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Verbandsbeschluss: Trampoline in Kleingärten werden verboten

DORTMUNDIn Dortmunds Kleingärten droht Ärger um Trampoline und Kinderlärm. Der Stadtverband der Dortmunder Gartenvereine hat nämlich beschlossen, die Spielgeräte grundsätzlich zu verbieten. Erste Gärtner protestieren.

Trampoline in Kleingärten werden verboten
Ein Trampolin im Gartenverein Flora - bald wird dieses Bild der Vergangenheit angehören. Foto: Stephan Schütze

Im Hörder Kleingartenverein (KGV) „Flora“ ist bereits zu lesen, was in den nächsten Tagen alle 118 Vereine erfahren werden: „Trampoline jeder Art und Größe sind nicht gestattet“. Stadtverbandsvorsitzende Edelgard Möller bestätigte nun auf Anfrage, dass es einen entsprechenden Beschluss des Vorstands gibt.

„Das ist keine kleingärtnerische Nutzung. Außerdem ist die Unfallgefahr groß und es geht um Versicherungsfragen, falls Unbefugte die Trampoline nutzen“, sagt Edelgard Möller. Außerdem gebe es zunehmend Beschwerden über die Lärmbelästigung. „Kinderlachen und -weinen kann man nicht abstellen. Aber Getöse braucht man nicht“, sagt sie. Bereits 2014 hatte es nach einem Verbot eines Vereinsvorstands in Kley eine ähnliche Debatte gegeben. Jetzt gilt das Verbot stadtweit.

Auch Fußballspielen und Schwimmbecken

Ulrich Möller, „Flora“-Pächter und nicht verschwägert oder verwandt mit der Stadtverbands-Chefin, steht ein wenig fassungslos vor dem Aushang mit dem Trampolinverbot. „Wenn man so anfängt, dann müsste man auch Bobby-Cars und andere Spielzeuge verbieten, die Lärm machen“, sagt er.

Der dreifache Großvater verweist auf die Leitlinien des Bundesverbands der Kleingärtner, nach denen die Förderung der Naturbegeisterung  von Kindern ein ausdrückliches Ziel ist. Gerade in der Hörder Anlage gebe es aber kaum andere Angebote für Kinder. So seien die Trampoline weit verbreitet. Ulrich Möller wird vorerst „abwarten“ und sein Trampolin stehen lassen. „Bisher war das nie ein Thema. Ich frage mich, nach welchem Regelsystem hier entschieden wird.“

Mit den Hüpf-Geräten wird bei „Flora“ auch gleich das Fußballspielen untersagt, ebenso sind jetzt „übergroße Schwimmbecken“ verboten.

 „Wir sagen, was in den Anlagen passiert und was nicht“

Edelgard Möller sagt: „Wir erwarten, dass die Geräte abgebaut werden.“ Und betont: „Wir sagen, was in den Anlagen passiert und was nicht. Einer muss ja das Sagen haben.“ In Dortmund besteht laut Stadtsprecherin Heike Thelen ein „selbstverwaltetes Kleingartenwesen“.

Thelen: „Die Verwaltung und die Überwachung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben obliegen dem Stadtverband Dortmunder Gartenvereine in eigener Zuständigkeit.“ Das Bundeskleingartengesetz legt ein Verbot von Spielgeräten nicht ausdrücklich fest.

 
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Kommentare
  • Aushang in der Vereinsanlage Flora wurde geändert
    von mou am 11.04.2017 09:45 Uhr

    Sinngemäß steht in dem neuen Aushang: Inzwischen wurden alle übergroßen Trampline aus unseren Gärten entfernt. Auf den übrigen wüschen wir unsern Kindern viel Spaß.
    Noch einmal wird darauf hingewiesen, dass nur Trampoline bis 1,20 m Durchmesser zugelassen sind. Die übrigen wären Sport- und nicht Spielgeräte.
    Bei der letzteren Aussage handelt es sich leider wieder einmal um eine willkürliche Festlegung ohne sachliche Kompetenz. Man hat vielleicht etwas datzu gelernt - aber nicht genug! Ein Sportgerät muss sicherlich ganz andere Anforderungen erfüllen als ein Gartentrampolin, auf dem mehr "gehopst"als Wettkampfmäßig Sport getrieben wird. Eine größere Fläche kann dabei eher unfallvermeidend wirken.
    Ruhestörung ist nicht an gr0ße Trampoline gebunden sondern ein allgemeineres Problem, das unter der Rubrik "Rücksichtsnahme" in der Vereinssatzung grundsätzlich geregelt ist.

  • Edelgard Möller
    von Winni1953 am 24.03.2017 12:09 Uhr

    Diese Dame sollte doch wohl besser beim Friedhofsamt eine Beschäftigung suchen.
    Da können sich die Kunden nicht mehr beschweren.

  • Liebe Kinder , nicht Lachen,Grinsen erlaubt !
    von r.volbers am 22.03.2017 20:11 Uhr

    Kennen die alten,verkalkten, frei gewählten Entscheidungsträger in den Gartenverbänden die Motivation des Herrn Schreber zur Gründung von Gemeinschaftsgartenanlagen. Er wollte eine freie Oase für kinderreiche, sozialschwache ( sind inzwischen auch nicht mehr gern gesehen) Familien schaffen.
    Seid wann ist herzliches Kinderlachen Lärm und wieso ist ein Trambolin unfallgefährdend ? Wo doch gerade ein trambolinähnliches Netz, gespannt unterhalb von Trapezen im Zirkus, als unfallverhütend gilt! Komisch ! Oder sollten hier doch spielende,tobende Kinder diese komische Entscheidung beeinflußt haben ?
    Nah-ja,jeder Verein bekommt den Vorstand den er wählt ! Darum: Jugend nach vorn.

  • Allen gedient
    von motte am 22.03.2017 14:10 Uhr

    Die Kleingärtner sollten einfach die Friedhofssatzung übernehmen, dann weiß jeder wie er sich zu verhalten hat, keine Diskussionen mehr, alles gut zwinkern

  • Vergreisung des Vereinslebens
    von rakan am 21.03.2017 20:41 Uhr

    Das ist Politik im kleinen. Da wird mit Halb- und Unwahrheiten argumentiert und es geht wohl eigentlich nur darum, einigen kinderlosen Kleingärtnern ihre Extraportion Ruhe, zwischen Rase mähen, Kanten trimmen und tratschen über die Nachbarn zu gönnen. Großzügig vergessen wird bei der Gelegenheit, dass man der Vergreisung des Vereinslebens nur mit der Aufnahme und Unterstützung von Familien, auch mit Trampolin springenden und Fußball spielenden, Kleinkindern aktiv entgegen wirken kann. Der Verweis auf mangelnden Versicherungsschutz etwaiger Fremdnutzer ist hanebüchen. Fremde haben in meinem Garten und auf meinem Trampolin nix zu suchen. Wer sich unerlaubt Zutritt verschafft und fremdes Sportgerät nutzt und sich dabei verletzt, hat selbst Schuld, Pech gehabt und es schlichtweg, eigentlich auch nicht besser verdient. Gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme sind angesagt. Von allen Seiten. Egoismus ist irgendwie auch asozial. Aber nur ein bisschen oder wie???

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