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Rückzug aus Dortmund: Pflanz verkauft Renault- und schließt Peugeot-Autohäuser

DORTMUNDDas Bochumer Autohaus Pflanz, das 1938 seine erste Werkstatt eröffnete, hat Standorte in Bochum, Herne und Gelsenkirchen. Dortmund, danach sieht es aus, wird wohl bald von der Pflanz-Landkarte verschwinden: Die Pflanz-Gruppe will das Autohaus Eisenstraße verkaufen, und die beiden Standorte von Peugeot Pflanz werden geschlossen.

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  • Pflanz verkauft Renault- und schließt Peugeot-Autohäuser
    Das Renault-Autohaus an der Eisenstraße soll verkauft werden. Foto: Oliver Schaper

Geschäftsführerin der Bochumer Pflanz-Gruppe ist Heike Tag. Und sie ist auch Geschäftsführerin der
Autohaus Eisenstraße GmbH (Renault) in Dortmund mit Standorten an der namensgebenden Eisenstraße in der Nordstadt sowie an der Bünnerhelfstraße in Dorstfeld; der Autohaus Pflanz Westfalen GmbH (Peugeot) mit Standorten an der Eisenstraße sowie an der Hörder-Bach-Allee am Phoenix-See.

Autohaus Eisenstraße

Die Autohaus Eisenstraße GmbH (40 Mitarbeiter, Renault, auch Dacia und Mini), sagte am Donnerstag Heike Tag, soll „geordnet in gute Hände übergeben werden“. Gespräche mit potenziellen Käufern liefen – es könnte bald ein Ergebnis geben. Dass das Autohaus im Juni in die Eigenverwaltung – eine Form der Insolvenz – geraten ist und aus ihr heraus nun verkauft werden soll, habe mit „den Kostenstrukturen“ zu tun, sagt Tag.

Die erst 2016 erfolgte Eröffnung des zweiten Standortes an der Bünnerhelfstraße (im früheren Autohaus Brand + Goldau) sei kein Grund für die finanziell schwierige Lage. Anders die im Herbst 2016 erfolgte Renovierung des Hauses an der Eisenstraße: Die sechswöchige Schließungszeit „hat dem Geschäftsbetrieb nicht sehr gutgetan“, sagt Tag. Die Investition sei auf „starken Druck“ von Renault erfolgt.

Autohaus Pflanz

Für die Autohaus Pflanz Westfalen GmbH hatte die Geschäftsführung Ende Juni Insolvenz angemeldet – am ersten September wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aufträge seien da gewesen, die Werkstätten seien bis zum Schluss voll gewesen, sagen Mitarbeiter – wieso die Pleite?

Umsätze seien das eine, sagt Heike Tag – die hohen Kosten das andere: „In den vergangenen zehn Jahren ist es trotz erheblicher Restrukturierungsaufwendungen nicht gelungen, operativ rentable Geschäftsergebnisse zu erwirtschaften.“ Die Pflanz-Gruppe in Bochum habe Zuschüsse zahlen müssen.

Laut Heike Tag und Prokurist Felix Babilas waren in den beiden Pflanz-Häusern 25 Mitarbeiter beschäftigt. 14 seien am ersten September freigestellt worden, die übrigen elf wickeln an der Eisenstraße und am Phoenix-See die offenen Werkstatt-Aufträge ab. Das werde bis „voraussichtlich Mitte September dauern, dann werden auch diese Mitarbeiter freigestellt“, so Tag. Neue Aufträge würden nicht mehr angenommen. Dann ist Schluss – und dann gibt‘s in Dortmund kein Peugeot-Autohaus mehr.

Es gab ein Rettungskonzept

Womöglich hätte es nicht soweit kommen müssen. Es gab den Plan, unter neuer Gesellschaft (einer neuen Pflanz-Tochter) mit Felix Babilas als Geschäftsführer den Peugeot-Betrieb am Phoenix-See aufrechtzuerhalten. Allerdings wären acht Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt worden, die übrigen hätten

  • 40 statt 36,5 Stunden pro Woche arbeiten,
  • auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bis 2019
  • auf tarifliche Erhöhungen verzichten müssen.

Das, so Tag, ließ sich „gegen den Widerstand der Mitarbeiter nicht realisieren“.

Mitarbeiter: Prokurist wollte "knallhart sein Programm durchziehen"

„Wir haben das Konzept nicht abgeblockt“, stellt Heiko Muhr, Betriebsratsvorsitzender bei der Autohaus Pflanz Westfalen GmbH, klar. Aber es hätte für ihn und seine Kollegen 27 Prozent Gehaltseinbußen bedeutet. Ein solches Konzept hätte nur vereinbart werden können, wenn Babilas im Gegenzug eine Beschäftigungsgarantie und eine festgeschriebene Rückkehr zum Flächentarif zugesagt hätte. Garantien habe er nicht geben können, sagt Babilas.

Muhr schildert die Sicht der Mitarbeiter: Babilas habe „knallhart sein Programm durchziehen“ wollen – „friss oder stirb“. Die Mitarbeiter hätten auf viel verzichten müssen – ohne zu wissen, welche Zukunft der Betrieb hat. Mitarbeiter, Betriebsrat und IG Metall wollten das Konzept so nicht mittragen. Nun schließt Peugeot, „das ist sehr traurig“, sagt Muhr.

3000 Kunden der Peugeot-Pflanz-Werkstätten in Dortmund erhielten in den nächsten Tagen Briefe, sagt Felix Babilas. Wer zum Beispiel Reifen eingelagert hat, soll erfahren, wie er diese zurückbekommt. Peugeot-Garantien und -Wartungsverträge würden auch für andere Betriebe außerhalb Dortmunds gelten.

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