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Bauantrag eingereicht: Muslime möchten 23 Meter hohes Minarett

HervestDie Ditib-Moscheegemeinde Dorsten hat, wie angekündigt, ihre Pläne für die Erweiterung ihres Gebetshauses Am Holzplatz 17 bei der Stadt eingereicht. Das bestätigte Stadtbaurat Holger Lohse auf Anfrage. Neu ist, dass Ditib ein 23 Meter hohes „symbolisches Minarett“ im Hof des Gebäudekomplexes in Hervest errichten lassen möchte.

Muslime möchten 23 Meter hohes Minarett
Die Moschee aus einer Perspektive vom Dach des Berufskollegs: Auf dem Gelände soll ein Minarett gebaut werden. Foto: Claudia Engel

„Das ,symbolische Minarett‘ soll ein von außen wahrnehmbares, deutlich sichtbares Zeichen für den Standort unserer Moschee sein, aber kein Minarett im herkömmlichen Sinn, von dem der Muezzin fünfmal täglich zum Gebet ruft“, sagte Mustafa Coban, Vorsitzender der Moscheegemeinde, gestern auf unsere Anfrage. Er ergänzte: „Bei uns in der Gemeinde ist erst vor Kurzem der Wunsch danach geäußert worden.“ Bei der öffentlichen Vorstellung der Pläne war vom Minarett noch keine Rede gewesen.

Der Vorstand habe kurzfristig auf Wunsch einiger Gemeinde-Mitglieder beschlossen, den Plänen das „symbolisches Minarett“ im Innenhof der Moschee hinzuzufügen. Die Unterlagen für den gesamten Komplex, der vom Dorstener Architekten Axel Steinau entworfen worden ist, seien bei der Stadt eingereicht worden. „Wir wollen erst einmal wissen, ob das überhaupt geht oder nicht“, sagte Mustafa Coban.


Stadtbaurat Holger Lohse bestätigte auf Anfrage, dass die Baupläne für Erweiterung und das Minarett im Innenhof abgegeben und erste Gespräche geführt worden seien. „Mit 23 Metern Höhe überragt die Spitze den Dachfirst des denkmalgeschützten Alten Postgebäudes“, sagte Lohse auf Nachfrage, wie die Höhe des „symbolischen Minarettes“ einzuschätzen sei. „Was ist bauordnungsrechtlich zulässig, was lässt der Denkmalschutz zu?“ – das seien zwei wesentliche Fragen, die eingehend geklärt werden müssten.

300.000 Euro für Anbau

Gemeindevorsitzender Mustafa Coban beziffert die Kosten für den Erweiterungsbau der Moschee auf „mindestens 300.000 Euro“. In den Betrag sei das Minarett noch nicht einkalkuliert. „Mit den monatlichen Beiträgen unserer 300 Mitglieder, die fünf bis zehn Euro zahlen, können wir die Baukosten nicht finanzieren“, sagte er außerdem. Die Ditib-Gemeinde Köln und das türkische Konsulat würden deshalb mit Spendenaufrufen bei den Freitagsgebeten in den nordrhein-westfälischen Moscheen das Bauvorhaben der Dorstener Moscheegemeinde publik machen und dafür Geld einwerben. Geld aus der Türkei, so Coban, „bekommen wir nicht“. 

 

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Kommentare
  • und dann....
    von Suedwind am 16.03.2017 11:12 Uhr

    ...wird dieser 23 m Gebetsturm für seinen ursprünglichen Zweck genutzt, und über Dorstens Dächer klingt Tag für Tag der Gebetsruf??
    Ich kann nicht verstehen, das nach dem Bericht hier in dieser Zeitung, Dorstener Bürger wieder mal mit Unaktivität und Gleichgültigkeit glänzen. Aber hier im Lande kann eh jeder tun und lassen was er will, un der "dumme deutsche Michel" machts mit!

  • zu.."vermutlich nicht"
    von Suedwind am 15.03.2017 19:53 Uhr

    Ich möchte nur einschränken, wenn unsere Toleranz von anderer Seite nicht gelebt wird.
    Ich stelle mir dabei eine christliche Kirche, mit ähnlichem Außmaß eines Kruzzifixes, in der Türkei vor!

  • 23m Minarett ?
    von Suedwind am 15.03.2017 11:16 Uhr

    Ob Religion, Politik, Denken oder Brauchtum...

    erlaubt man uns in anderen Ländern auch alles?

  • Vermutlich nicht
    von EMEF am 15.03.2017 14:39 Uhr

    Nein Suedwind, vermutlich nicht. Aber ist es nicht schön zu wissen, dass wir in einer fortschrittlichen Gesellschaft leben, die auch Menschen mit jedwigen religiösen Ansichten respektiert und akzeptiert?
    Religionsfreiheit einschränken wegen einem kleinem Turm wäre nun wirklich lächerlich.

  • Genau!
    von BuergerDorstens am 15.03.2017 21:50 Uhr

    ...und genau darum dürfte es doch von einer toleranten Gemeinde auch kein Problem sein auf diesen KLEINEN 23-Meter-TURM zu VERZICHTEN1

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