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Kritik am Vorstoß des Cityrings: Betriebsräte sind gegen ein Late-Night-Shopping

DORTMUNDDer Cityring kündigte im Juli ein Late-Night-Shopping an: Am 30. September (Samstag) sollen die City-Geschäfte bis 23 Uhr geöffnet bleiben. Am Donnerstag aber melden sich die Betriebsräte der City-Händler mit klarer Botschaft: "Wir lehnen das Late-Night-Shopping ab." Wie denken Sie darüber? Stimmen Sie jetzt ab!

Betriebsräte sind gegen ein Late-Night-Shopping
Verkaufsoffener Sonntag am Dortmunder Westenhellweg. Foto: Schaper

Viele Betriebsräte und er selbst hätten von dem Late-Night-Shopping aus der Presse erfahren, teilte Rainer Kajewski von der Gewerkschaft Verdi mit. „Es gehörte mal zum guten Ton, dass der Cityring-Vorstand mit uns über solch gravierende Änderungen der Öffnungszeiten in der Innenstadt vorab ins Gespräch kommt.“ Verdi lud für vergangenen Mittwoch knapp 30 Betriebsräte von Kaufhof, Karstadt, Saturn, Primark, H & M und anderen ein, um ihre Meinung zu hören. Fazit: Die große Mehrheit der Betriebsräte sage Nein zum Late-Night-Shopping. „Wir wurden in die Entscheidung des Cityrings nicht mit einbezogen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein wertschätzender Umgang mit den Kollegen, die in den Betrieben der Innenstadt arbeiten, sieht anders aus“, heißt es von Karstadt-Betriebsrat Gerd Löpke.

 
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Mit dem geplanten Late-Night-Shopping, so Löpke, habe man mehrere Probleme: Es belaste die Beschäftigten zusätzlich, auch seien die meist weiblichen Kolleginnen besorgt, wenn sie noch spät in der Nacht vom Arbeitsplatz nach Hause fahren müssten. Und: Erfahrungen zeigten, dass die mit einer Spät-Öffnung verbundenen Kosten in keinem Verhältnis zu den Einnahmen stünden.

Nicht genehmigungspflichtig

Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer räumte auf Anfrage – und nach einem Telefonat mit Kajewski – ein: Der Verweis auf den „guten Ton“ sei richtig, man hätte seitens des Cityrings vorab mit Verdi und den Betriebsräten sprechen können.

Allerdings sei das Late-Night-Shopping anders als ein verkaufsoffener Sonntag nicht genehmigungspflichtig, sondern müsse nur bei der Stadt angemeldet werden. „Daher hatten wir das Gespräch mit den Gewerkschaften nicht auf dem Schirm“, sagte Rutenhofer. Im Übrigen sei er auch grundsätzlich nicht befugt, mit einzelnen Betriebsräten zu verhandeln – das sei Sache der Händler.

Gibt es einen Kompromiss?

Dennoch: Nach dem Telefonat mit Kajewski zeigte sich Rutenhofer optimistisch, die Sache noch klären und einen Kompromiss finden zu können. Der könnte beispielsweise so aussehen, dass die Geschäfte statt bis 23 Uhr nur bis 22 Uhr geöffnet haben. Kajewski, die Betriebsräte und Rutenhofer wollen nächste Woche miteinander sprechen.

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