wohnung (hinter ihr die Wohnzimmerfenster): Hier wird nun schon seit mehreren Wochen gebaut, gerüttelt und gewalzt. Foto: Tobias Weckenbrock

Dieter Nellen spricht bei unserem Ortsbesuch in seiner Wohnung von einer „Mega-Walze“: Mitte Februar hätten die Bauarbeiter damit begonnen, drei Meter vor der Wohnung die ausgekofferte Baugrube zu verdichten. „Dass Schäden an unserer Wohnung entstanden sind, lässt sich regeln. Aber dass ein Kind verletzt wurde und sich die Verantwortlichen nicht melden, obwohl sie mehrfach informiert wurden, ist bedauerlich“, schreibt Barbara Nellen an unsere Redaktion. Niemand zeige sich verantwortlich – das sei verwerflich, „das klage ich an“.

Mitte Februar waren die Erschütterungen so stark, dass Bilder von der Wand, Gläser und Tassen aus Regal und Schrank gefallen seien. Von einer Deckenlampe seien einige Schirmchen gepurzelt. Das Ärgerlichste aber: Eine Auszieh-Anfertigung des Esszimmertisches sei zusammengebrochen und auf die Beine des dreieinhalbjährigen Enkelkindes gefallen, das am Tisch saß. Blaue Flecken waren die Folge. Der Bauarbeiter, den sie angesprochen habe, habe gesagt, er müsse nach Vorschrift verdichten und habe weitergemacht.

Die Nellens wendeten sich an die Baufirma Gehrken aus Dortmund und den Auftraggeber, den EUV-Stadtbetrieb. Der beauftragte eine andere Firma mit Vibrationsmessungen. Das Ergebnis teilte Thorsten Werth-von Kampen am Montag auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Bei Messungen wurden 40 Prozent des Grenzwertes erreicht, bei dem man mit Schäden in oder an Gebäuden rechnen muss.“

Hohe Verdichtung der Straße ist notwendig

Also alles rechtens? Dieter Nellen glaubt das nicht. Er meint, so eine Walze, die neben der Walzfunktion zusätzlich vibriert, sei überdimensioniert für die Arbeit direkt vor dem Haus. Das sei erforderlich, erklärte dagegen Werth-von Kampen. Es gehe um eine hohe Verdichtung, heute bei jeder Straße erforderlich. „Wir müssen eine bestimmte Tragfähigkeit herstellen“, so der EUV-Vorstand. „Wir haben uns mit diesem Vorgang intensiv beschäftigt und die beschädigten Teile angeschaut.“ Dazu wolle er keine Wertung abgeben. Man sei der Überzeugung, dass keine Schäden am oder im Haus entstehen.

Der EUV werde eine Stellungnahme an das Ehepaar Nellen richten. Dass es von Anwohnern solche Beschwerden gebe, sei normal – in diesem Fall seien sie die einzigen gewesen, die sich beschwert hätten. Das kann daran liegen, dass die Baustelle weitgehend vor dem Schulzentrum liegt, das nicht direkt an die Straßenkante gebaut ist. Die Firma Gehrken beantwortete uns keine Fragen und verwies auf den EUV.

Nach den Vorfällen veranlasste der nach eigener Aussage, direkt am Haus der Nellens zur Verdichtung nur noch eine Handwalze einzusetzen. Die eine Fahrbahnseite sei jetzt fertig. Wenn das Wetter so bleibe wie aktuell, sei die Baustelle zu Ostern abgeräumt, so Werth-von Kampen. 

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