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An der LWL-Klinik: Prima-Ballerina Monica Fotescu-Uta gibt Therapiekurse

DORTMUNDBallett- und Theaterbesucher kennen Monica Fotescu-Uta nur zu gut. 13 Jahre lang tanzte sie am Dortmunder Ballett, war dort 2003 die erste Solistin. Jetzt hat sie sich einer ganz neuen Arbeit gewidmet: Sie gibt Sophro-Danse-Kurse. Was das ist, erklärt sie selbst.

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  • Prima-Ballerina Monica Fotescu-Uta gibt Therapiekurse
    Bis 2015 tanzte Monica Fotescu-Uta als Solistin am Dortmunder Ballett. Foto: Oliver Schaper

In dem kleinen Gymnastikraum der LWL-Klinik läuft ruhige Klaviermusik. Sechs Patienten sind an diesem Dienstagnachmittag bei Monica Fotescu-Utas Kurs. „Wie geht es Euch heute, was sind Eure Wünsche?“, fragt sie. „Ich bin gerade in einem Tief, brauche etwas zum Wachwerden, Action“, sagt einer. „Ich möchte meine Vielfalt entwickeln.“ – „Ich möchte lernen, zu erkennen, was ich wirklich will.“ – „Ich möchte mich entspannen, auch mal bewusst eine Pause für mich machen.“

13 Jahre lang – bis 2015 – war Monica Fotescu-Uta Solistin am Dortmunder Ballett. Jetzt arbeitet sie unter anderem an der LWL-Klinik in Aplerbeck und gibt dort Sophro-Danse-Kurse, als Teil der Bewegungstherapie an der Klinik. Die Sophrologie macht den ersten Teil von Sophro-Danse aus. Es ist die Lehre der Harmonie, erklärt Monica Fotescu-Uta, des inneren Gleichgewichts. Der zweite Teil ist der Tanz. In ihren Kursen verbindet sie beides miteinander. Die Choreografien führt ihre Gruppe auch auf. Im Juni haben sie ihre erste Inszenierung gezeigt.

Sophrologie als Entspannungsmethode

Monica Fotescu-Uta beginnt die Stunde mit Aufwärmübungen. Ihre kurzen braunen Locken wippen dabei. „Wir bewegen den Kopf nach rechts und wieder nach links, ganz langsam, atmen ein und aus. Wir sagen Nein. Jetzt den Kopf von oben nach unten, wir sagen ja, atmen ein und wieder aus.“

Ursprünglich ist die Sophrologie gar nicht mit dem Tanz verbunden. Mit Techniken der Entspannung und Meditation sollen Stress und Anspannungen abgebaut werden. Der spanische Psychiater Alfonso Caycedo hat die Sophrologie in den 60er-Jahren ins Leben gerufen. Noch während ihrer Zeit im Dortmunder Ensemble hat Monica Fotescu-Uta in Belgien nebenher Sophrologie studiert, anschließend in Andorra einen Master gemacht und eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Bewegung mit Atmung und Gedanken synchronisiert

Mithilfe von Bewegung und Tanz sollen die Teilnehmer der Sophro-Danse-Kurse eigenen Bedürfnisse und das eigene Bewusstsein besser wahrnehmen und auch ihr Selbstbewusstsein stärken – dazu könnten letztlich auch die Auftritte beitragen. Die Anerkennung und Wertschätzung stärke das eigene Bewusstsein.

Das Tanzen lasse die Patienten sich wieder selbst wahrnehmen. „Wenn wir die Bewegung mit der Atmung und unseren Gedanken synchronisieren, hilft das, auszudrücken, was man wirklich spürt“, sagt sie. Mit dem Tanz könnten die Patienten ihre eigenen Gefühle ohne Worte ausdrücken.

Erste Solistin in Dortmund

Monica Fotescu-Uta ist in Bukarest geboren und dort zur „Romanian State Ballet School“ gegangen. Im Anschluss wurde sie sofort ins Ensemble der rumänischen Nationaloper übernommen. In Deutschland hat sie ihr erstes Engagement an der Deutschen Oper in Düsseldorf. 2003 kommt sie an das Dortmunder Theater¨– als erste Solistin am Ballett. „Die Arbeit als Balletttänzerin ist sehr, sehr hart. Wäre da nicht die Bühne, wäre diese Seite nicht, weiß ich nicht, ob ich das gemacht hätte.“ Therapie und Tanzen, die Ballerina versucht, beides zu machen. 

Zwei bis drei Mal die Woche trainiert sie zurzeit beim Ballett in Hagen. „Der Ballettdirektor dort möchte, dass ich im Ensemble tanze“, sagt Fotescu-Uta. „Vielleicht könnte eine Zusammenarbeit entstehen.“ Das sei noch offen.

Braucht die Bühne

Immer wieder wird sie auch als Gast zu Ballettgalas eingeladen, war erst diesen Sommer wieder bei einer Gala in Ancona in Italien – inzwischen zum fünften Mal. Als Gast einer Gala bleibt sie auch mehrere Wochen vor Ort, lernt die Choreografie und studiert alles ein. Zusätzlich gibt sie Ballett- und Sophro-Danse-Workshops. Sie weiß, wie es ist, sich ausgelaugt zu fühlen. „Im Prinzip interessiert es keinen, ob es uns Tänzern gut geht oder wie stark wir belastet sind. Wir müssen nur funktionieren“, sagt sie.

Die Sophrologie habe ihr geholfen. Aber sie brauche auch die Bühne. Das werde immer so sein, sagt sie.

Die Geschichte erscheint am Sonntag (13. August) in der Digitalen Sonntagszeitung. Die eZeitung einen Monat unverbindlich testen:

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