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Alia droht das Tierheim: Familie bestellt Labrador-Boxer - und bekommt Kampfhund

DORTMUND/GELSENKIRCHENDie Überraschung war groß, als Alia vor einem Jahr bei ihrer neuen Besitzer-Familie ankam: Die Dortmunder hatten im Internet einen Labrador-Boxer bestellt - doch dann war Alia plötzlich ein Staffordshire-Terrier, eine als gefährlich eingestufte Rasse. Jetzt entschied ein Gericht: Die Familie muss die Hündin gegen ihren Willen abgeben.

Familie bestellt Labrador-Boxer - und bekommt Kampfhund
Ein Staffordshire-Terrier. Symbolbild: dpa

Vor einem Jahr hatte Staffordshire-Hündin Alia in Dortmund ein neues Zuhause gefunden. Doch jetzt droht ihr das Tierheim. Die Klage ihres Frauchens ist am Dienstag vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen abgewiesen worden.

Alia war im Sommer 2016 von einem privaten Züchter aus Griechenland gekommen. Die Dortmunder Familie hatte sie über das Internet bestellt – allerdings als Labrador-Boxer-Mischung. Umso größer war die Überraschung, als eine Tierärztin Alia plötzlich als Staffordshire-Terrier – und damit als gefährlichen Hund – einstufte.

Besitzerin: "Ich brauche den Hund, um nicht so einsam zu sein"

Der Versuch, bei der Stadt eine Erlaubnis für die Haltung des Welpen zu bekommen, schlug dann auch gleich fehl. Ein gefährlicher Hund ist ein gefährlicher Hund, hieß es beim Amt. Und der dürfe in der Familie laut Landeshundegesetz nicht gehalten werde. 

Da half es auch nicht, dass Alia der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern längst ans Herz gewachsen und ihr angeblich auch endlich wieder ihre Lebensfreunde zurückgebracht hat. In einem Schreiben ihrer Anwälte hieß es dazu: „Ich habe noch nie eine enge Bindung zu einem Hund gehabt.“ Und: "Ich brauche den Hund, um nicht so einsam zu sein.“

Richter erteilen keine Ausnahmegenehmigung

Laut Verwaltungsgericht Gelsenkirchen reicht das jedoch nicht aus, um eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Weitere Gründe konnte Alias Frauchen im Prozess auch nicht vorbringen. Sie war nämlich gar nicht zur Verhandlung erschienen. 

Sollte das Urteil rechtskräftig werden und sich die Familie weiterhin weigern, den Hund abzugeben, wird die Stadt Alia selbst aus der Familie holen und ins Tierheim bringen.

 

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Kommentare
  • Diskussion am Leben vorbei
    von vaikl am 11.10.2017 00:47 Uhr

    Es geht nicht um das Listing von Kampfhunden, bei denen ihre Besitzer natürlich immer nur das Beste von ihren "Lieblingen" erwarten. Es geht um eine Familie bzw. deren Mutter, die ohne Erfahrung, ohne Wissen und ohne klare Zielvorstellung von Hundehaltung eine "Sache" im Internet bestellt und mit der zwangsläufigen Enttäuschung nun auch noch medial hausieren geht.

    Ich wünsche dem Hund, dass er nicht bei solchen Familien bleibt bzw. endet.

  • Es gibt auch Bundesländer ohne Rasselisten
    von Roland_Lokison am 10.10.2017 17:29 Uhr

    wie z.B. Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

    Bedeutet dies, dass ein Staffordshire Terrier aus diesen Ländern weniger "gefährlich" ist als ein Staffordshire Terrier aus den Bundesländern mit Rasselisten?

    Der Gesetzgeber macht die Gesetze und er kann diese Nennen und Begründen wie er will und doch ist die Rasse Staffordshire Terrier weder gefährlicher noch harmloser als z.B. ein deutscher Schäferhund.

    Ich persönlich bin für die Abschaffung der Rasseliste. Doch dafür muss jeder Hundehalter einen sogenannten Hundeführerschein machen und jeder Hund spätestens mit 3 Jahren einen Wesenstest.

  • Cesar Millan: Die Pit Bull Story
    von Roland_Lokison am 10.10.2017 17:43 Uhr

    kann ich jedem empfehlen der sich über die Staffordshire Terrier informieren möchte.

  • Und jetzt?
    von Russell am 10.10.2017 15:19 Uhr

    Ich kenn mich nicht aus, was passiert denn mit dem Hund im Tierheim?
    Wird er von dort an jemanden vermittelt?

  • Tierheim Vermittlung von Rasselistenhunde
    von Roland_Lokison am 10.10.2017 17:38 Uhr

    ist meines Wissens nur in ein Bundesland möglich wo es diese Rasseliste nicht gibt.

    Prinzipiell besteht also Hoffnung für diesen Welpen. Wobei wahrscheinlich die betroffene Familie solange für die Unterbringung in dem Tierheim zahlen muss wie sich dieser Hund dort befindet und dies ist alles andere als billig.

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