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Betrugsmasche mit Routenplaner: Inkasso-Firma droht mit Aufbrechen der Haustür

DORTMUNDEin unbedachter Klick im Internet hat Hagen G. eine handfeste Drohung eingebracht: Weil der 78-jährige Dortmunder - ohne es zu wissen - einen unseriösen Routenplaner gekauft hat, droht nun ein Inkasso-Büro damit, seine Tür aufzubrechen und die Schulden einzutreiben - es sei denn, er überweist 750 Euro. Wir erklären die neue Betrugsmasche.

Inkasso-Firma droht mit Aufbrechen der Haustür
Ein Schlüsseldienst. Foto: Holger Hollemann

Unerwünschter Besuch von einem Schlüsseldienst droht dem 78-jährigen Hagen G. am Freitag – für den Fall, dass er einem Inkasso-Büro die Tür nicht öffnet. Das Büro will bei ihm Wertgegenstände beschlagnahmen.

Einen Vollstreckungstitel will diese ominöse Inkasso-Firma gegen den Senior erwirkt haben, wurde ihm schriftlich mitgeteilt. Und dass der Senior die Beschlagnahme seiner Wertgegenstände noch abwehren könne („...die Gegenstände werden mit dem Kleintransporter abtransportiert, für größere Gegenstände wird eine Spedition beauftragt.“), falls er die „unverzügliche Bezahlung des offenen Betrags von 750 Euro per Amazon-Gutschein, dem sicheren Online-Bezahlsystem, bis spätestens Mittwoch, den 19. 04. 2017“ vornehme.

Ähnliche Fälle im Rest von NRW

Ein Fall für die Polizei. Ein Fall für die Verbraucherzentrale. Hagen G. stellte Strafanzeige wegen Nötigung und meldete sich in der Beratungsstelle in der Reinoldistraße. Dort ist er bislang der einzige Fall aus Dortmund, der Leiterin Helene Schulte-Bories bekannt wurde.

Aber nicht der einzige Fall in den Verbraucherzentralen des Landes: Wiederholt meldeten sich Betroffene, von denen die Inkassoabteilung der Media Solution GmbH oder eine Firma namens Inkasso Steinbach & Partner mehrere Hundert Euro für die Nutzung eines Online-Routenplaners verlangen.

Gewinnspiel war Lockmittel

Hagen G. kann sich an das Anklicken einer solchen Routenplaner-Seite nur grob erinnern. Gelockt werden Internet-Surfer von dem unseriösen Routenplaner mit einem Gewinnspiel. Wer seine Daten einträgt, soll Geld für eine angebliche Mitgliedschaft zahlen. Weder wurde auf dieser Seite darauf hingewiesen, dass die Dienste kostenpflichtig sind, noch, dass dem Vertrag widersprochen werden kann. Beides aber ist gesetzlich vorgeschrieben.

Helene Schulte-Bories rät Betroffenen, sich auf gar keinen Fall von einem „erwirkten Vollstreckungstitel“ schrecken zu lassen: „Nur Gerichtsvollzieher dürfen pfänden, nicht private Unternehmen. Der Adressat bekäme in einem solchen Fall zunächst einen Mahnbescheid vom Amtsgericht, einen gelben Umschlag mit Zustelldaten. Und dann hätte er 14 Tage Zeit zum Widerspruch.“

Die Verbraucherzentrale hat zu dieser neuen Routenplaner-Abzocke inzwischen einen Musterbrief ins Internet gestellt, mit dem geleimte User auf die unberechtigten Geldforderungen reagieren können.

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