Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Sprengstoff-Angriff auf Mannschaftsbus: BVB-Anschlag: Das ist der Stand der Ermittlungen

DORTMUNDDas Bundeskriminalamt und die Dortmunder Polizei suchen seit dem 11. April wichtige Spuren, um den Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus aufklären zu können. Stets fließen neue Erkenntnisse in die Suche ein. Wir listen auf, was öffentlich bekannt ist.

BVB-Anschlag: Das ist der Stand der Ermittlungen
Polizeibeamte sicherten am Dienstag spuren am BVB-Mannschaftshotel. Foto: dpa

Viel berichtet wurde über den Gesundheitszustand von BVB-Abwehrspieler Marc Bartra, der nach einer Operation inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden ist. Wie geht es dem verletzten Polizisten?

Der Motorrad-Polizist sollte den Mannschaftsbus vom Hotel l’Arrivée zum Stadion führen, was bei BVB-Heimspielen üblich ist. Er wurde auf der kurzen Fahrt zur Wittbräucker Straße durch die Bombenexplosionen schwer verletzt und ist weiter dienstunfähig. Details zu seinem Zustand sind nicht öffentlich.

Die Spurensuche am Dienstagabend am Tatort erfolgte eine Woche nach dem Anschlag – sind die Spuren nicht durch Regen und andere Einflüsse vernichtet worden?

Wind und Wetter sind Feinde der Kriminaltechniker, vernichten aber nicht alle Spuren. Die Polizei konnte schon über Jahre nicht aufgeklärte Kriminalfälle mit der Analyse von alten Spuren lösen.

Warum sicherte das BKA noch am Dienstagabend (18. 4.) weitere Spuren? Spricht das für ein Versäumnis?

Laut Polizei: nein. Ermittler sicherten wichtige Spuren bereits am Abend und in der Nacht nach dem Anschlag sowie in den Tagen danach. Sie erzielten von Tag zu Tag neue Erkenntnisse, die weitere Untersuchungen am Tatort erforderten. Die Spurensuche ist anspruchsvoll, auch, weil der Tatort sehr groß ist – die Bombensplitter sind in einem Radius von 100 Metern verteilt worden. Vorher scheinbar unbedeutende Spuren könnten eine neue Bedeutung erhalten.

Warum rekonstruierte die Polizei am Dienstag mit einem Bus die Tat vom 11. April?

Bei Verbrechen ist die Rekonstruktion am Tatort ein Standard. Dafür setzt die Polizei alle belastbaren Erkenntnisse ein. In diesem Fall, um die Absicht des Täters, mehrere Menschen töten zu wollen, nachweisen zu können. Die Polizei muss anhand von Spuren und Zeugenaussagen beweisen können, dass der Sprengstoff tatsächlich geeignet gewesen wäre, in einem Bus fahrende Menschen töten zu können. Dafür sind die Ermittler auch auf die Aussagen der Bus-Insassen angewiesen.

Zum Glück gab es nicht mehr Verletzte. Hätten die drei Bomben noch größeren Schaden anrichten können?

Ja, denn der Schirrmannweg führt nicht nur zum Hotel l‘Arrivée, sondern auch zum Niederhofener Wald, der bei Spaziergängern und Joggern sehr beliebt ist. Die Bomben explodierten an einem Parkplatz, den auch Hotelgäste nutzen. Wären zur Tatzeit in dem Bereich Passanten unterwegs gewesen, hätte der Anschlag tödliche Folgen haben können. Auch Anwohner sind noch erschüttert, weil die Tat in unmittelbarer Nachbarschaft geschehen ist und Schäden angerichtet hat.

Mehrere Bekennerschreiben sind aufgetaucht. Wie sind die zu bewerten?

Es gibt unterschiedliche Bekennerschreiben: Von „Trittbrettfahrern“, die auf einen Fall aufspringen und öffentlichkeitswirksam mitspielen wollen. Von Tätern, die eine falsche Fährte legen wollen, und von Tätern, die es ernst meinen – und es gibt Täter, die einen Anschlag ausüben, ohne sich dazu zu bekennen.

Gibt es Hinweise auf den oder die Täter?

Die Ermittler sagen dazu nichts. Fest steht: Sie ermitteln nicht nur wegen eines anfangs angenommenen islamistischen Hintergrunds, sondern in mehrere Richtungen. Die Öffentlichkeit kann jetzt nur abwarten.

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Prozessauftakt in Bochum: Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger schweigt vor Gericht

Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger schweigt vor Gericht

BOCHUMNach der Vergewaltigung von zwei chinesischen Studentinnen in Bochum hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Der 32-Jährige soll im vergangenen August und November in der Nähe der Ruhr-Universität über die beiden 22 und 28 Jahre alten Frauen hergefallen sein. Beim Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht äußerte sich der angeklagte Asylbewerber aus dem Irak nicht zu den Vorwürfen.

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG