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Polizistenbeleidigung: "Sternschnuppe" bringt Castrop-Rauxeler vor Gericht

CASTROP-RAUXELSieben Polizisten in drei Streifenwagen aufgrund der Aussage "Du Sternschnuppe": Wie konnte es soweit kommen? Und war das eine Beleidigung? Solche Fragen musste nun ein Richter klären. Warum in diesem Fall eine "Sternschnuppe" mehr als 500 Euro kostete, haben wir aufgeschrieben.

Der Angeklagte hatte sich am frühen Abend im Oktober vergangenen Jahres mit einem Polizisten angelegt. Der war eigentlich am Kreisel Westring /Herner Straße dabei, einen Verkehrsunfall aufzunehmen. Insgesamt drei Ordnungshüter inspizierten die beiden am Auffahrunfall beteiligten Autos, die am Straßenrand neben dem Zebrastreifen geparkt worden waren.

Von drei Fußgängern, die die Straße überqueren wollten, machten zwei einen Bogen um die Unfallautos, doch der dritte wollte durch die Mitte. Daran versuchte eine Polizistin ihn zu hindern. „Ich gehe, wo ich will“, soll er nach ihrer Aussage gesagt haben, sehr wütend. Als ein Kollege dazu kam, sei er ausfallend geworden. „Was willst du denn mit deinen beiden Sternen, du Sternschnuppe“, soll er den Polizeioberkommissar permanent geduzt haben. Dabei sei er aggressiv und laut gewesen.

Verstärkung angefordert

Weil er darauf beharrte, seinen Weg durch die Unfallstelle fortzusetzen, riefen die Polizisten Verstärkung herbei. „Ich habe Eskalationspotenzial gesehen, weil die beiden Begleiter des Angeklagten ja noch am Straßenrand standen“, erklärte der 33-jährige Polizist, gegen den sich die Beleidigungen richteten, seine Entscheidung. Sieben Polizisten in drei Streifenwagen waren schließlich vor Ort.

„Mich hat der Aufwand überrascht, aber ich fand die Situation auch bedrohlich“, sagte eine am Unfall beteiligte Zeugin. „Ich habe mich vorsichtshalber im Auto in Sicherheit gebracht.“ Weil der Angeklagte den ausgesprochenen Platzverweis nicht befolgte, schob ihn ein weiterer Polizist vom Geschehen fort. Was ihm eine Gegenanzeige wegen Körperverletzung einbrachte, über die bislang noch nicht verhandelt wurde.

Geldstrafe über 525 Euro

„Das war unnötig“, gab der Angeklagte zu, nachdem er eingangs nur seinen Anwalt reden ließ. Einsichtig zeigte er sich dennoch in keiner Weise. Während sein Verteidiger erwartungsgemäß einen Freispruch forderte, verhängte der Richter eine Geldstrafe über 525 Euro und machte deutlich, dem Angeklagten nicht zu glauben. 

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