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Über 1,6 Millionen Klicks: Dortmunder landet Internet-Hit mit Cabrio-Konzert

DORTMUNDMittlerweile wird er schon als der Cabrio-Mann erkannt: Ekrem ist Sänger und hat im Cabrio gesungen - mit ganz viel Liebe zu seiner Heimatstadt Dortmund. Während der Fahrt. Ein Video des witzigen Trips durch die City geht derzeit im Internet durch die Decke.

 

Ekrem Karaca sitzt in seinem Cabrio, es ist kupfer-gold lackiert. Langsam fährt er über die Pflastersteine an der Kampstraße rund um die Reinoldikirche. Mit der linken Hand hält er das Steuer, in der rechten ein Mikrofon. Und er singt. Mit ganz großer Leidenschaft.

Laut tönt aus den Boxen seines Autos seine ganz persönliche Version von Dru Hills „Sleeping in my bed“, in der er seine Heimatstadt Dortmund mächtig feiert. Das Video seiner singenden Autofahrt durch die Dortmunder City hat Ekrem Karaca vor vier Wochen im Internet veröffentlicht. Es ist zu dem geworden, was man einen viralen Hit nennt. Mehr als 1,6 Millionen Mal ist das Video seither angesehen worden.

Singender Busfahrer

Ekrem Karaca sitzt oft hinter dem Steuer. Das ist sein Job. Er erarbeitet bei DSW21 als Busfahrer. Ekrem Karaca singt oft. Schon seit er ein Kind ist. Das ist seine ganz große Leidenschaft. Am liebsten verbindet er beides. Im Bus nur manchmal, meistens im Nachtexpress, wenn er die jungen Menschen von der Party nach Hause fährt und sie noch gut drauf sind. „Dann hau ich auch mal einen raus“, sagt er – und grinst.

In seinem Auto, einem funkelnden Cabriolet, aber singt er eigentlich immer. Ein Freund hat ihm die Technik extra so eingebaut, dass er jederzeit sein Mikro anmachen und ein Autokonzert geben kann. Das Video, das nun im Internet eine ganze Menge Fans gefunden hat, habe er mit seinem Freund Sabit Simsek ganz spontan aufgenommen. „Es war der erste richtig warme Tag“, sagt der 31-Jährige. Mit dem Cabrio war er unterwegs in der Innenstadt. „Dann habe ich ganz spontan mit dem Mikro den Song gesungen“, sagt er. Freund Sabit Simsek habe mit dem Handy gefilmt. „Und dann haben wir es hochgeladen, weil wir es witzig fanden“, sagt Ekrem Karaca. „Es war ein Gag.“

Der Gag kam gut an. Rasend schnell verbreitete sich das Video, das der Dortmunder auf seiner privaten Facebook-Seite veröffentlicht hat. 1,6 Millionen Mal wurde es allein dort bisher angesehen, 12.500 Mal geteilt. 22.000 Menschen haben „Gefällt mir“ geklickt und 7000 kommentiert. „Damit hätte ich nie gerechnet“, sagt Karaca. Er habe seither etliche Nachrichten erhalten, viele Anfragen für Auftritte und Songs, erzählt er. Selbst in der Stadt werde er schon erkannt. „Guck mal“, würden die Leute dann sagen, „da ist der Cabrio-Mann.“

Song-Contest Vorentscheid mit Klangpoet

Im Video gibt sich der Sänger mit türkischen Wurzeln extrem selbstbewusst. Immer wieder tanzt er mit seinen Händen, singt und rappt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Dann erzählt er von dem Song, der ihn jetzt ein bisschen bekannter gemacht hat. Früher habe er in Clubs gerappt. Dru Hill mochte er immer besonders gerne. „Ich liebe den Song“, sagt er. Und er liebt seine Heimat. „Ich bin Dortmunder“, sagt er und klopft sich mit der Hand auf die linke Brust. Schon sein ganzes Leben lang wohnt er im Dortmunder Westen. „Wenn ich woanders bin, habe ich immer Sehnsucht nach Dortmund.“

Ekrem Karaca ist gerne Busfahrer. Aber wenn er könnte, dann würde er das mit der Musik am Liebsten professionell machen. „Musik liegt mir sehr am Herzen“, sagt er. „Ich versuche es jetzt schon seit vielen Jahren.“ Oft stand er schon kurz davor. Sieben Jahre lang war er Teil der Dortmunder Band Klangpoet. 2015 war die Gruppe im Vor-Vorentscheid zum Eurovision Songcontest, scheiterte nur knapp.

Facebook-Hit als singender Busfahrer

Vor einem Jahr hatte Ekrem Karaca schon einmal einen Facebook-Hit. Als singender Busfahrer performte er mit Klangpoet und Sängerin Truth Hurts deren Hit „So Addictive“. Mehr als 3 Millionen Mal wurde das Video angesehen. „Ich mag es, öfter mal aufzufallen“, sagt Ekrem Karaca. Er singt, wenn er Lust hat, auch bei Ikea. Oder auf dem Westenhellweg.

Die Geschichte von Klangpoet ist seit Anfang des Jahres zu Ende. Die Band hat sich aufgelöst, nachdem Sängerin Leonie nach Köln gezogen ist. Band-Mitglied Zarko Trajkovski macht unter dem Namen Klangpoet allein weiter. Ekrem Karaca, der mit Zarko noch immer eng befreundet ist, ist jetzt Solo-Künstler unter seinem eigenen Namen. Sein erster Song sei schon in Arbeit, sagt Ekrem Karaca. Ende August soll er erscheinen.

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