Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Bei Lippstadt festgenommen: Islamist war auch in Dortmund unterwegs

DORTMUNDEin 21-jähriger Islamist, den die Polizei Mitte Februar in Bad Waldliesborn in der Nähe von Lippstadt festgenommen hat, hat sich vor seiner Festnahme auch in Dortmund aufgehalten. Der Deutsch-Kasache hatte sich eine Armbrust gekauft und wurde festgenommen.

Islamist war auch in Dortmund unterwegs
Die Staatsanwaltschaft Dortmund. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Der Mann, der vor wenigen Jahren zum Islam konvertiert ist, war den Ermittlern aufgefallen, während sie in einem anderen Verfahren ermittelten, sagte die zuständige Staatsanwältin Sonja Frodermann auf Anfrage. Der Mann, der im Raum Paderborn aufgewachsen ist, hatte sich eine Armbrust gekauft und sich mit dieser Waffe dann auch auf der Straße aufgehalten.

Gegenstände zum Bombenbau gefunden

Deswegen war er zunächst festgenommen worden. Doch da eine solche Armbrust – obwohl sie eine tödliche Waffe sein kann – nicht unter das Waffengesetz fällt, war das kein Haftgrund. Den fanden die Ermittler dann im Pensionszimmer, in dem der Mann wohnte. Hier wurden Gegenstände gefunden, die sich auch zum Bombenbau verwenden lassen könnten. Dabei, so ein hochrangiger Ermittler, habe es sich um Gegenstände gehandelt, die man auch in einem größeren Haushalt finden könnte, die aber so und in ihrer Zusammenstellung in Pensionszimmern eher selten zu finden seien. 

Die notwendigen Chemikalien soll der Mann noch nicht gehabt haben. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung von Montag sollen die Ermittler auch IS-Glaubensbekenntnisse und eine Anleitung zum Bombenbau auf dem Smartphone des Mannes gefunden haben. 

Nach Informationen unserer Redaktion geriet er in den Fokus der Ermittler, als er hier in Dortmund mit einem anderen Gefährder unterwegs war. Es folgte eine mehrwöchige Überwachung, der zufolge der Mann sich auch eine Woche in Dortmund aufhielt.

Gab es Verbindungen?

Iwan K. hatte, so die Staatsanwältin, Kontakte in das Netzwerk des Hildesheimer Predigers Abu Walaa. Der wurde im November 2016 festgenommen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen ihn und mehrere andere Personen unter anderem wegen Unterstützung des Islamischen Staates. Ebenfalls zum Netzwerk von Abu Walaa gehörte der in Dortmund lebende Deutsch-Serbe Boban S., der ebenfalls im November 2016 verhaftet wurde und der dem Berlin-Attentäter Anis Amri hier in der Stadt Unterschlupf gewährt hatte. Über mögliche Verbindungen von Iwan K. zu Boban S. sei aktuell nichts bekannt, so Staatsanwältin Frodermann.

Warum sich Iwan K. in Dortmund aufhielt und was er hier tat, ist im Moment noch unklar. Man ermittele noch in diesem Fall, so die Staatsanwältin. Dass der 21-Jährige „etwas“ geplant hatte, davon gehen Ermittlerkreise aus. Was das genau war, ist noch unklar. Dass es sich um einen Anschlag in Dortmund gehandelt haben könnte, wird verneint.

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG